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Nicht in meinem Namen

Im Netz gibt es immer mehr Hilfsinitiativen: Jetzt hat sich ein Gruppe Blogger zusammengeschlossen, um unter #BloggerFuerFluechtlinge Geld und Sachspenden zu sammeln.
kathrin-hollmer

#NotInMyName: Nach den Anschlägen in Paris nutzen Muslime auf der ganzen Welt die Hashtags #NotInMyName und #MuslimsAreNotTerrorist, um sich vom IS zu distanzieren und dagegen zu wehren, als Terroristen abgestempelt zu werden. 

Parallel dazu drücken Studenten der Étudiants Musulmans de France (EMF) unter #Noussommesunis ("Wir sind vereint)" und in einem Video ihre Solidarität mit den Opfern und Hinterbliebenen der Anschläge in Paris aus. 

Bereits seit Herbst 2014 distanzieren sich Muslime unter dem Hashtag #NotInMyName und in der dazugehörigen Kampagne davon, wie der IS ihre Religion für seine Verbrechen missbraucht. 

Mehr auf jetzt.de (#NotInMyName und #NousSommesUnis) und auf Theguardian.com


Und hier das ganze Lexikon:


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A

#AnaHunna und #Loqmet3ish: Die Aktivistin Ana Hunna startete den Hashtag #Loqmet3ish (auf Deutsch etwa: Lebensunterhalt), um damit auf weibliche Brotverdiener in der Arabischen Welt aufmerksam zu machen. 

#Arabspring und #Arabellion: Der Arabische Frühling begann Ende 2010 mit einem Tweet über einen jungen tunesischen Gemüsehändler, der sich in Brand steckte, weil er in seinem Land keine Perspektive mehr für sich sah. Die Hashtags #Arabellion und #Arabspring halfen der Rebellion, auf Probleme aufmerksam zu machen und den Aufstand zu koordinieren.  Mehr auf Wired.com

#AskIslamicState: Unter dem Hashtag machen sich seit August 2014 Twitter-Nutzer über die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) lustig – indem sie Fragen stellen.
Mehr auf Independent.co.uk

#AuchIchBinDeutschland: deutsches Pendant zu → #ITooAmHarvard, einer Kampagne gegen Alltagsrassismus an der Uni. 

@vonhorst wir sollten diese erfahrungen unter einem hashtag sammeln. ich schlage #aufschrei vor.— anne wizorek (@marthadear) 24. Januar 2013
#Aufschrei: Online-grimmepreisgekrönter Hashtag, den die Netzfeministin Anne Wizorek im Januar 2013 startete. Der Hashtag sammelt Erfahrungsberichte über Alltagssexismus. Zeitnah zu den Veröffentlichungen über die Anzüglichkeiten von FDP-Politiker Rainer Brüderle gegenüber der Journalistin Laura Himmelreich gestartet, das war aber wohl Zufall.
Mehr auf SZ.de

B

#Bildungsstreik14: Hashtag der bundesweiten Proteste für bessere Ausbildungs- und Studienbedingungen 2014.
Mehr Infos unter Bildungsstreik2014.de

#BlackLifematters:  → siehe #IfTheyGunnedMeDown

Our prayers are with the missing Nigerian girls and their families. It's time to #BringBackOurGirls. -mo pic.twitter.com/glDKDotJRt— The First Lady (@FLOTUS) 7. Mai 2014
#BloggerFuerFluechtlinge: Engagement aus einer unerwarteten Ecke? Nicht unbedingt! Die vier Buch-, Politik- und Foodblogger Karla Paul, Nico Lumma, Stevan Paul und Paul Huizing sind überzeugt, dass das Thema Flüchtlinge alle angeht. Deshalb haben sie zusammen die Initiative „Blogger für Flüchtlinge“gegründet. 
Die vier veröffentlichten Statements zur Flüchtlingsdebatte und einen Aufruf an andere Blogger, sich ebenfalls zu äußern. Sie nutzen ihre Bekanntheit und ihr Publikum für einen guten Zweck – und das mit Erfolg: Ihre Facebook-Gruppe hat inzwischen um die 1.400 Mitglieder, der Hashtag #BloggerfuerFluechtlinge wird tausendfach verwendet, um Stellung in der Diskussion zu beziehen, Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe und die Statements auf den verschiedensten Blogs zu sammeln – ein gewaltiges, wichtiges Statement gegen die rassistische Hetze, die in den vergangenen Monaten vor allem auf Facebook zunimmt. 
Außerdem wird unter dem Hashtag für die Spendenaktion der Initiative geworben. Ihr aktuelles Ziel sind 80.000 Euro, die für verschiedene Hilfsprojekte gespendet werden sollen. Mehr als 44.000 (Stand: 31.8.2015) haben sie bereits gesammelt. Auf ihrer Webseite erklären die Blogger zudem, wie Sachspenden funktionieren, sie listen Projekte auf, bei denen man sich vor Ort engagieren kann. Zusammen mit dem Hashtag ergibt das eine umfangreiche Anleitung für Engagement für Flüchtlinge. Und ganz nebenbei wird es normal, dass sich auch Menschen engagieren, die mit Politik bislang nicht viel zu tun haben: Der österreichischen Mode-Bloggerin Madeleine Alizadeh zum Beispiel wurde ihr Engagement für Flüchtlinge in dem überfüllten Flüchtlingslager in Traiskirchen bisweilen streitig gemacht (jetzt.de berichtete). 
Mehr auf der Webseite von „Blogger für Flüchtlinge“ 

