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Ben und Jerry entwickeln ein Bernie-Sanders-Eis

Mit Schokokeks-Minz-Eis wollen sie auf soziale Ungleichheit hinweisen.
Von Sophie Schriever

Wie man Chocolate-Chip-Eiscreme macht müssten Ben Cohen und Jerry Greenfield eigentlich wissen. Jetzt haben die beiden Gründer der Speiseeismarke Ben & Jerrry’s ein Eis entwickelt, dass eine dicke Schoko-Keksschicht an der Oberfläche hat und darunter nur pure Minzeiscreme. Warum nur? „Alle Chips sind nach oben gewandert“, erklärt Ben in einem Video dazu. „Das ist, wo das ganze Geld ist.“ Denn die Mint Chocolate Chip Ice Cream ist eine sehr politische Süßspeise. Die Schoko-Ansammlung stellt das reichste Prozent der US-Amerikaner da, die fast über den gesamten Reichtum verfügen. Die große Mehrheit, die restlichen 99%, gehen dabei leer aus. Sie stecken schokolos in der Minzeiscreme.

„Bernie’s Yearning“ (Bernies Sehnsucht) nennt Ben die neue Kreation, wobei mit Bernie natürlich Bernie Sanders gemeint ist, der gerade im Wahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur steckt. Der Senator aus Vermont weist in seiner Kampagne auch immer wieder auf die große Ungleichheit hin, die in der amerikanischen Gesellschaft herrscht. Ben und Jerry haben für diese Ungleichverteilung auch eine Lösung parat, zumindest auf dem Eiscremeniveau: „Du nimmst einen Löffel und dann schlägst du auf die Kruste bis sie in viele kleine Stücke zerbricht. Dann lässt du es weich werden und vermischt alles. Du nimmst diese Brocken und schiebst sie bewusst nach unten. Und während du das machst, denk dran: Du verteilst gerade etwas Geld dorthin, wo es hingehen sollte.“ 

Die sozialkritische Eiscreme wird übrigens von Ben eigenhändig in seiner Küche zubereitet und hat nichts mit Ben & Jerry’s zu tun. Die Firma hat sich über ihren Twitter-Account von der Aktion distanziert. Die Produktion der Eiscreme ist auch rein politisch motiviert und zielt nicht auf Gewinne ab. Ben und Jerry verteilen kurz vor den Vorwahlen in den jeweiligen Bundesstaaten kostenlos „Bernie’s Yearning“-Eis, um für Sanders Wahlwerbung zu machen. 

Beide haben sich schon öfter in politische Debatten eingemischt. Erst letzten Montag waren sie auf einer Demo vor dem U.S. Capitol in Washington festgenommen worden. Dort hatten sie mit hunderten anderen dagegen protestiert, dass Geld in den USA einen so großen Einfluss auf das politische Geschehen hat.

 

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