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Der Grünen-Wähler hatte schon mal Sex im Flugzeug

Und andere Erkenntnisse aus absurden Wahlumfragen.
Von Nadja Schlüter
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    Illustration: Daniela Rudolf

Wie ist der typische SPD-Wähler drauf? Wie tickt einer, der bei der AfD sein Kreuzchen macht? Welche Menschen wählen die Linke? Wir alle wollen das gerne wissen und Wähler fein säuberlich in Schubladen stecken – unter anderem, um dann sagen zu können: „Stimmt überhaupt nicht, ich wähle dasselbe, bin aber GANZ ANDERS!“

Zahlreiche Umfragen und Studien helfen bei der Schubladisierung und verraten uns  zum Beispiel, welches Haushaltseinkommen oder welchen Schulabschluss die Wähler welcher Partei haben, ob sie eher in der Stadt oder auf dem Land leben oder welches Geschlecht sie haben. Das ist schön und gut – aber es ist einfach nicht alltäglich genug. Eigentlich wollen wir doch gar nicht wissen, wie es auf dem Zeugnis oder dem Konto des Wählers aussieht, sondern wie in seinem Bett oder Wohnzimmer. Wir wollen wissen, mit wem die Wähler der Grünen schlafen, welche Fernsehsender FDP-Wähler mögen und welches Auto CSU-Anhänger fahren.

 

Wenn man ein bisschen sucht, findet man zum Glück auch solche Informationen. Tausend Dank also an alle, die Studien zum Wahlverhalten und der Parteipräferenz der Deutschen im Zusammenhang mit ihrem Liebesleben, ihren Mode-, Alkohol, Fernseh- und Lektüre-Vorlieben, ihren Lieblingsautomarken, ihrem liebsten Verkehrsmittel oder gar ihrer Haarfarbe durchgeführt haben. Die Ergebnisse sind nicht alle brandneu, aber dennoch interessant. Und wir haben uns daraus sechs Wähler-Stereotypen gebastelt. Ein Hoch auf die Schubladisierung!

 

1. SPD:

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    Illustration: Daniela Rudolf

In seinem Hyundai und in eine italienische Modemarke gekleidet fährt er zum Einkaufen. Daheim setzt er sich mit einem Bourbon oder einem Sahnelikör vor den Fernseher und schaut die Lotto-Zahlen im ZDF an oder blättert in einer Fußballzeitschrift. Neben ihm sitzt sein Partner, der vielleicht sogar CDU wählt und der gleichzeitig sein bester Freund ist. Oder sein bester Freund, mit dem er auch schon mal Sex hatte. Freundschaft ist ihm eben wichtiger als alles andere.

 

2. CDU / CSU

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    Illustration: Daniela Rudolf

Er ist ein blonder Mann in einer Burberry-Jacke und hat mit einem Kniefall um die Hand seines Ehepartners angehalten, der beruflich erfolgreich ist und sicher nicht Die Linke wählt. Er ist gar nicht mal sooo supergesund, aber spült sein Getriebe einfach ab und zu mit Aquavit oder einem irischen Whiskey durch. Bahnfahren mag er nicht, er nimmt lieber den Audi. Dafür mag er Schlager. Und seine Kinder.

3. Die Linke

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    Illustration: Daniela Rudolf

Er lebt mit einem tiefgründigen Handwerker (oder einer Politikerin) zusammen, mit dem er intellektuelle Gespräche führt und der nicht CDU wählt. Gemeinsam trinken sie Gin, Weinbrand oder Calvados und zappen zwischen ZDF und Kabel 1 hin und her, während er Zugtickets auf dem Handy bucht. Beruflicher Erfolg ist ihm nicht so wichtig. Sex auch nicht. Da trifft es sich ganz gut, dass er sowieso keine Kinder will.

 

4. Die Grünen

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    Illustration: Daniela Rudolf

Sie ist eine rothaarige, topfitte Frau, die viel persönlichen Freiraum braucht und ihre Bahntickets gerne ausdruckt. Im Zug holt sie ein Wissenschafts- oder Lifestyle-Magazin aus ihrer Gucci-Tasche, und wenn sie da angekommen ist, wo sie hinwollte, stößt sie mit Ouzo an. Ihr Partner ist Architekt, optisch eigentlich gar nicht ihr Typ und sie hatten schon mal einen Dreier. Und Sex im Flugzeug. Und waren bei der Paartherapie. Dafür sind sie nämlich ganz offen. Danach ist sie für ihn Vegetarierin geworden.

 

5. FDP

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    Illustration: Daniela Rudolf

Er mag Trickfilme. Am liebsten die auf Kabel1. In seiner Beziehung verdient er besser als sein Partner, wobei der auch ziemlich erfolgreich ist und außerdem gut aussieht. Da hat er bei der Auswahl drauf geachtet, Außenwirkung ist ihm wichtig. Nach dem ersten Date hatten sie gleich Sex, außerdem auch schon mal am Strand. Falls auch im Auto, dann ganz sicher nicht in einem Fiat und wahrscheinlich in einem Mercedes oder BMW. Fremdgegangen ist er auch schon, dafür aber auch nicht nachtragend, wenn der Partner das auch mal macht. Er trinkt dann einfach einen Grappa, liest was über Finanzen und schaut seine Trickfilme.

6. AfD

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    Illustration: Daniela Rudolf

Er ist bereit, sich für den Partner äußerlich zu verändern – solange der Sex stimmt und auch mal im Auto (Fiat, Opel oder Ford) oder einer Umkleidekabine stattfindet. Sollte das nicht der Fall sein, trennt er sich. Ohne Paartherapie, so was findet er doof. Er ist sich aber eh sicher, dass er schon bald jemand Neues gefunden haben wird. Eine Fernbeziehung bestreitet er dann mit dem Flugzeug. Zugfahren findet er nämlich blöd. 

 

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