#BringBackOurGirls: Kampagne für die mehr als 200 Schülerinnen aus Nigeria, die 2014 von der Terrororganisation Boko Haram entführt wurden. Auch Michelle Obama machte mit und posierte mit dem Hashtag für ein Foto.
Mehr auf SZ.de

C

#CarryThatWeight: Die amerikanische Kunststudentin Emma Sulkowicz, 21, wurde in ihrem eigenen Bett im Studentenheim der Columbia University vergewaltigt. Lange schwieg sie aus Scham, bevor sie zur Universitätsleitung ging und die Tat bei der Polizei anzeigte. Die Columbia-Universität entschied, diesem Vorwurf nicht nachzugehen. Seitdem trägt Emma die dunkelblaue Matratze, die sie ihr Leben lang an den Vergewaltiger erinnern wird, mit sich herum: in den Hörsaal, zum Einkaufen, ins Café. "Carry That Weight" nennt sie ihre Aktion, mit der sie auf sexuelle Übergriffe an Unis aufmerksam machen will – und zwar solange der mutmaßliche Vergewaltiger denselben Campus besucht wie sie. 
Mehr auf jetzt.de

#ChangeTheRatio: Hashtag für mehr Gleichberechtigung von Frauen im Berufsleben. 

D

#DankePolizei: Unter dem Hashtag werden Erfahrungen mit Polizeigewalt in Deutschland beschrieben. → siehe auch: #MyNYPD
Mehr auf Taz.de 

#direnkahkaha Gülmek devrimci bir eylemdir :) pic.twitter.com/clgQnIFFkI— Berivan Canbolat (@BerivanCanbolat) 28. Juli 2014
#Direnkahkaha: Der türkische Vize-Premierminister sagte im Sommer 2014, dass Frauen seiner Meinung nach nicht in der Öffentlichkeit lachen sollten. Unter dem Hashtag passiert: genau das!
Mehr auf jetzt.de   

#Douma4: Online-Kampagne für die in Douma entführte syrische Journalistin Razan Zeitouneh.
Mehr auf Faz.net  

#Drosselkom: Aus dem Netz-Protest gegen die Mogel-Flatrate-Pläne der Telekom im Jahr 2013 wurde eine – erfolgreiche! – Petition.
Mehr im Phänomeme-Blog der SZ  

#DuranAdam: Duran Adams Bild, auf dem er aus Protest still auf dem Taksim-Platz stand, ging um die Welt, zusammen mit #Gezipark und #OccupyGezi die Hashtags der Proteste in der Türkei 2013.
Mehr über Duran Adam auf SZ.de

E

#e_wie_ekelhaft: Shitstorm gegen einen sexistischen Werbeclip der Eon-Tochter E wie Einfach.
Mehr auf Mädchenmannschaft.net 

#EMMAistfuermich wenn Redakteurinnen glauben, es sei feministisch, Frauen vorzuschreiben, wie sie sich zu bewegen u. was sie zu tragen haben— Juliane Leopold (@julianeleopold) 4. November 2014
#EMMAistfuermich: Unter dem Hashtag rief die Zeitschrift „Emma“ Anfang November ihre Leserinnen auf Twitter auf, Gründe zu sammeln, warum ihnen das Magazin wichtig ist. Viel rum kam dabei nicht. Im Gegenteil: Junge Netzfeministinnen haben den Hashtag längst eingenommen und nutzen ihn für einen Shitstorm gegen die Altfeministinnen-Zeitschrift, unter anderem wegen eines Artikels mit der Überschrift „Emanzen oder Schlampen?“ über Beyoncé und Taylor Swift. 
Mehr auf Spiegel Online  
→ siehe #MeinFeminismus

#EmptySeatCampaign: Aufruf zum Boykott der Spiele der Basketballmannschaft L.A. Clippers. Der Grund: Donald Sterling, Besitzer des NBA-Teams, forderte seine Geliebte dazu auf, keine Schwarzen mehr zu seinen Spielen mitzubringen.  Mehr auf SZ.de 

