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50 fade Fakten

Weil im Netz fast nichts besser läuft, als Selbstdarstellung, ist der Hashtag #50factsaboutme ein weltweiter Erfolg.
penni-dreyer

Was an Twitter am meisten Spaß macht (nach Boris Beckers Tweets über die Brüste von Kate Middleton), ist die Möglichkeit zur hemmungslosen Selbstdarstellung, die von so gut wie allen Twitterern auch genutzt wird, gerne bis zu zweihundert Mal am Tag. Wo sonst kann mich sich auf einer Bühne vor potentiell 250 Millionen Zuschauern so gut präsentieren?

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Deshalb verwundert es auch nicht besonders, dass der Hashtag #50factsaboutme sich in den letzten Tagen zu einem echten Selbstläufer entwickelt hat. Wenn es im echten Leben vermutlich nicht einmal die allerbeste Freundin aushalten könnte, einem dabei zuzuhören, wie man 50 Fakten über sich raushaut, ist das Internet geduldig und dementsprechend senden die User einen Tweet nach dem anderen raus, bis die 50 voll sind.

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Und da geht es dann sehr schnell in die Fremdscham-Ecke und wird gleichzeitig sehr, sehr langweilig. Denn die meisten Fakten bewegen sich irgendwo im Spektrum zwischen "ich mag Schinken" und "Ich bin zu faul, mir die Zehennägel zu schneiden, weshalb ich sie immer vor dem Fernseher abknabbere".

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Und trotzdem: Auch wenn die meisten der Fakten so interessant sind wie ein Vortrag aus dem Telefonbuch, hat der Hashtag doch einen gewissen Charme: In Zeiten, in denen alles eigentlich immer nur mit ironischer Distanz präsentiert wird, ist es fast schon niedlich, wie ernsthaft diese 50 Fakten-Huberei von den Twitterern betrieben wird. Und wer weiß: vielleicht kommen sie, wenn die 50 voll sind, am Ende noch zu einer Erkenntnis über ihr eigenes Dasein..

Oder es gibt morgen schon den nächsten schönen Hashtag, mit dem sich die Zeit totschlagen lässt.

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