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Meine Straße: Ganghoferstraße

Lieber zu jedem Bier einen Sliwo trinken müssen als der Gentrifizierung ausgeliefert sein Xenia zeigt uns ihre Nachbarschaft.
Mercedes Lauenstein

Niemand kennt eine Straße so gut wie die Menschen, die in ihr leben. Deshalb bitten wir hier regelmäßig junge Münchner, uns ihre Straße zu zeigen – die schönsten Ecken, die besten Läden, die schrulligsten Typen, die nettesten Anekdoten. Heute:

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    Foto: Juri Gottschall

Xenia, 23, Veranstaltungskauffrau

Ich wohne erst seit ein paar Wochen in der Ganghoferstraße, aber ich finde es hier jetzt schon besser als alle anderen Viertel, in denen ich je gewohnt habe.   Direkt vor meiner Haustür ist die Café-Bar Mustang, eine Art kroatische Kneipe mit Spielautomaten, türkisen Plastik-Sesseln und einer ganz einfachen Getränkekarte. Immer geöffnet. Ich komme ab und zu hierher und nehme Bier mit. Die Betreiber sind sehr nett und lustig. Einmal musste ich für jedes Bier, das ich kaufen wollte, einen „Sliwo“ trinken. Irgendwas Interessantes erlebt man hier immer und es hat etwas sehr Authentisches und Sympathisches.   Ums Eck sind noch das Brückenstüberl und das Pfeuferstüberl. Das sind ganz normale Boazn, bei denen man sich sicher sein kann, dass die nicht übermorgen schon wegen Gentrifizierung schließen müssen, sondern hier noch ein paar Jährchen prima leben können. Das ist mir mit meiner Lieblingskneipe im Glockenbach passiert. Das ist halt das Schöne hier am Eck, es ist alles noch ganz normal und ausgeglichen. Im Glockenbach zu wohnen, das hat immer so „fancy“ geklungen, ich musste trotzdem immer raus ins Westend oder in andere Viertel fahren, wenn ich meine Freunde treffen wollte – weil es sich am Gärtnerplatz einfach keiner mehr leisten kann, regelmäßig einen Kaffee trinken zu gehen.   Außerdem gibt’s, obwohl das hier ja schon in vielerlei Hinsicht ein ganz schönes Industriegebiet mit vielen Büros und Firmen ist, überraschend viel Grün. Zum Beispiel den schönen Bavariapark und den Westpark. Und die alte Kongresshalle mit der Kongressbar und dem Biergarten. Da habe ich schon meine ersten Sommer in München verbracht, weil ich das Gelände so gern hab. Und die alte Kongresshalle wird ja meines Erachtens nach als Veranstaltungsort total unterschätzt. Ein sehr gutes Curry soll es wohl beim Inder Ayurveda geben – das auszuprobieren, steht auf jeden Fall noch aus!   Gleich gegenüber von meiner WG sind unter der Brücke zum Bavariapark die Otto-Steidle-Künstlerateliers, in denen alle drei Jahre junge Künstler für eine gewisse Zeit arbeiten dürfen. Im vergangenen Sommer gab es auch mal eine Ausstellung der verschiedenen Künstler, und man konnte sich die Ateliers von innen ansehen. Interessant ist auch so ein Club direkt hier ums Eck, das Nerodom. Untertitel: „Der Schwarze Club“. Da feiern die immer so Vampir- oder Mittelalterpartys, und dann sieht man Goths oder Maskierte vorbeiziehen.   Jeden Donnerstag ist an der U-Bahn Station Schwanthalerhöhe außerdem ein sehr netter Wochenmarkt mit Produkten aus der Region. Für Cappuccino und den mit Abstand besten Kuchen des ganzen Westends gehe ich gerne ins Heldenspeißen. Eigentlich ist das eine Salatbar mit großer Auswahl an selbstgemachten Salaten aus allen Ecken der Welt. Mutter und Tante eines Freundes von mir betreiben die Bar. Um den Abend mit ein paar Drinks ausklingeln zu lassen, ist das Ca Va in der Kazmairstraße eine super Bar – das Essen dort kann ich auch nur empfehlen.

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