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Tobias Schlegl wird Notfallsanitäter

Foto: Soeren Stache/dpa

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Tobias Schlegl reicht das Moderatoren-Dasein nicht mehr – deshalb wird er nun Notfallsanitäter beim Roten Kreuz. Das sagte der 38-Jährige zumindest im Interview mit dem Stern.

Jetzt wird er in Zukunft also Blutdruck und Blutzucker messen, im Einsatzwagen zu Patienten mit Schlaganfall, Vergiftungen oder Verbrennungen rasen und sie auf Trageliegen abtransportieren – ist das nicht eine krasse Umstellung für jemanden, der seit 1995 vor der Fernsehkamera steht? 

Schlegl zeigt sich im Stern von seiner Idee überzeugt. Die habe schon seit Jahren geschwelt, erklärt er.  Er habe viele Ehrenamtliche gekannt, und sich irgendwann gefragt: "Was machst du eigentlich selbst?" Das Moderieren habe ihn nicht mehr erfüllt, denn: "Ich war immer nur dabei, wenn andere etwas hervorgebracht haben", und habe "nie selbst etwas getan". Und: "Ich wollte etwas gesellschaftlich Relevantes machen."

Das sei weder einer Lebenskrise, noch Stress mit dem Arbeitgeber Fernsehen geschuldet, versichert Schlegl dem Stern-Journalist: "Ich hatte keinen Burnout, war nicht depressiv, wollte mir nicht die Pulsadern aufschlitzen. Ich hatte tolle Kollegen und fühlte mich in meiner Arbeit wertgeschätzt. Trotzdem wuchs in mir eine gewisse Unzufriedenheit." Die Notfallsanitäter, die er kenne, kämen am Abend heim, und wüssten wirklich, was sie gemacht haben – das habe ihn beeindruckt.

Also habe er die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz versucht:  "Sporttest, Wissenstest, Gespräch. 200 Bewerber für fünf Stellen. Ich musste mit lauter 20-Jährigen um die Wette rennen und Hanteln stemmen", erzählt er in dem Interview.

Nach der Zusage sei dann erst mal der Schock gekommen. Bei ihm selbst ("Es war eher die Angst vor der eigenen Courage"). Und auch seinem Umfeld sei die Entscheidung nicht ganz geheuer gewesen – zunächst.

Am 29. Juli und 30. September wird Schlegl "Aspekte" zum letzten Mal moderieren. Seine Notfallsanitäter-Ausbildung beginnt bereits im August. Die Satiresendung "Extra3" werde er aber weiter mit Gags beliefern, und auch bei N-Joy weiterhin Radio machen, kündigte er auf Facebook an.

 

fran

 

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