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Was kann ich gegen Flugangst tun?

Endlich geht es in den lang ersehnten Urlaub! Aber was tun gegen das schreckliche Gefühl in der Magengegend, das sich beim Gedanken ans Fliegen ausbreitet? Das Lexikon des guten Lebens weiß Rat.
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Die einen sitzen schon beim Starten völlig entspannt in ihrem Sitz, lesen Zeitung oder schlafen sogar. Andere, so auch ich, wirken nicht ganz so lässig. Früher mochte ich Fliegen. Bis ich eines Tages auf einem Langstreckenflug über den Himalaya geflogen bin. Die Stewardessen purzelten durch die Gegend, genauso wie die Getränke und das Essen. Ich dachte nur noch: „So, das ist jetzt das Ende". Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, die Nervosität ist mir aber bis heute geblieben.

„Die meisten haben Angst vor dem Kontrollverlust, sie müssen das Lenkrad abgeben", erklärt Dieter Schiebel, zertifizierter Dozent für Angst- und Stressbewältigung. Der Diplom-Ingenieur leitet Seminare gegen Flugangst, die in ganz Deutschland angeboten werden. Das Besondere: Zum Schluss fliegen die Teilnehmer bei einem Kurzstreckenflug mit, damit sie sich danach sicherer fühlen. Die Angst vor dem Fliegen ist eine erlernte. „Es handelt sich dabei um eine Angst vor der Angst, dass es einem wieder schlecht geht", so Schiebel. „Man muss sie konfrontieren. Sonst wird es nur noch schlimmer." Manche haben solche Angst vor dem Fliegen, dass sie es einfach nicht mehr tun. Das sei jedoch nur Verdrängung. Man müsse verstehen lernen, wie Angst entstehe und funktioniere, erklärt der Seminarleiter. „Man sollte sich einfach denken, dass es okay ist, dass man Angst hat. Wenn man sich das eingesteht, gehen unangenehme Symptome wie Schweißausbrüche oder Verdauungsprobleme schon mal ein bisschen zurück", sagt Dieter Schiebel. „Man muss außerdem einfach akzeptieren, dass man bei Turbulenzen oder Ähnlichem wirklich überhaupt keine Möglichkeit hat, einzugreifen", erklärt er.

Wer zu Medikamenten wie zum Beispiel Valium greift und denkt, dass die Sache damit gegessen ist, liegt leider falsch. „Durch den Druckunterschied oben in der Maschine verschlimmern diese Tabletten den Zustand eigentlich nur", meint Dieter Schiebel. Die Tabletten verdrängen die Angst nur, bekämpfen sie aber nicht. Wenn normale Entspannungstechniken nicht helfen, kann man immer noch Baldrian nehmen. Und wenn man im Flugzeug nicht gern isst, sollte man sich ein oder zwei Schokoriegel einpacken. „Sonst sinkt der Blutzuckerspiegel und es geht einem nicht so gut, was dann wieder auf die Angst geschoben wird", erklärt der Seminarleiter.

Ansonsten hilft es, wenn man kleine Dinge beachtet, wie zum Beispiel, dass man lockere Kleidung trägt. „Die darf nicht zu eng sein", sagt Dieter Schiebel. Von Alkohol sollte man vor und während des Fluges lieber die Finger lassen. Was auch empfehlenswert ist: eine CD mit Entspannungsmusik. „Leute, die sich entspannen, haben keine Angst", so Schiebel. Auch Methoden wie autogenes Training oder Progressive Muskel-Relaxation können weiterhelfen. Und was wirklich jeder tun kann: genügend Zeit vor dem Flug einplanen. Denn wenn Stau vor dem Flughafen herrscht, wird die Flugangst durch den Stress vielleicht noch größer.

Laurie Hilbig (22) ist seit dem letzten Flug mit Turbulenzen nicht mehr über den Himalaya geflogen, erholt sich aber langsam von ihrem Schock. Denn eigentlich ist es doch viel zu schade, sich tolle Orte am anderen Ende der Welt entgehen zu lassen, weil einem das Verkehrsmittel dazu nicht ganz geheuer ist.

5 Tipps, die einem helfen, entspannt ins Flugzeug zu steigen:

1. Akzeptieren, dass man Angst hat und den Mut haben, sich ihr zu stellen. Sie zu unterdrücken macht es noch schlimmer.

2. Mal Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Progressive Muskel-Relaxation ausprobieren - denn entspannte Menschen bekommen keine Angstzustände.

3. Etwas Leichtes essen, nichts, was schwer im Magen liegt. Wenn gar nichts geht, ein oder zwei
Schokoriegel mitnehmen, damit der Blutzuckerspiegel nicht in den Keller fällt.

4. Beruhigungstabletten wie Valium weglassen. Wenn keine Ablenkung mehr hilft, kann man es noch mit Baldrian probieren.

5. Akzeptieren, dass man bei Turbulenzen oder Ähnlichem nichts tun kann.

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