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Jungs, was sind eure Schönheitsmakel?

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches versteht man einfach nicht bei denen. Heute: Männliche Schönheitsfehler
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Vor einiger Zeit habt ihr uns einmal gefragt, was es eigentlich mit unseren Schönheitskomplexen auf sich hat. Eure Frage ging davon aus, dass wir Mädchen selten ganzheitlich mit unserem Aussehen zufrieden seien. Wir fürchteten ständig, unter gewissen Schönheitsmakeln zu leiden, zum Beispiel: Breite Schultern. Wir konnten euch damals nicht sagen, warum wir einige Dinge mehr fürchten, andere weniger. Fakt sei, schrieben wir, dass in unseren Köpfen eine Art Liste gefürchteter Schönheitsfehler existiert, von denen wir dringend verschont bleiben möchten - oder die wir, sofern wir sie doch besitzen, lieber verborgen wissen möchten. Wir zählten euch diese Liste auf und unter Haaren auf den Zehen waren da zum Beispiel große, fettige Poren und dicke Fesseln vertreten.

Lange haben wir euch nicht zurückgefragt, wie diese Liste bei euch eigentlich aussieht und deshalb wollen wir das jetzt nachholen. Aus Erinnerungen an Schwimmbadnachmittage in der Schulzeit wissen wir zum Beispiel noch ganz genau: Ihr Jungs fürchtet zum Beispiel Haare auf dem Rücken. Es gibt sie also auch bei euch, diese Liste der Eitelkeiten. Sagt es uns: Was gilt an einem Männerkörper als unschick? Was habt ihr für Eitelkeitsprobleme, was fürchtet ihr so, was gilt unter euch als vermeintlich unsexy?

Auf der nächsten Seite liest du die Jungsantwort.


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Die Jungsantwort

 Erstmal muss wohl festgestellt werden, dass Männer insgesamt immer noch unkritischer mit ihren Körperzonks umgehen als Frauen. Anders kann ich mir jedenfalls das durchschnittliche Männer-Erscheinungsbild in deutschen Fußgängerzonen und an den diversen Neckermann-Urlaubsparadiesen nicht erklären. Es gibt eben was Wichtigeres als Haare aus den Ohren, sagt sich der deutsche Mann und meint damit bestimmt die Industrialisierung oder den Frieden in Nahost. Wer zu viel an derlei Dingen herumjammert, gilt immer noch schnell als eitel oder sonst wie verzogen, da kann David Beckham noch so lange an der Bushaltestelle seinen gepflegten Trimmstein in die Gegend halten. Aber natürlich gibt es Sachen, vor denen wir Angst haben, nicht zuletzt, weil wir wissen, dass sie bei euch gar nicht auf Gegenliebe treffen. Die Gewichtung mag unterschiedlich sein, ich fang mal an mit: 

Zu wenige Haare
Das ist eigentlich paradox, weil es ja genügend attraktive Männer mit sehr wenigen oder gar keinen Haaren gibt. Trotzdem ist die raumgreifende Geheimratsecke oder noch schlimmer, die sich hinten lichtende Fontanelle, eine krisenhafte Zeit im Leben eines Mannes. Schließlich ist ein Körperteil, das sich für immer verabschiedet etwas, das uns daran erinnert, dass wir irgendwann in die Grube fahren und nicht mehr zu den ganz jungen Typen gehören. Also, tut weh. Eine Sonderform der Haarlosigkeit betrifft diejenigen, die gerne einen topmännlichen Bart hätten, denen aber nur eine löchrige Grasnarbe rund ums Kinn beschert ist.  

Zu dicker Bauch
Wurde ja schon genüg drüber geschrieben, bleibt nur so viel – Männer sind noch deutlich besser darin, eine schwellende Vorhalbkugel zu ignorieren. Schließlich: „Ich mach doch Sport, ich fahr immer Fahrrad, ich kann überhaupt keinen Bauch haben!“ Dazu vorm Spiegel immer schön Bauch einziehen, solange bis irgendwann doch nur das XXL-T-Shirt noch einigermaßen fällt. Oweh, dann ist es meistens auch zu spät. Also haben wir vor allem große Angst davor, tatsächlich die Strafe für das Biertrinken zu spät zu bemerken.

