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Das Homeland-ABC

Endlich läuft "Homeland" auch im deutschen TV. Zur Einstimmung findest du hier die wichtigsten Fakten von A bis Z.
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Agenten
Im Zentrum der Serie stehen die Terrorbekämpfer der CIA. Menschen, die alles dafür tun, ihr Land vor einem weiteren 11. September zu bewahren. Die Agentenfiguren in "Homeland" sind aber alles andere als eindimensionale Superhelden. In einem Moment erscheinen sie weise und aufrecht, im nächsten skrupellos und psychisch wie moralisch vollkommen von der Rolle.    

Brody
Sergeant Nicholas Brody, kurz Brody – selbst seine Frau spricht ihn mit seinem Nachnamen an – war jahrelang in Al-Quaida-Kerkern eingesperrt, jetzt wurde er befreit und kommt als Kriegsheld zurück. Und als Veteran, der in Gefangenschaft zum Islam konvertiert ist und sichtlich damit zu kämpfen hat, dass das Leben zu Hause ohne ihn weitergegangen ist. Seinen Sohn kennt er kaum, seine Frau glaubte ihn tot, sein bester Freund tröstete sie über den Verlust hinweg und wurde ihr neuer Liebhaber. Er reagiert auf diese Situation, nun ja, sagen wir: nicht immer souverän und nachvollziehbar. An keiner Stelle der Serie weiß man als Zuschauer, ob man Brody mögen oder hassen soll.  



Carrie Mathison
Während sich die Politiker schon überlegen, wie sie den Helden Brody für ihre Zwecke instrumentalisieren können, ist sich CIA-Agentin Carrie sicher: Brody ist als Feind seiner Heimat zurückgekommen. Sie hat Informationen, dass ein US-Soldat „umgedreht“ und von Al-Qaida als Attentäter angeheuert wurde. Für sie steht fest, dass Brody dieser Attentäter ist, und sie entwickelt eine an Wahnsinn grenzende Besessenheit in dem Willen, ihn zu überführen. Nur ist sie ziemlich allein mit ihrer Ansicht: Der Rest des Landes ist damit beschäftigt, Brody als Nationalhelden zu feiern.      

Danes, Claire
Ja, diese besessene Carrie Mathison wird tatsächlich von Claire Danes gespielt. Der Claire Danes, die die meisten von uns vor allem als Julia aus der "Romeo und Julia"-Verfilmung mit Leonardo DiCaprio in Erinnerung haben. Dass sie die Schauspielerei so wahnsinnig gut beherrscht, hat zwischenzeitlich wohl kaum jemand bemerkt, sonst hätte es super Erste-Liga-Rollenangebote nur so hageln müssen.    

Emmy-Abräumer
In den vergangenen vier Jahren hatte die Serie „Mad Men“ bei den Verleihungen des begehrtesten Fernsehpreises der Welt ein Abo auf die Auszeichnung für die beste Drama-Serie. Im September fand dieser Siegeszug ein Ende. Der Thronräuber: "Homeland". Die Preise-Gesamtbilanz beläuft sich mittlerweile auf sechs Emmys und fünf Golden Globes.    

Folter
Kommt auf beiden Seiten vor: in den Kerkern der Dschihadisten und in Verhören der CIA, in denen Befragte mit Heavy-Metal wachgehalten werden, um sie gefügig und aussagewillig zu machen. Für uns liegt die Folter vor allem am Ende einer jeden Folge: Die "Homeland"-Macher sind nicht geizig, was das Austeilen von Cliffhanger-Spannung angeht.    

Gordon und Gansa
Die Macher der Serie. Howard Gordon und Alex Gansa sind keine Unbekannten in diesem Geschäft: Sie waren schon bei "Akte X" als Autorenteam dabei und haben die Erfolgsserie "24" maßgeblich geprägt. Momentan schmieden sie Pläne für eine Serie um eine FBI-Agentin. Man sieht schon: Da hat jemand irgendwie was für Geheimdienste übrig.      

Hatufim
Gansa und Gordon haben "Homeland" nicht aus dem Nichts heraus entwickelt, ihr Plot hat ein Vorbild in Israel: Die Serie „Hatufim“ („Entführte“), in der drei israelische Soldaten nach Jahren in Kriegsgefangenschaft aus dem Libanon zurückkehren und zu Hause zuerst gefeiert und dann ebenfalls verdächtigt wurden, mit dem Feind zu kooperieren.    

Intimsphäre
Sie kennt seine Lieblings-Teesorte, sie weiß besser als er, wo er seine Krawatte hingehängt hat – Carrie überwacht Brody in jeder Sekunde seines gerade zurückgewonnenen Lebens. Der Eingriff in seine Intimsphäre macht selbst in seinem Schlafzimmer nicht Halt. Geheimdienstarbeit kommt in "Homeland" als gnadenlose Spionage- und Manipulationsmaschinerie daher, die Serie wirft ständig von Neuem die Frage auf, wo die Grenzen des Erlaubten und eines moralisch gerechtfertigten Vorgehens liegen. 

Jubelarien
Schlechte Kritiken für "Homeland"? Bislang keine gelesen. Die Serie brach nicht nur Zuschauerrekorde, sondern war auch bei den Kritikern überaus beliebt.    

