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Was gehört in jeden guten Haushalt?

Zum Start des Wintersemesters an den Hochschulen: Einrichtungstipps aus dem Lexikon des guten Lebens.
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Neulich bekam ich Besuch von einer Freundin. Wir wollten zusammen einen Kaffee trinken. Plötzlich gefiel mir der Gedanke, zum Kaffee auch ein Stück Kuchen zu reichen. Einen richtigen Kuchen. Selbst gebacken. Ich erkannte mich nicht wieder. Noch nie hatte ich einen Kuchen gebacken, geschweige denn darüber nachgedacht. Meine Idee verlief jedoch leider ergebnislos, denn ich besitze weder Back- noch Auflaufform. „In jeden guten Haushalt gehört eine Auflaufform“, sagte daraufhin mein Freund. Ich hatte Hunger auf Kuchen und war demnach bereit ihm recht zu geben. Doch ist das wahr? Erkennt man einen gut ausgestatteten Haushalt daran, dass man eine Backform besitzt?  

„Was in einen Haushalt gehört, hängt natürlich von der aktuellen Lebenssituation und den finanziellen Möglichkeiten ab. Ein paar Dinge für die Küche, die Wäschepflege und natürlich die Haus-und die Wohnungspflege sollten natürlich alle Leute besitzen“, sagt Cornelia Ahlers, staatlich geprüfte Meisterin der städtischen Hauswirtschaft aus Rodgau.  

Ich blicke zurück auf meine ersten Studiensemester. Damals wohnte ich allein in einer 25 Quadratmeter kleinen Einzimmerwohnung. In der Küche konnte man sich nicht zu zweit aufhalten. Aber ich hatte einen edlen Gasherd- den ich jedoch die ersten vier Wochen nicht benutzte, weil mir jemand an der Uni schreckliche Geschichten über Gasexplosionen erzählt hatte. Aber ich besaß die tollste Erfindung überhaupt, die gewährleistete, dass ich nicht verhungerte. Die Mikrowelle.  

„Meine Einstellung zur Mikrowelle ist positiv“, sagt auch Cornelia Ahlers, „Eine schädigende Wirkung hätte sich in ca. 30 Jahren Marktpräsenz sicher schon gezeigt und die Teile wären verboten. Ich glaube auch nicht, dass die UKW-Wellen die Nahrung schädigen. Für jede Haushaltsgröße ist sie ideal zum Auftauen, Aufwärmen und zum Garen von Gemüse, Fisch und hellem Fleisch. Mit dem geeigeneten Kochgeschirr für die Mikrowelle kann mal wirklich lecker und gesund Mahlzeiten zubereiten.“  

Demnach zog die Mikrowelle auch mit in meine neue WG. Dort wurde sie begeistert von meinen Mitbewohnern empfangen. Dann kaufte mein Mitbewohner einen kleinen Ofen, der zum Aufbacken von Pizza diente. Er verdrängte die Mikrowelle von ihrer Position und blieb lange Zeit unangefochten der Star der Wohnung. Bis unsere Mitbewohnerin nach einem Wochenendbesuch zu Hause eine Spülmaschine mitbrachte. Die Freude war unbändig, der WG-Frieden von nun an gerettet. Insgesamt waren wir nun also eine WG, die zwar das Luxusgut Spülmaschine besaß, jedoch ansonsten eher mittelmäßig ausgestattet war. Zwar besaßen wir Besteck, Teller und Tasscn, aber an sonstigen Küchenutensilien mangelte es: „In der Küche benötigt man die meisten Dinge. Unter anderem einen Wasserkocher, eine Kaffeemaschine, eine Teekanne, einen Dosenöffner, einen Flaschenöffner, einen Flaschenverschluss, eine Schere, ein Handrührgerät, eine Waage, ein Sieb, einen Messbecher, Schüsseln für Aufbewahrung, eine Butterdose, ein Messerset und Schneidebrett, einen Kochlöffel, einen Schöpflöffel und einen Pfannenwender.“ Von all diesen Dingen besaßen wir etwa ein Drittel.  

Vor einiger Zeit bin ich mit meinem Freund zusammengezogen. Erst dann wurde mir richtig bewusst, was mir in meinen alten Wohnungen gefehlt hatte. Immer, wenn wir kochen, bittet er mich ihm bestimmte Dinge anzureichen. Ich komme mir vor wie die OP-Schwester. Meistens muss ich passen: Haben wir nicht! Dafür haben wir viele tolle und wirklich unnütze Dinge in unserem Besitz, unter anderem sogar ein Austern-Messer. Eine Mikrowelle haben wir nicht. Bei meinem letzten Umzug musste ich sie in der alten WG zurücklassen. Sie passte nicht mehr in den Umzugswagen. Ich vermisse sie sehnsüchtig. Und sei es nur, um mein Körnerkissen aufzuwärmen. Ich werde sie von meinen Ex-Mitbewohnern zurückverlangen.  

Die Antwort von Marie-Charlotte Maas, 26. Kauft mittlerweile ebenso gerne technische Geräte und Gegenstände für die Wohnung wie neue Klamotten.       Fünf Tipps für einen anständigen Haushalt:

1. Welche Gegenstände man besitzen sollte, hängt natürlich von der finanziellen Situation und von den aktuellen Lebensumständen ab. Lebe ich alleine, mit Kindern oder mit meinem Partner zusammen? Dennoch gibt es Dinge, die in keinem Haushalt fehlen sollten und die zur Grundausstattung gehören.

2. Für die Haus-und Wohnungspflege benötigt man laut Expertin: Staubsauger, Besen, Kehrblech und Feger, zwei Eimer, Staubtücher, Mikrofasertücher, Bodenwischer, Spülbürste, Topfschwämme, Fensterabzieher und eine Toiletten-Bürste.

3. Für die Pflege der Wäsche: Waschmaschine, Trockner, Wäscheständer oder Leine, Klammern, Kunststoffkleiderbügel, Bügelbrett, Bügeleisen, Kleiderbürste und Nähzeug.

4. In der Küche braucht man die meisten Gegenstände: Gläser, Service, Tassen, Teller , Besteck, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Teekanne, Stövchen, Mikrowelle mit passendem Geschirr, Dosenöffner, Flaschenöffner, Flaschenverschluss, Schere, Handrührgerät, Waage, Sieb, Messbecher, Schüsseln, Behälter für Aufbewahrung der Trockenvorräte, Butterdose, Brotbox, Pfannen, Töpfe in verschieden Größen, Messerset und Schneidebrett, Kochlöffel, Schöpflöffel, Pfannenwender, Schaumlöffel und  Schneebesen.

5. Was oft vergessen wird: Eine Trittleiter und Werkzeug wie Hammer, Phasenprüfer, Zange, Schraubenzieher,  Nägel, Schrauben und Dübel

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