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Weckruf: So gewannen Laura, Martina und Maxi den BruttoSozialPreis

Normalerweise stellen wir im Label Weckruf immer Wettbewerbe zum teilnehmen vor - heute beschreiben wir, was dabei rauskommt: Laura Kroth, Martina Mahnke und Maxi Bauer studieren Kommunikationswissenschaften beziehungsweise PR in Leipzig und Berlin und haben den Bruttosozialpreis 2006 gewonnen. Was ist das für ein Preis? Wie haben sie gewonnen? Wir haben sie interviewt
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Der BruttoSozialPreis ist der erste Nachwuchswettbewerb im Bereich Sozialmarketing und wurde 2004 unter anderem von Studierenden des Berliner Kommunikationsforums ins Leben gerufen. Zehn Studententeams erarbeiten während des siebenwöchigen Wettbewerbs Kommunikationskonzepte für Non-Profit-Organisationen (NPO) - in diesem Jahr unter anderem für die "Deutsche Schreberjugend", die Initiative "Rock im Grünen" oder die "Blätter für deutsche und internationale Politik". Martina, was ist Sozialmarketing? Martina: Sozialmarketing bezeichnet die Planung und Organisation von Marketingstrategien nicht-kommerzieller Organisationen. Oft sind damit auch Strategien gemeint, die auf die Lösung sozialer Aufgaben gerichtet sind. Ihr habt ein Konzept für die "Blätter für deutsche und internationale Politik" entwickelt. Wie seid ihr vorgegangen? Laura: Als ich die "Blätter" zum ersten Mal in der Hand hielt, dachte ich: Total unsexy! Ich dachte, um mehr Leser zu gewinnen, müssen wir das Layout und die Rubriken ändern. Das war aber nicht der Fall. Durch unser Kommunikationskonzept sollten wir die Blätter ins Bewusstsein der Zielgruppe rücken und ihnen ein Profil geben, das sie für eine jüngere Zielgruppe lesenswert macht.

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Die Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheinen seit 50 Jahren im Blätter Verlag, Auflage rund 8.000. Sie bietet Herausgebern wie Jürgen Habermas ein Forum für politisch-wissenschaftliche Debatten: Laura liest sich ein. Martina: Erst hatten wir ein Briefing mit der Redaktion und haben dann eine Ist-Analyse, eine Marktanalyse, eine Leseranalyse und eine Konkurrenzanalyse gemacht. Darauf haben wir die Planung aufgebaut und dann alles in der Kreation umgesetzt. Wir haben unter Anderem ein Mailing, ein Give-Away, ein Poster und einen Funkspot kreiert. Eine Woche vor der Präsentation mussten wir unser Konzept in Berlin abgeben. Was für ein Konzept ist das? Martina: Unsere Leseranalyse ergab: Die Blätter werden in Ergänzung zur herkömmlichen Berichterstattung gelesen und als intellektuelle Herausforderung wahrgenommen. Aus all diesen Eigenschaften ergab sich dann unsere Idee: Die Blätter – zur Nahrungsergänzung für Ihren Intellekt. Via E-Mail oder Postkarte kann man seinen Freunden und Bekannten die Blätter „verschreiben“ und so auf die Zeitschrift aufmerksam machen. Der passende Slogan dazu – angelehnt an Verzehrhinweise anderer Nahrungsergänzungsmittel – lautet: Kann bei übermäßigem Genuss zu ungeahnten Ansichten führen.

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Gewonnen! Martina, Maxi und Laura (von links) halten den gewöhnungsbedürftigen BruttoSozialPreis-Pokal in Händen. Wie war das, als Euch die Jury als Gewinner auf die Bühne rief? Martina: Ich hatte gehofft, dass wir einen von den Nebenpreisen gewinnen, etwa den Strategiepreis... Laura: ... oder den Direktmarketing-Preis. Aber dass wir gleich den BruttoSozialPreis gewinnen würden, das war schon eine Überraschung. Nach der Pause meinte ich: ‚Mädels, stellt eure Sektgläser auf den Boden, wir müssen gleich auf die Bühne.’ Außer mir wollte da keiner mehr dran glauben. Mit den ersten Worten der Juryvorsitzenden war aber allen klar: Die meint uns. Dann haben wir Hände geschüttelt, viele Hände. Was habt Ihr beim BruttoSozialPreis gelernt? Laura: In der PR-Branche heißt es immer: Tue Gutes und rede darüber. Der BruttoSozialPreis setzt dem ein Zitat von Erich Kästner entgegen: Nichts ist was Gutes, außer man tut es. Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe gelernt, welche Energien man freisetzen kann, wenn man von einer Sache richtig überzeugt ist. Und, dass sich Seminare schwänzen und Nachtschichten lohnen können! Was gab es zu gewinnen? Laura: Neben Ruhm und Ehre nicht viel. Außer einem Abo der „Zitty“, des Berliner Stadtmagazins, was einem als Leipziger nicht so viel bringt, und einem Abendessen mit dem kompletten Team samt der Mentorin und der Blätter-Redaktion im Januar in Berlin. Was aber viel schöner ist: Die Blätter-Redaktion überlegt nun, die Kampagne mit unserer Hilfe umzusetzen. Ein größeres Lob kann es für uns eigentlich gar nicht geben.

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