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"Alaaaaaaba!"

Der österreichische Rapper Mirac hat dem Bayernspieler David Alaba eine Rap-Hymne gewidmet. Im Interview verrät der 24-Jährige MC, was es mit dem Track auf sich hat, wie man in Österreich über den FC Bayern denkt und was er auf Beckenbauer reimen würde.
simone-groessing

jetzt.de: Wo warst du, als der FC Bayern die Champions League gewonnen hat?
Mirac: Ich war zu Hause und saß mit meiner WG vor dem Fernseher. Nebenbei habe ich den Alaba-Track und das Video dazu gemacht. Der Song ging sofort online, als das Finale vorbei war. Das war eine besoffene Wette von mir und meinen Mitbewohnern. Wenn die Bayern verloren hätten, dann wäre die Nummer gleich nach dem Spiel gelöscht worden.
 

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Mirac, rappender Alaba-Fan.

Es gibt viele gute Fußballer. Wieso gerade ein Song über Alaba?
Bei einem Jam in unserem Proberaum hatte ein Freund vor kurzem angefangen „a milli“ von Lil Wayne zu singen. Ich hab mir dann plötzlich gedacht, dass sich „alaba alaba alaba“, statt „a milli a milla a milli“ auch ganz gut anhören würde. Dann haben wir den Beat innerhalb von 15 Minuten nachgebaut und den Text mit meinen beschwipsten Mitbewohnern während des Fußballschauens geschrieben. Abgesehen davon, dass es sich gut anhörte, hat Alaba einfach mehr Swag und Style als die meisten anderen Fußballer. Die tragen oft enge Hosen und komische Gelfrisuren. Außerdem ist er natürlich auch ein wahnsinnig guter Fußballspieler und ein Idol für viele österreichische Kids.
 
Kennt Alaba den Track eigentlich?
Ja, ich glaube schon. Er hat ihn zumindest auf Twitter geteilt, jedoch ohne weiteren Kommentar. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er ihm gefällt.
 
Hast du das Lied schon einmal in München oder Bayern gespielt?
Ja, vor kurzem am „Hakuna-Matata-Festival“ in Passau. Das war überhaupt das erste Mal, dass ich mit der Nummer live aufgetreten bin.

http://www.youtube.com/watch?v=lTcjFHH2qVw
 
Wieso? Auf deinen letzten Konzerten in Österreich kamen ja schon „Alaba“-Chöre aus dem Publikum.
Das stimmt. Aber da konnte ich den Text leider noch nicht auswendig.
 
Der ist doch gar nicht so schwer.
Das mag vielleicht nicht so leicht nachvollziehbar sein, aber gerade ganz einfache, reduzierte Texte, sind oft schwer zu merken, weil die meist nicht so gut flowen.
 
Wie beliebt ist der FC Bayern eigentlich in Österreich?
Ziemlich unbeliebt.
   
Ist man als Österreicher dann im Zweifel für Bayern oder Dortmund?
Das ist ein bisschen kompliziert. Man kann es vielleicht als Hass-Liebe bezeichnen: Es gibt da ja schon eine gewisse Nähe und Vertrautheit zwischen Bayern und Österreich und nachdem Alaba für Bayern spielt und er zweifellos der wichtigste Sportler Österreichs ist, wären wir in diesem Fall doch für Bayern.
 
Was haben Rapper und Fußballer gemeinsam?
Ich würde sagen, das Rappen an sich ist ein bisschen wie Fußballspielen. Jeder Artist hat seine Crew, seine Mannschaft, und ohne die geht nichts. Mein Rap-Kollege Crack Ignaz meinte einmal: „Swaggen ist Teamsport“. Das stimmt einfach.
 
Gibt es im Rap auch so etwas wie Fouls, die eine rote oder gelbe Karte verdienen?
Gekaufte Youtube-Klicks und erschummelte Chartplatzierungen sind sehr unsportlich, leider aber gang und gäbe.
 
Jetzt mal Freestyle: eine Punchline, in der Beckenbauer vorkommt?
Ich hab da sogar schon mal was gehabt für den Nachfolgetrack von „Alaba“: „Ich verbrenn mehr Bling Bling als Kettenraucher, hab drei Pools in meinem Garten, nenn’ mich Beckenbauer.“
 
Noch einer: Guardiola?
Wer ist das? Ein mexikanischer Politiker?


Text: simone-groessing - Foto: Hansjörg Schmoller

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