Klare Fronten
"Homeland" ist ein Zeichen einer Zeitenwende in Hollywoods Umgang mit dem War on Terror. Während zum Beispiel in "24" noch jegliches Verhalten gerechtfertigt schien, solange es dem Krieg gegen den Terror diente, gibt "Homeland" diese Schwarz-Weiß-Haltung auf. Die Serie zeigt Verständnis für das Handeln der Terroristen und stellt die Frage, ob die Geheimdienste nicht vor allem von einer ordentlichen Portion Paranoia getrieben werden. Die CIA-Agentin ist nicht immer die Gute, der Terrorist nicht automatisch der Böse – man weiß ja nicht mal, ob er wirklich einer ist.    

Lewis, Damian
Das Überraschendste an Damian Lewis, dem Brody-Darsteller, ist: Er ist Engländer. Merkt man in "Homeland" an keiner Stelle, kommt einem aber absolut natürlich vor, wenn man ihn in seinem Geburtsakzent plaudern hört. Unbedingt sollte man sich zum Beispiel anschauen, wie er in der Show des britischen Talkmasters Jonathan Ross von einem Abendessen im Weißen Haus erzählt. Als Mitbringsel gabs für den Präsidenten eine signierte DVD-Box. Lewis schrieb: „Von einem Moslem für den anderen.“

http://www.youtube.com/watch?v=btYvCTVuUZE    

Manisch-depressiv
Carrie Mathison ist bipolar, manisch depressiv also. Darf aber keiner wissen, weil das in der CIA-Personalabteilung nicht so gern gesehen wird. In ihren aufgekratzten Phasen macht ihre Krankheit sie noch besessener in ihrer Suche nach Brodys Verbindungen zu Terrornetzwerken.    

Nachschub
In Deutschland läuft "Homeland" erst an, in den USA sind die ersten zwei Staffeln schon gelaufen, man kann sie zum Beispiel im iTunes-Store kaufen. Die dritte Staffel soll im Frühjahr in den USA anlaufen. Die Hauptdarsteller haben bereits Verträge für insgesamt sieben Staffeln unterschrieben. Müssen nur noch die Quoten mitmachen.    

Obama
"Homeland" braucht eigentlich keine Werbung. Dennoch hat die Serie so ziemlich den besten Prominenten als Fürsprecher bekommen, den man sich wünschen kann: Barack Obama höchstpersönlich. Er gebe samstagnachmittags manchmal vor, arbeiten zu müssen, ziehe sich dann ins Oval Office zurück und schaue "Homeland".    

Paranoia
Seit dem 11. September 2001 sind die USA ein ziemlich paranoides Land. Das merkt jeder, der mal bei der Einreise in die USA das zweifelhafte Vergnügen hatte, in ein Hinterzimmer der Mitarbeiter des Department of Homeland Security zu gelangen. Diese Paranoia sind das zentrale Thema von "Homeland".     

Quinn, Peter
Man muss leider bis zur zweiten Staffel warten, bis diese Figur ins Spiel kommt. Mehr wird nicht verraten.

Rechte
Gingen weg wie warme Semmeln. "Homeland" wird in mehr als 40 Ländern ausgestrahlt.      

Sat.1
Hätte man gedacht, dass man Sat.1 irgendwann mal dankbar sein würde? Jetzt hat man einen Grund dafür. Hätte der Sender sich nicht zum Kauf der Rechte entschlossen, wäre "Homeland" wahrscheinlich früher oder später wieder im digitalen ZDF-Hinterland versteckt worden.    

Tochter
Dana, die Tochter der Brodys, ist mitten im verwirrendsten Teenager-Alter und muss damit zurecht kommen, dass ihr tot geglaubter Vater plötzlich wieder da ist, noch dazu als Kriegsheld, mit dem zusammen sie jetzt Interviews geben soll. Allerdings ist diese Teenagerin noch diejenige, die am coolsten auf die seltsame Situation reagiert.    

Umstands-Retusche
Claire Danes wurde während der Dreharbeiten zur zweiten Staffel schwanger, spielte aber trotzdem weiter. Alles, was da schon zu sehen war, wurde nachträglich entfernt.    

Verwirrung
Herrscht hier ständig. Wer es nicht mag, über mehrere Folgen hinweg über hirnzermarternde Ungereimtheiten im Unklaren gelassen zu werden, sollte am Sonntag nach dem Tatort ins Bett gehen.    

Weiser Freund
Carrie hat nur einen einzigen wahren Freund: Ihren Kollegen und Vorgesetzten Saul, der mit strengem Blick und aus Vollbartgesicht über sie wacht. Er ist der einzige, dem sie wirklich vertrauen kann. Wenn irgendwer nicht genau weiß, wie er sich einen guten Chef vorstellen soll: Saul ist so einer.    

Zwielichtiger Gehilfe
Carrie hat eigentlich keine Erlaubnis, Brody zu observieren. Also ruft sie ihren Kumpel Virgil, einen wunderbar schmierigen, aber dennoch liebenswürdigen Techniker, der Brodys Haus verwanzt.   

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