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Mädchen, möchtet ihr professionell angemacht werden?

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
max-scharnigg

Die Jungsfrage:

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Seit Längerem tauchen sie hier und da auf, meistens in den einschlägigen Ressorts von Männerzeitschriften oder Fernseh-Boulevard: PickUp-Artists und Flirtratgeber, die auch schwierigen Fällen Erfolg versprechen, ja geradezu garantieren. Dicke Bücher voller Strategien gibt es dazu und man muss sie tatsächlich auswendig lernen, damit es später in der Bar mit der kalten Akquise klappt. Wir Jungs stehen diesem Phänomen halb fasziniert, halb höhnisch gegenüber, je nach eigenem aktuellen Anmach-Pegelstand. Zum einen kommt es natürlich unseren rationalen und faulen Tendenzen entgegen, wenn uns jemand verspricht, mittels einfacher Formeln den Weg zu den Herzen oder zumindest anderen Körperteilen der schönsten Frauen zu bahnen. Andererseits finden wir es oft auch lächerlich und notgeil und wollen natürlich offiziell niemals etwas damit zu tun haben. Ihr Damen kommt in diesen Büchern, das wisst ihr ja, als ziemlich uncharmant degradierte Vollnüsse vor, die es schlicht zu knacken gilt. Deswegen nun die Frage – ist eine Anmache, die derart professionell und kalkuliert vorgetragen wird, nicht eigentlich eurer guten Laune total abträglich? Oder ist immer noch besser, wenn einer sich darauf vorbereitet hat, als wenn er vor Aufregung euer Glas umwirft, zu stottern beginnt oder einfach gar nichts sagen und nur lieb schauen kann? Fühlt ihr euch in einem kontrollierten Flirt wohler? Und was ist eigentlich für euch die perfekte Anmache? Auf der nächsten Seite kannst du die Mädchenantwort lesen.


Die Mädchenantwort:

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Die kurze Antwort lautet: Nein, wir wollen nicht professionell angemacht werden. Und hier die ausführliche Begründung: 1. Wir fühlen uns instrumentalisiert. Weil wir ja nicht völlig bescheuert sind, haben auch wir uns zumindest ansatzweise mit den Methoden dieser professionellen Anbaggerer beschäftigt, um zu wissen, wie diese Knallchargen so ticken. Und was mir persönlich am meisten zu schaffen macht, ist der Ansatz dieser Anmachtricks, Frauen psychologisch zu manipulieren. Und zwar mit Tricks aus der untersten Psychokiste. Wie zum Beispiel, die Frau zu degradieren, um sich selbst aufzuwerten. Oder sie von ihren Freunden zu separieren, um sie so schutzloser zu machen. Egal, welchen Trick sie anwenden, sie versuchen, die schwächste Seite zu treffen, damit die Frau so reagiert, wie sie es möchten. Schlimme Vorstellung! 2. Wann immer ich einen Jungen in der Vergangenheit kennengelernt habe, dann war das zumindest für einen Moment mit der Option auf immer und ewig. So ein Profi-Anmacher dagegen hat doch, wenn ich das richtig verstanden habe, in erster Linie seine Statistik im Kopf, in die er so viele Eroberungen wie möglich eintragen möchte. Nicht, dass ich ihm das übelnehmen würde, aber das passt nicht zusammen. 3. Nur mal angenommen, man ist dann für immer und ewig mit einem dieser Profi-Typen zusammen – stelle ich mir doch vor, dass der Übergang von der professionellen Flirtmaschine zum freundlichen Normale ein wenig holprig vonstatten gehen muss. 4. Ich glaube, jeder Mensch fühlt sich gerne einzigartig, ganz besonders wenn es um zwischenmenschliche Anziehung geht. Zu erkennen, dass man Empfänger eines ganz und gar durchchoreografierten Angriffs ist, stelle ich mir ausgesprochen unschön vor. 5. Ich finde Menschen charmant, die sich ihrer Unsicherheit nicht schämen. Und ich mag ehrliche Menschen gerne. Und wenn ich mir die ideale „Anmache“ aussuchen könnte, dann würde ich gerne von einem Jungen angesprochen werden, der sehr nett und ehrlich und lustig und charmant ist. Aber das muss nicht mal unbedingt sein. Es reicht auch unbeholfen, lustig und nett. Oder bemüht, bisschen trampelig und niedlich. Oder sehr ernsthaft, sympathisch und interessiert. Keines dieser Attribute würde ich mit einer Profi-Anmache in Verbindung bringen. 6. Der Gedanke, dass jemand ernsthaft Kurse besucht und Bücher studiert, weil er ein Problem damit hat, Frauen anzusprechen, ist traurig. Ich weiß ja, dass es Menschen gibt, die sich schwer damit tun, und dass es gut ist, wenn denen geholfen wird. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Vorstellung ziemlich armselig und wenig attraktiv ist. penni-dreyer

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