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Mit dem Mut zur Hässlichkeit

Cooles Kopfnicken auf der Tanzfläche nervt. Das findet zumindest Flo und veranstaltet den "Ugly Dance Worldcup"
sebastian-sittner

In nahezu jeder Diskothek auf dieser Welt ist es zu beobachten: Leichtes Kopfnicken. Keine übertriebenen Gesten. Coolness wohin man sieht. Doch wenn der „Ugly-Dancer“ den Club betritt ist es vorbei mit Schickimicki. Denn er will allen zeigen, worin die Schönheit in seinem hässlichen Tanzstil liegt. Eine Gruppe von Hässlich-Tänzern aus Hamburg sucht jetzt die unansehnlichste Tanzperformance im Ugly Dance Worldcup. jetzt.de sprach mit Flo, 31, einem der Veranstalter der Weltmeisterschaft. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, so einen Tanzwettbewerb ins Leben zu rufen? Flo: Ich veranstalte mit guten Freunden seit zwölf Jahren Partys. Wir sind daher schon Profis im „Ugly Dance“. Wir haben schnell festgestellt, dass wir nicht die einzigen sind, die Lust zur Hässlichkeit haben. Deshalb haben wir öfter mal einen spontanen Ugly-Wettbewerb in der Disco veranstaltet. Das war ein großer Erfolg. Wir fragten uns dann, warum man so etwas nicht als richtige kleine Meisterschaft in einem Club veranstalten kann. Vielen Leuten wäre dieser Tanzstil wohl ziemlich peinlich. Was treibt den Ugly-Dancer an sich so zu präsentieren? Im Grunde ist es eine Bewegung gegen diese versteifte Coolness, die man ja in vielen Großstadt-Clubs so antrifft. Viele führen ja nur ihr Ego spazieren und vergessen dabei den eigentlichen Spaß. Das kennt ja jeder speziell aus den nobleren Clubs. Geile Musik aber die Tanzfläche ist leer. Ein Ugly-Dancer macht sich einen Spaß daraus, auf die Tanzfläche zu gehen und die Sau rauszulassen. Eine Selbstdarstellung gegen die Selbstdarstellung also? Ja klar. Aber auf eine ironische Art natürlich. Es hat für mich schon einen gewissen Reiz die verwunderten Gesichter zu sehen. Ohne einen gewissen Exhibitionismus bekommt man das natürlich nicht hin. Man muss von der Schönheit des Hässlichtanzes überzeugt sein. Ihr habt ja schon reichlich Bewerbungsvideos auf eurer Facebook-Seite und viele Fans. Überrascht vom großen Andrang? Total! Mit dieser enormen Resonanz hatten wir gar nicht gerechnet. Über unsere Homepage und besonders über Facebook hat sich die Geschichte schon fast wie ein Virus verbreitet. Wir bekommen täglich neue Bewerbungsvideos rein. Wie lange kann man sich noch bewerben? Bis zum 27. September. Eine Expertenjury wird dann die neun hässlichsten Darbietungen auswählen. Die Gruppe mit den meisten Klicks für ihr Video erhält eine Wildcard. Wir haben auch schon Bewerber aus dem Ausland, die dafür extra nach Hamburg fliegen würden. Dann stehen die Chancen ja gut, dass eine richtige Weltmeisterschaft wird... Es wird natürlich nicht jedes Land einen Teilnehmer stellen. Ursprünglich dachten wir ja, dass sich die Meisterschaft eher auf den Hamburger Raum beschränken wird. Jetzt kommen aber immer mehr Videos aus dem Ausland rein. Schon erstaunlich, wie viele passionierte Hässlich-Tänzer es weltweit gibt. Die größte Überraschung war aber ein Bewerbungsvideo aus Afghanistan. Viele dachten zuerst, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt. Doch diese Jungs haben das Video in Kabul gedreht. Das hat uns natürlich ganz besonders gefreut. Wie sind die Teilnahmebedingungen? Grundsätzlich muss man sagen, dass beim Ugly-Dance alles möglich ist. Die Inspirationen sind da ja grenzenlos. Einzige Vorraussetzung für die Bewerbung ist, dass zwei bis vier Tänzer teilnehmen sollten. Die Gruppe nimmt dann ein Video mit ihrem hässlichsten Tanz auf, lädt es auf einer Videoplattform hoch und schickt uns den Link zu. Die zehn auserwählten Gruppen treten dann am 10. Oktober in einem Hamburger Club gegeneinander an und können dann Weltmeister werden.

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