#Euromaidan: Hashtag für die Proteste in der Ukraine 2013/14.
Mehr auf BBC.com

F

#FloodWallStreet: Hashtag für die Demonstrationen für besseren Klimaschutz 2014
Mehr auf Guardian.com 

#FreePalestine: → siehe #GazaUnderAttack

G

#GamerGate: Bezeichnet Kontroversen innerhalb der männlich dominierten Spiele-Community im Umgang mit Frauen. Unter dem Hashtag werden sowohl Probleme benannt als auch Frauen bedroht.
Mehr auf SZ.de 

#GameOfDrones: Unter dem Hashtag geht es um die umstrittenen Drohnen-Einsätze der USA, die immer wieder unschuldige Zivilisten töten. Als Wortspiel angelehnt an die US-Serie "Game Of Thrones". Mittlerweile eine Amnesty-International-Kampagne.
Mehr auf jetzt.de 

#GazaUnderAttack (→ auch: #HamasKillsKids, #IsraelUnderFire und #Free-Palestine): Unter dem Hashtag werden seit dem Sommer 2014 – teilweise gefälschte – Fotos aus dem Gaza-Konflikt geteilt. 
Mehr auf Aljazeera.com und Spiegel Online 

#Gefahrengebiet: Hashtag der Proteste gegen die Einrichtung von Gefahrengebieten in mehreren Stadtteilen Hamburgs durch die Polizei im Januar 2014.
→ siehe auch #Klobürste

#Gezipark (→ auch: #OccupyGezi): Hashtag der Proteste in der Türkei 2013 
Mehr auf SZ.de 

#GoodellMustGo: Unter dem Hashtag wurde der Rücktritt von NFL-Boss Roger Goodell gefordert, der zugegeben hatte, seine damalige Verlobte und heutige Frau einmal bewusstlos geschlagen zu haben, und über häusliche Gewalt diskutiert. 
Mehr auf intimes.com 

#GunControlNow: Nach dem Amoklauf in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut im Dezember 2012 wurde unter dem Hashtag (→ und unter #GunControl) über die Waffengesetze in den USA diskutiert. 
Mehr auf jetzt.de

H

#HamasKillsKids: → siehe #GazaUnderAttack 

#HandsUpDontShoot: → siehe #ICantBreathe

#HeForShe: Feminismus-Kampagne von Emma Watson, gestartet 2014.
Mehr auf SZ.de

I

#IAmGirl: Kampagne für die Rechte von Mädchen und Frauen.
Mehr auf der Facebook-Seite der Kampagne   Usher wore an #ICantBreathe t-shirt on stage last night! #Solidarity #WeCantBreathe pic.twitter.com/NhWh8UaW2k — Sons & Brothers (@sonsandbros) 15. Dezember 2014   [link=https://twitter.com/hashtag/icantbreathe" target="_blank">#ICantBreathe: "Ich kann nicht atmen", waren Eric Garners letzte Worte, bevor der dunkelhäutige Familienvater aus New York im Würgegriff eines Polizisten starb. Er war unbewaffnet. Der Polizist, der ihn getötet hatte, musste sich nicht vor Gericht verantworten. Unter dem Hashtag setzen Menschen auf der ganzen Welt ein Zeichen gegen Polizeigewalt und Diskriminierung. → siehe #IfTheyGunnedMeDown

@sonjdol.
→ siehe #EMMAistfürmich

[link=https://twitter.com/hashtag/merkelstreichelt?src=hash" target="_blank">#merkelstreichelt: Asylpolitik ist anonym. Sie hantiert mit großen Zahlen, mit Verteilungsquoten, mit Statistiken und Graden der Verfolgung oder Bedrohung. Obwohl sie ja eigentlich mit Menschen hantiert. Mit Einzelschicksalen voll von Hunger, Gewalt, Leid und Perspektivlosigkeit. Das macht die Politik so schnell zynisch. Einzelschicksale sind nicht vorgesehen. Damit Asylpolitik funktioniert, muss sie vom Einzelschicksal abstrahieren.

http://www.youtube.com/watch?v=fRFzPvpJ6Kk

Manchmal bricht so ein Einzelschicksal trotzdem durch. Bei einem Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel mit Schülern in Rostock meldet sich ein junges Mädchen zu Wort, das vor vier Jahren aus dem Libanon geflüchtet ist. Das Mädchen hat Angst, wieder zurückgehen zu müssen. ]
Im Netz kursierte zunächst eine verkürzte Version des Gesprächs. Auf die folgte bald der Hashtag #merkelstreichelt. In sozialen Netzwerken wurde Merkel Kaltherzigkeit vorgeworfen – und eine verlogene Politik. Es gehe schließlich nicht drum, dass Deutschland nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen könne, sondern wolle. Andere verteidigten Merkel und lobten, dass sie keine leeren Versprechungen gemacht habe. Das 

Text: kathrin-hollmer - Collage: Daniela Rudolf / Nanduu / photocase.com

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