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Was hilft gegen Sonntagsblues? Tanzen!

Michael Pointl und Robert Benke kennen den Sonntagsblues - und haben ein ziemlich gutes Mittel dagegen: Partys. Am Sonntag. In verschiedenen Locations, oft auch über Münchens Dächern. Der Name der famosen Reihe: Sonntagsgefühl.
laura-kaufmann
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Was ist das eigentlich, dieses Sonntagsgefühl? Der Blues, weil die kurze, freie Zeit endet und der Alltag wieder beginnt? Entspannung, weil es keine Verpflichtungen gibt an diesem Tag? Und was macht man am besten mit diesem Sonntag? Michael Pointl und Robert Benke müssen das wissen, schließlich haben sie ihre Partyreihe genau danach benannt: „Sonntagsgefühl“. Die Veranstaltungen finden in verschiedenen Off-Locations statt, gerne über Münchens Dächern. Und natürlich immer an Sonntagen. Auch am kommenden.

jetzt.de: Was habt ihr an Sonntagen gemacht, bevor ihr Partys veranstaltet habt?
Robert: Wir haben uns gelangweilt. Das ist ja das Problem. 
Michael: Wir waren früher viel im Nachtleben unterwegs. Und wollten uns irgendwann einfach nicht mehr so kaputt fühlen, wie man das nach einer langen Nacht tut. Ich glaube, das ist ein genereller Trend.   

Deswegen feiert ihr jetzt lieber tagsüber?
Michael: Wenn du am Tag feierst, ist das ein angenehmes Gefühl. 
Robert: Unsere Party geht von 12 bis 22 Uhr. Man sollte ja eh gehen, wenn es am schönsten ist. Und über Nacht hast du wieder Zeit, dich zu regenerieren. 
Michael: Ich glaube, Menschen tragen einfach unglaublich gerne Sonnenbrillen. Und das kommt nachts im Club einfach nicht so cool.

Der Sonntag hat nicht gerade den Ruf, ein wildes Partytier zu sein. 
Robert: Musst ja auch nicht. Unsere Partys sind vom Gefühl her eh näher an der Biergartenkultur. 



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Heißt?
Michael: Man rutscht zusammen und macht es sich gemütlich. Auch, wenn man sich nicht kennt. So ist auch das Sonntagsgefühl entstanden, aus der Biergartenkultur heraus. Ein Ort, wo man sich trifft und sich austauscht. Nur ein bisschen moderner und jünger.
Robert: Wir haben uns sogar im Biergarten kennengelernt.
Michael: Aber nicht an einem Sonntag. 

Wieso feiert ihr nicht am Samstag?
Michael: Samstag ist ein Tag, an dem die Leute auch noch was erledigen können, einkaufen zum Beispiel. Da ist noch so viel anderes auf der Uhr. Sonntag ist Zeit und Raum für etwas anderes als den Alltag. Das macht ihn speziell.  

Was ist für euch das dominierende Sonntagsgefühl?
Michael: Freiheit. Genießen. Erlebnis. Eine gewisse Ungezwungenheit.
Robert: Ja, das ist es. Freiheit! Der Sonntag ist dein Tag. Der eine schaut da immer Tatort, andere gehen vielleicht Golfen. Jeder hat sein Ritual. Unter der Woche bist du in dieser Mühle, und am Sonntag kannst du ausbrechen und dich selbst verwirklichen.

Den Sonntag durchzutanzen, ist das nicht nur der Versuch, den Wochenstart so weit es geht herauszuzögern?
Michael: Ich persönlich freue mich oft, am Montag wieder in die Arbeit zu gehen. Ich finde nicht, dass der Sonntag etwas kompensieren muss. Für mich ist das eher ein Tag, an dem man noch mal was Schönes machen kann.
Robert: Die Leute nutzen unsere Party auch nicht, um das Wochenende durchzufeiern. Sollen sie auch nicht. In München kannst du eh kaum so lange weggehen. Wir fangen ja erst mittags an.
Michael: Und keiner muss Tanzen. Es ist auch Platz für Gespräche. Bei manchen Locations haben sich die Leute Picknickdecken mitgebracht. In der Villa Flora, wo wir am kommenden Sonntag sind, haben wir einen Biergarten mit Blick auf die Tanzfläche, und wer Lust hat, mischt sich irgendwann darunter.  

Ist die Stadt anders an Sonntagen?
Michael: München ist ruhiger an Sonntagen, langsamer, weniger Verkehr. Und die Leute sind ein bisschen entspannter.   

Überträgt sich das auf das Fest?
Michael: Es ist tatsächlich immer sehr harmonisch. Wir haben aber auch eine sehr hohe Frauenquote. Ich vermute, dass wir auch deswegen nie Probleme mit Schlägereien haben.

Warum feiert ihr mit dem Sonntagsgefühl so gerne auf Flachdächern?
Michael: Es ist ein total einmaliges Gefühl, beim Feiern über die Dächer der Stadt zu schauen.
Robert: Einmal haben die Leute beim Sonnenuntergang laut runtergezählt. Wie an Silvester. Sie haben etwas ganz Normales in etwas Besonderes verwandelt. Da hatte ich Gänsehaut.
Michael: Und die Leute zeigen auf die Stadt und erzählen sich gegenseitig Geschichten dazu: da wohne ich, da arbeite ich . . . als würden sie durch ein Fotoalbum blättern. Das gefällt mir am besten.
Robert: Und man kann auf die Berge schauen. Und obwohl du eigentlich in einer Metropole bist, gibt es außer der Musik keine Nebengeräusche. Man hat Abstand, ist weit weg vom Alltag.

Andere gehen für dieses Sonntagsgefühl tatsächlich in die Berge . . .
Michael: Sehr verständlich. Ist ja auch genial. Wer will, kann gerne zu Fuß in den 15. Stock hochsteigen, wenn wir auf dem Dach feiern – dann hat er seine Bergtour auch noch.

Text: laura-kaufmann - Fotos: oh

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