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82-Jährige verpasst ihrem Enkel eine Platzwunde am Kopf

Sie hielt ihn für einen Enkeltrick-Betrüger und lauerte ihm mit einem Schuhspanner auf.
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    Foto: dpa

Man sitzt im Zug, um zu Freunden zu fahren, greift nach seinem Geldbeutel, kurzer Check, ob man genug dabeihat, und stellt fest: Mist, daheim liegen gelassen. Ein Szenario, das jeder kennen dürfte. Das ständig irgendwo passiert.

 

Vergangenen Donnerstag unter anderem in Kassel, wie das regionale Boulevardmagazin 112-magazin berichtet. Ein 22-jähriger Student sitzt dort abends in der Bahn, will Freunde in Bad Arolsen besuchen. Als er bemerkt, dass er seinen Geldbeutel vergessen hat, ruft er seine Großmutter an. Sie wohnt dort, vielleicht kann sie ihm für den Abend etwas leihen. Sie nimmt den Anruf an, legt aber wieder auf. Der Student ruft noch mal an, die Großmutter legt wieder auf.

 

In Bad Arolsen angekommen, macht sich der junge Mann auf den Weg zu ihr. Er klingelt an der Haustür, möchte der 82-Jährigen seine missliche Situation persönlich erklären. Und wieder: keine Reaktion. Der Student macht sich inzwischen Sorgen, vielleicht ist seiner Oma etwas zugestoßen, er klopft energisch gegen die Tür und zack, haut ihm die Großmutter laut 112-magazin mit einem hölzernen Schuhspanner auf den Kopf.

 

Was der Enkel nicht wusste: Seine Großmutter hielt ihn für einen Betrüger. Sie dachte, dass Kriminelle den Enkeltrick bei ihr anzuwenden versuchen – und wollte sich entsprechend wehren. Ihr Enkel flüchtete, um weiteren Schlägen mit dem Schuhspanner zu entkommen, und musste wegen einer Platzwunde am Kopf behandelt werden. Hinterher konnte er den Vorfall mit seiner Oma klären.

 

 

Die Jetzt-Redaktion hat versucht, die Polizei in Bad Arolsen zu dem Fall zu sprechen. Den Beamten ist die Berichterstattung dazu zwar bekannt, sie wurden vergangenen Donnerstag aber nicht zur Wohnung der Großmutter gerufen, weshalb sie keine weiteren Angaben dazu machen konnten.

 

Der sogenannte Enkeltrick ist eine der häufigsten und perfidesten Trickbetrügereien der vergangenen Jahre. Die Täter rufen bei Senioren an, geben sich als deren Enkel aus und behaupten, in finanzieller Not zu sein, um so an Bargeld oder Wertgegenstände zu kommen. Dabei entsteht nicht nur ein großer finanzieller Schaden, sondern oft auch ein psychischer, da der Enkeltrick die Opfer schwer verunsichert und sie in der Folge sehr große Scham verspüren.

 

jwh

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