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Eine Maß für Super Mario

Pünktlich zum "Italienerwochenende" bringen wir den wohl berühmtesten Italiener der Welt aufs Oktoberfest: Super Mario. Wir haben die Theresienwiese in die Nintendo-Welt übertragen. Denn eigentlich ist die Wiesn doch auch nur ein großes Jump-and-Run-Spiel.
christian-helten

http://www.youtube.com/watch?v=yMrFIMRXWfM
Oktoberfest-Level mit dem "Super Mario Maker". So sieht die Super-Mario-Wiesn aus - mit Kommentar. 

Er war schon in Burgen aus Schokolade und in verzauberten Wäldern. Er hat Prinzessinnen aus Geisterschlössern gerettet und Dinosaurier in Lava geschubst. Und jetzt, pünktlich zum „Italienerwochenende“, kommt der wohl berühmteste Italiener der Welt endlich auch nach München: Die Rede ist von Super Mario, dem schnauzbärtigen Handwerker mit den roten Latzhosen, der seit 30 Jahren durch die Videospiele von Nintendo hüpft.

Die Gelegenheit dazu schafft der „Super Mario Maker“, ein neues Spiel für Nintendos Wii-U-Konsole. Mit diesem Editor-Programm können Spieler mit Dutzenden Bausteinen eigene Level bauen – von blitzschnellen Hindernisläufen bis hin zu den simplen, aber sorgfältig ausbalancierten Leveldesign-Meisterwerken, für die Nintendo berühmt ist. Die Bastler können ihre fertigen Level ins Internet hochladen, sie mit anderen Spielern teilen oder selbst durch ihre Kreationen hüpfen. Seit der Level-Editor am 11. September erschienen ist, kamen so mehr als eine Million digitale Hüpfburgen zusammen: fliegende Piratenschiffe, Achterbahnfahrten durch Minenstollen im Stil von Indiana Jones und vieles mehr. Genau das ist ja der Reiz hinter so einem Editor: der standardisierten Levelwelt eigenes Leben einzuhauchen. Ihr eine persönliche Note zu geben, Spiele, Filme oder gleich die Realität zu zitieren und in das Mario-Universum zu holen.

Die Wiesn ist ein großes Jump n' Run-Spiel

Als wir uns durch diese Level klickten, merkten wir, dass eines noch fehlt: das Mario-Oktoberfest. Dabei bietet sich doch kaum etwas so sehr an wie die Wiesn - ist sie doch eigentlich selbst ein großer Spielparcours, mit vielen Hindernissen und Hürden. Das Gedränge in der U-Bahn, durch das man fast so geschickt navigieren muss wie durch eine Unterwasserwelt in Marios „Mushroom Kingdom“. Die vielen Karussells, die blinken und leuchten und tuten und wie alles in der bunten Mario-Welt möglichst viel Eskapismus bieten wollen. Und sind nicht die traditionellen Fahrgeschäfte so etwas wie Vorläufer der Computerspiel-Challenges? Die Labyrinthe mit Geheimgängen und Sackgassen, durch die wir in Computerspielen laufen, gibt’s auf Volksfesten schon ewig. Der Tobbogan wirkt mit seinem Förderband und seiner Rutsche wie die analoge Ur-Version eines Jump-and-Run-Spiels. Es macht kaum einen Unterschied, ob wir bei Super Mario mit Schildkrötenpanzern auf Hindernisse und Gegner schießen oder ob wir auf der Wiesn an der Schießbude stehen oder Dosenpyramiden umwerfen. Und selbst die Hauptattraktionen der Wiesn, die Bierzelte: Sehen die nicht der Burg ganz schön ähnlich, die am Ende von fast jedem „Super Mario Bros“-Level das Ziel markiert?

>>> Kommt Mario heil ins Bierzelt?


So haben wir die Super-Mario-Wiesn gebaut.
Die Mario-Version des Löwenbräu-Zelts: Mit Bowser statt Raubkatze.

Wohin Mario bei seinem ersten Besuch auf der Wiesn also auf dem Weg sein muss, war uns ganz schnell klar: Ein Bierzelt muss am Ende des Levels stehen, so weit man das eben in die abstrakte Klötzchen-Welt von Super Mario übersetzen kann. Weiße und gelbe Bausteine sowie grünbepflanzte Plattformen sorgen für angemessenes Dekor am Eingang. Darüber thront – ganz nach dem Vorbild eines gewissen maßkrugbewehrten Löwen – Bowser höchstselbst, die urtümliche Panzerechse, die jetzt schon einige Dutzend Mal Marios Prinzessin Peach entführte. Bowserbräu also: Das mag zwar wenig bayerisch klingen, aber vielleicht liefert es der nächsten Craftbeer-Mikrobrauerei eine zündende Idee.

Bei unserer Version des "Hau den Lukas" schwenkt der Bildausschnitt nicht schnell genug. Also lieber eine Schießbude bauen.

Auch das erste Fahrgeschäft war schnell gebaut: ein Riesenrad. Am besten mit wunderbarer Aussicht aus luftiger Höhe auf das Alpenpanorama der Kulisse aus „Super Mario World“. Ein paar Plattformen umkreisen ein gefährlich aussehendes Zahnrad, einige Lavakugeln auf Schienen imitieren das Jahrmarkt-Lichterspiel, noch ein, zwei Hindernisse – fertig.

Schwieriger wurde es mit unseren Ideen für eine Oktoberfest-Bude zum Mitmachen: „Hau den Lukas“ schien einleuchtend – Mario sollte in unserer Version einen besonders hoch aufgehängten Fragezeichenblock treffen. Aber leider schwenkt der Bildausschnitt bei so einer akrobatischen Einlage nicht schnell genug. Also eine Schießbude: Drei leere Schildkrötenpanzer liegen bereit, drei Fragezeichenblöcke müssen mit Sprung-Würfen angeschossen werden. Hinter einem verbirgt sich ganz Wiesn-typisch eine Blume.

Und dann der Adrenalin-Höhepunkt: eine Geisterbahn! Stilecht als Spukhaus-Silhouette mit spitzen Türmchen gebaut, dazu ein kurzer Ausflug mit dem Wagen auf den Balkon, um Fahrgäste anlocken. Für die Innendekoration bot sich das Geisterschloss-Szenario aus „Super Mario World“ an. Aber keine Angst, wie auf der Wiesn gilt auch in der Mario-Geisterbahn: Bitte keine Füße oder Hände aus dem Wagen strecken! Dann kann auch nichts passieren.

Wer den Super-Mario-Maker daheim hat und das Wiesn-Level spielen will, findet es dort unter dieser ID-Nummer: A60A-0000-005E-6A2D

Text: christian-helten - und Matthias Huber; Video: SZ

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