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Ich will eine eigene Website. Was muss ich beachten?

Muss man, nur weil man einen eigenen, individuellen Webauftritt möchte, gleich für viel Geld einen Webdesigner beauftragen? Nein. Das Lexikon des guten Lebens zeigt dir, wie es anders geht.
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Ganz vorne steht die Auswahl des Domain-Namens für deine Website. Der muss gut überlegt sein und sollte dir am besten auch in ein paar Jahren noch gefallen. Ein guter Domain-Name ist wie ein hübsches Klingelschild mit wohlklingendem Namen. Bei Anbietern wie beispielsweise 1&1, Strato oder United Domains kannst du prüfen, ob deine Wunschdomain noch verfügbar ist und dir diese sichern. Inklusive eigener eMail-Adresse à la meinname@meinedomain.de kostet dich das etwa 12 Euro pro Jahr. Klar, dass vor allem Domains mit .de, .com oder .org-Endung begehrt sind und es als Hans/Helga Müller schwierig wird noch eine freie Domain zu bekommen. Mit ein wenig Glück kannst Du über das sogenannte Whois-Verzeichnis die Kontaktdaten des Besitzers herausfinden und versuchen ihm die Domain zu einem hoffentlich nicht horrenden Preis abzukaufen.

Nun folgt die Wahl der Plattform, auf der deine Website laufen soll. Zuallererst brauchst Du eine grobe Vorstellung davon, was Dein neues digitales Zuhause eigentlich abbilden soll: Dein Arbeitszimmer, dein Atelier, deinen Band-Proberaum, deinen Tante-Emma-Laden oder dein Heimlabor? Die nächste Frage, die Du dir stellen solltest, ist die, ob du dich in bester Do-it-yourself-Manier selbst an den Bau deiner Website wagen möchtest. Mit normalen Computerkenntnissen und ein wenig Zeit und Muße sollte das zu schaffen sein. Den Rohbau liefern schon Plattformen wie Tumblr, Jimdo, Blogger, Posterous oder Squarespace, sodass du dich nur noch um den Innenausbau kümmern musst. Nach der Anmeldung bei einer dieser Plattformen hast Du die Möglichkeit, Dich für ein Theme zu entscheiden. Diese gibt es für alle möglichen Anwendungsfälle: Blogs, Portfolios oder Unternehmenswebsites. Dieser Schritt ist wie die Wahl für ein Fertighaus – nur noch die Tapeten kleben musst Du selber. Integrierte WYSIWYG-Editoren ('What you see is what you get') erlauben es dir auch ohne HTML-Kenntnisse dein Theme hinsichtlich Logos, Hintergründen, Farben, Schriften und oftmals auch Social Media-Integration in begrenztem Maße anzupassen. Viele dieser Themes sind kostenlos, Premium-Themes mit mehr Einstellungs-Optionen sind für etwa 10 bis 50 Euro erhältlich.

Solltest Du keine Sonderwünsche haben, ist deine Website jetzt fertig, ohne auch nur eine Zeile Code berührt zu haben. Glückwunsch!

Wenn du eine Lieblingsschrift hast oder die Corporate Identity deines Projekts andere Schriften vorsieht als die, welche dir in dem Theme zur Auswahl gestellt werden, gibt es dafür auch eine Lösung. Eine Vielzahl an Schriften, die sich mittels des plattformeigenen HTML-Editors einbinden lassen, findest du bei Google Webfonts oder Typekit. Hierfür sind minimale HTML-Kenntnisse notwendig. Wenn du irgendwo auf eine Schrift gestoßen bist, die dir zusagt, aber du nicht weißt wie sie heißt, kannst du einen Screenshot machen und ihn bei WhatTheFont hochladen. Das funktioniert ähnlich wie diese Musik-App für das Smartphone, die per Hörprobe den Interpreten und den Titel eines gesuchten Liedes mitteilt. Nicht zu unterschätzen ist auch die Wahl der richtigen Farben. Adobe Kuler, Colorotate oder Color Scheme Designer helfen Dir dabei, ein stimmiges Farbschema zu finden und liefern auch gleich dazu den passenden HEX-Code (z.B. Schwarz entspricht #000000 und weiß #FFFFFF). Falls du vorhast ein Blog zu führen, stehst du vor der Wahl zwischen den oben aufgeführten Microblogging-Plattformen und umfangreichen Content Management Systemen (CMS) wie WordPress oder Typo3. Der Vorteil von Microblogging-Plattformen: Du brauchst dir viel weniger Gedanken machen. Du brauchst keinen Webspace (PHP-Friends, bplaced, uberspace), du brauchst keinen FTP-Client (FileZilla, Cyberduck), es ist nicht dein Traffic, du muss keine Updates einspielen.

Microblogging-Dienste wie Tumblr nehmen einem den Schrecken vor dem Vorgang des Bloggens, denn die einfache Wahl einer Postart, ob Text, Bild, Audio, Video, Chat, Zitat, Link laden einen dazu ein häufiger zu posten. Der Community-Gedanke ist größer, man kann liken, rebloggen, Nachrichten senden, es gibt ein Dashboard. Auch sind die mobilen Apps (Android, iOS) wesentlich komfortabler zu bedienen. Der Nachteil: Die Daten liegen nicht bei dir auf der Festplatte und der Umzug auf eine andere Plattform könnte sich als sehr schwierig erweisen.

Markus Okur, 24, beschäftigt sich schon seitdem er mit 16 angefangen hat zu bloggen mit HTML-Kram und wird von seinen Freunden immer als Webdesigner missbraucht.

Fünf Tipps, die dir helfen dein Website-Projekt zu realisieren 1. Selber bauen oder bauen lassen: Sich durch Template-Galerien klicken und Themes auf seine speziellen Bedüfnisse hinbiegen ist manchmal etwas zeitaufwendig und erfordert ein wenig technisches Verständnis.

2. Microblogging oder CMS: Microblogging-Dienste wie z.B. Tumblr sind eine Art goldener Käfig: Posts lassen sich schnell und einfach erstellen, die Plattform bietet viele Möglichkeiten zur sozialen Interaktion, doch die Einstellungsmöglichkeiten sind begrenzt. CMS bieten mehr Funktionen, doch können gerade Anfänger überfordern.

3. HTML lernen: Auf selfhtml.org kann man sich gut in die Materie einlesen, um die kleinere Anpassungen selber vorzunehmen. Und auf Codeacademy ist es möglich, Schritt für Schritt sogar mit Freunden zusammen programmieren zu lernen und seine Lernfortschritte zu vergleichen.

4. Fleißaufgaben: Falls du Ambitionen hast, im Web-Development-Bereich tiefer einzusteigen, empfiehlt sich das in den Google Chrome-Browser integrierte Developer-Tool-Feature 'Inspect Elements' oder das Firefox-Add-On Web Developer. Damit ist es ein Leichtes, HTML-, JavaScript- oder CSS-Code einer beliebigen Website auszulesen und mehr darüber zu erfahren, wie sie programmiert wurde.

5. Programmierer finden: Du hast ein umfangreicheres Projekt, aber keine Ahnung, wo du Programmierer herbekommst? Bei 99designs oder Twago hast Du die Möglichkeit einen eigenen Design-Wettbewerb zu starten und online einen passenden Freelancer oder eine Agentur für dein Projekt finden. Du erstellst ein erstes Briefing mit Preisvorstellung, interessierte Designer reichen Entwürfe ein, du gibst ihnen Feedback und zum Schluss kürst du dein Lieblings-Design zum Gewinner und erteilst den Auftrag.

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