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Der deutsche Katzen-Oscar wird verliehen

Mit einem goldenen Kratzbaum als Preis. Ein Anruf bei dem Kurator.
Interview: Melanie Wolfmeier
  • katze foto uwe anspach dpa
    Foto: Uwe Anspach / dpa

In Düsseldorf wird am Freitag, 19. Februar, der erste deutsche Preis für das beste Katzenvideo verliehen. Golden-Kitty-Award nennt sich die Trophäe, die in Form eines goldenen Kratzbaums daher kommt. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Leiter des NRW Forums, Alain Bieber. Den haben wir mal angerufen. 

jetzt: Wir haben von dem Golden-Kitty-Award gehört, der für das beste Katzenvideo verliehen werden soll. Warum steht das Internet eigentlich so auf Katzen – und nicht zum Beispiel auf Hunde? 

Alain Bieber: Über diese Frage habe ich tatsächlich sehr lange nachgedacht. Es gibt da verschiedenste Thesen: Katzen sind eigenwilliger, haben einen eigenen Kopf. Dann hat es was mit dem Kindchenschema zu tun, sie sind die Projektionsflächen von menschlichen Emotionen. Und während man mit Hunden draußen herumläuft, sind Katzen doch im Haus und somit besser erreichbar.

 

Die Idee kommt ja ursprünglich aus den USA.

Seit 2012 gibt es dieses Festival, das vom Walker Art Center in Minnesota ausgerichtet wird. Es ist ein unglaublicher Erfolg: Zehntausende Besucher kommen jedes Jahr, das ist mittlerweile zu einem Open-Air-Festival geworden. Und da guckt man dann eine Stunde zusammen Katzenvideos. 

 

Wie viele Einsendungen gab es denn für den deutschen Golden-Kitty-Award? 

Mehrere hundert Videos! Die Gewinner – die ich jetzt natürlich noch nicht verraten darf – kommen wahrscheinlich mit ihrer Katze angereist, die ist auch eingeladen. Die bekommt aber mein Büro als Rückzugsort, wir wollen die ja nicht stressen, die soll ja auch Spaß haben.

 

Das wäre wohl wirklich zu anstrengend für das Tier. Kommen noch mehr Katzen? 

Nein, wir erwarten 600 Besucher, das wäre nicht katzengerecht. 

"Es wird auch eine Katzenpsychologin da sein"

 

Was gibt es denn sonst noch zu tun auf der Veranstaltung? 

Eine Katzenpsychologin wird da sein, der kann man den ganzen Abend über Fragen stellen. 

 

Bitte?

Ja, die erklärt dann so virale Trends wie "Cats scared of Cucumbers", also ob Katzen wirklich Angst vor Gurken haben. Ich weiß nicht, ob Sie das gesehen haben? 

 

Nein, davon hab ich noch nie gehört. 

Solche Fragen kann man ihr dann stellen. Dann gibt es noch eine Künstlergruppe, die Katzmonauten, die Katzen vor einer Weltraumtapete hochgeworfen und fotografiert haben. Die stellen ihre Arbeit aus. Aber hauptsächlich soll es ein Filmfestival mit Verleihung sein. Moderieren wird Katja Berlin, die das Buch „Cat Content: SMS von meinem Kater“ geschrieben hat. 

 

Klingt nach einem außergewöhnlichen Konzept. 

Ja, ich finde, dass Netzkultur die neue Popkultur ist und es ist wichtig, diese Themen zu behandeln. Solche Sachen werden ja immer abwertend als Trashkultur bezeichnet und natürlich ist auch viel Trashiges mit dabei. Aber diese Katzenvideos sind ja mittlerweile zu einem globalen Insider-Gag geworden und da entsteht extrem viel Neues, Spannendes.

 

Die deutschen Katzenvideos, die wir bisher angeschaut haben, sind ja nicht so spannend wie die aus den USA...

Ja, das habe ich jetzt schon öfter gehört. Das Problem ist, es gibt viel zu viel davon – allein auf Youtube mehrere hundert Stunden neue Katzenvideos pro Minute. Deswegen ist es wichtig, als Kurator eine erste Auswahl zu treffen. Auf dem Festival werden wir dann auch nur die besten 15 Videos anschauen, bevor dann der goldene Kratzbaum verliehen wird.

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