Zu viele Haare
Das ist klar etwas, das erst durch weibliche Einmischung so richtig in unseren Fokus gerückt ist. Ich meine, Nasenhaarschneider! Das ist doch kein würdiges Gerät für einen Mann. Es ziept außerdem. Unsere Väter hätten derlei noch nicht für nötig erachtet, wir aber beäugen mit zunehmender Akribie was da aus Nase und Ohr wächst und wohin die Augenbrauen flüchten wollen. Alles Zeichen von beginnender Vergroßvaterung, deswegen: runter und raus damit. Nicht wenige entschließen sich dann gleich zur großflächigen Körperentpelzung, ein vorauseilender Gehorsam, damit im Bett auch bestimmt keine Kritikpunkte übrig sind. Wir freuen uns schon auf den 60. Geburtstag, danach darf nämlich alles sprießen, das gilt dann als typisch.  

Geräusche
Mich persönlich ekelt an anderen Männer so ein gewisser, äh, ständiger Männerlärm. Je älter und beleibter, desto mehr wird da bei jedem Schritt geprustet und geschnauft, nach jedem Schluck „Aaaaahhh“ und „Schmatzschleck!“, jedes Husten wird zu einem mittleren Auswurf. Das ist so schlimm, ich kann es mir nicht anders vorstellen, als dass sich diese Soundkulisse unbemerkt einschleicht. Riesenangst also: Selbst irgendwann so geräuschvoll durch die Welt zu manövrieren.  

Zu klein
Das ist in vielen Männerbiographien ein wunder Punkt. Die einen sind sich von jeher zu kurz geraten und kämpfen fortan damit. Bekanntermaßen machen kleine Männer durch besonders forsches, lautes Auftreten feat. Jähzorn etc. die Sache wieder wett, aber das zeigt eigentlich auch nur, wie sehr ein Komplex droht, wenn das Mindestmaß nicht erreicht wird. Drei Kreuze schlägt also jeder Mann heimlich, wenn er die 1,78 m passiert hat. Dann gibt es das zu klein, über das seit jeher am Frauentag in der Sauna diskutiert wird. Zumindest denken wir das. Nein, zumindest wird uns das immer wieder nahegelegt, das zu denken. Wer einen prächtigen Durchschnittspenis hat, findet ihn zumindest gelegentlich zu klein. Es ist eine ungerechte, doofe Angst mit der man sich auch nicht gut mitteilen kann – glücklicherweise wird sie in den seltensten Fällen von Frauen außerhalb der Damensauna als berechtigt eingeordnet. 

Streicholzigkeit
 „Laare Hosn“ sagt man in Bayern. Es meint nicht den schlanken Mann sondern das, was noch davor kommt: Den staksigen Schlacks, der mit seinem Körper herumschwankt wie ein Grashalm, die dünnen Arme hängen runter wie nachträglich angeschraubt. Das Schlimmste dabei ist tatsächlich die Hose, in der nichts drin ist und die deswegen mit welkendem Bund viel zu hoch über der Hüfte schlottert. Das sieht einfach blöd aus, unfertig, unbelastbar, hohl.  

Zu kurze Arme
Erklärt sich ja von selbst. Ein Mann braucht gute Arme, sie müssen nicht supermuskulös sein, aber sie sollen schön kräftig am Bergseil ziehen können oder zum Truckfenster raushängen. Zu kurze Arme sind eine fiese Sache, nicht nur weil Hemden und Jackets daran immer komisch aussehen, sondern weil man mit ihnen auch immer nur wedeln kann und nie markant in die Ferne zeigen.    

Adamsapfel
Keine Frage, ein britischer Songwriter dessen Adamsapfel beim Singen gelegentlich signifikant zu Tage tritt, kann durchaus sexy sein. In realiter erlebt man aber ausgeprägte Adamsäpfel vor allem an hochgeschossenen und rotbackigen Computernerds - und da sind die glucksenden Golfbälle unterm Rasierbrand doch ein eher verzichtbares Accessoire.

fabian-fuchs

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