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"Weil er eben eine Wurst ist" - Lachen über Guttenberg

Zwei Berliner verbreiten sie ihre Kritik am Verteidigungsminister nicht in politischen Diskussionen, sondern in einem Blog. Ein Gespräch über Politik in Zeiten des Netzes.
dirk-vongehlen


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Wo auch immer man hinschaut geht es um Guttenberg. 
Warum jetzt auch noch in eurem Tumblr-Blog?
Mathias: Weil es geht. Weil es lustig ist. Und weil es noch keins gab.



Wie kommt man auf eine solche Idee?
Malte: Das Blog ist ein Plagiat von kimjongillookingatthings. Ich habe dann mal geschaut, ob es für Guttenberg da wohl auch hübsches Material gibt: Ich wurde nicht enttäuscht. Der Mann verbringt sein ganzes Leben auf Bierfesten, Baumschuleneröffnungen und Kürbiswochen. Dann habe ich Mathias den Link geschickt und nach anderthalb Minuten stand das Ding. Den Rest des Tages haben wir dann wie zwei bekiffte Neuntklässler Bildunterschriften entwickelt.
Mathias: Malte und ich bespaßen uns blind.

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Erst Kim Jong Il, nun Karl-Theodor zu Guttenberg. Wollt Ihr den Verteidigungsminister etwa mit dem nordkoreanischen Diktator vergleichen?
Malte:
  Wenn ich sage, dass KT in seiner Weltabgewandtheit etwas von Jong Il hat, dann sagt das nichts über seine sonstigen menschlichen Qualitäten aus. Oder anders gesagt: natürlich nicht!

Da die sachliche Auseinandersetzung mit Guttenberg offenbar nichts ändert: Bleibt nur noch das Lachen als Form der Kritik?
Malte: Guttenberg ist unendlich eitel. Die bisherige Art der Kritik bestärkt ihn auf bizarre Weise noch in seiner Eitelkeit. Wie kann jemand, der so schön, so stark, so klug ist, so etwas tun? Wir haben die Antwort: Weil er eben eine Wurst ist. Eine biedere Wurst, die erstaunliche Ähnlichkeit mit Lothar Matthäus aufweist.
Mathias: Ich glaube nicht, dass Guttenberg derzeit besonders viel lacht. Die Kritik an ihm ist ja wenig humoresk und ähnlich handfester Natur wie Kirmesboxen. Ich warte nur noch auf den Lucky Punch. Wir machen dazu die Pausenclowns.




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Wie geht es weiter mit Karl-Theodor zu Guttenberg? Anders formuliert: Wer bleibt länger: Euer Blog oder Guttenberg als Verteidigungsminister?
Malte: Man kann dauerhaft nicht gegen die Intelligenz eines Landes regieren, es sei denn, das Land ist Italien oder man hat eine Armee zur Verfügung. In den kommenden Wochen wird die Information durchsickern, dass Guttenberg nicht etwas beim Mathetest gespickt, sondern sich als kompletter menschlicher wie geistiger Totalausfall erwiesen hat. Bald weiß jeder, was wir jetzt schon wissen. Guttenberg ist ein Hochstapler, ein fleischgewordener Krisenherd. Dem darf man keine Soldaten anvertrauen, nicht einmal Gummibälle dürfte der hüten. Wenn alle das wissen und seine Umfragewerte die von Westerwelle erreicht haben, wird herauskommen, dass seine Sekretärin eine Büroklammer unterschlagen hat. Er wird die politische Verantwortung zu tragen haben.
Mathias: Ein gutes Schnitzel muss von allen Seiten schön weich geklopft werden. Erst dann kann es paniert, ausgebacken und endgültig verköstigt werden. Guttenberg bleibt solange Minister, solang er sich morgens noch im Spiegel in die Augen schauen kann, ohne vor Scham in die Badezimmerfliesen zu beißen. Und das sagt schon eine Menge darüber aus, warum er noch im Amt ist.

Seid Ihr wo mögliche eine Geheim-Aktion der SPD?
Mathias: Ist die ganze Affäre um Guttenberg wo möglich aus der CSU-Zentrale heraus entwickelt worden? Nach dem Motto: Besser heute, als wenn es zur Wahl 2013 auffliegt. Frage und Antwort sind ganz großer Quatsch.
Malte: Ich habe nichts mit der SPD zu tun.


Mehr zum Thema auf jetzt.de:

>> Ein Interview mit Autor Malte Welding über sein Buch „Frauen und Männer passen nicht zusammen – auch nicht in der Mitte“.
>> Eine Analyse zu der Frage: Wo kommen all die Guttenberg-Fans her?
>> Dazu das Gespräch mit dem Gründer der Facebook-Gruppe: Tobias Huch.
>> Web-Humor handgemacht: die Twitter-Witze über Karl-Theodor zu Guttenberg.
>> Die Plagiatsforscherin Deborah Weber-Wulff im jetzt.de-Interview.
>> Ein Textmarker zum neuen Projekt PlagiPedi-Wiki

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