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Die besten Hochschulen sind in der Provinz

Zumindest behauptet das eine Rangliste der Website meinprof.de. Und der sollte man wirklich mal seine Aufmerksamkeit widmen
yvonne-gamringer

Über Hochschulrankings wurden bereits viele Worte verloren. Jene Rektoren, die schlecht abschneiden, maunzen über ihren Misserfolg und die immergleichen tollen Hechte in den oberen Tabellenrängen heften sich jede Plakette ans Revers, die ihnen in den Weg kommt. Die Einzelinteressen der künftigen Studenten werden nur selten gut bedient, etwa in zeit- und geldaufwändigen Ranglistenvarianten, in denen selbst einzelne Lehrbereiche an den Hochschulen eingehend beleuchtet sind. Viel Ranking-Gedöns geht aber mit schalem Inhalt einher. Wenn etwa Manager für ein Wirtschaftsmagazin die besten „BWL-Schmieden“ hochleben lassen, kann man davon ausgehen, dass die je eigene universitäre Herkunft bei der Bewertung keine unerhebliche Rolle spielt. Solche Statistiken helfen vor allem den veröffentlichenden Organen, ein bisschen öffentliche Präsenz abzugreifen. Das ist ja schon okay und an sich ist der Fall bei der neuen kleinen Statistik von meinprof.de ähnlich gelagert, aber dann doch ein wenig anders.

Das Ranking von meinprof.de: Provinzhochschulen mit der besten Lehre. Seit 2005 werden auf meinprof.de Professoren bewertet, was für Zustimmung bei den Studenten und manchmal Ärger bei den Profs gesorgt hat. Was aber nicht von der Hand zu weisen bleibt: Potentielle Studenten können auf der Seite einen sehr klaren Eindruck ihrer künftigen Schule bekommen. Denn was sie interessiert, ist zunächst nicht die Forschung, wie sie gerade mit viel Regierungsgeld gefördert wird, sie interessieren sich für die Lehre. Vielen Professoren fällt es schwer, diese Perspektive einzunehmen, weil ihr eigenes Fortkommen vor allem in der Forschung ausgemacht wird, sie bemisst sich an Zitationen in wissenschaftlichen Journalen oder in der Höhe der eingeworbenen Fördermittel. Zu oft gerät die Lehre dabei zum Stiefkind des Arbeitsalltags. So ist das meinprof-Ranking natürlich auch ein Akt der Eigen-PR, es zählt aber wohl zu den besseren im Kreis der vielen Listen: Die Datenbasis ist bei 310.000 einbezogenen Bewertungen von insgesamt mehr als 78.000 Lehrveranstaltungen ziemlich vernünftig. Und das Ergebnis, eine Listung der Hochschulen mit der besten Lehre, liest sich zumindest interessant: Sechs Fachhochschulen finden sich unter den zehn besten Plätzen. Ganz vorne mit den besten Bewertungen ihrer Lehrer steht die FH Aschaffenburg, gegründet vor 13 Jahren und mit 1.700 Studenten noch leidlich klein. Die Koblenzer Fachhochschule versammelt immerhin 6.000 Studenten in der Kartei und belegt den dritten Platz im Lobranking. Und so geht es weiter durch die Provinz, mit prima Lehre an Standorten wie Pforzheim, Landshut und Flensburg. Potzblitz-unerwartet kommen diese Ergebnisse nun auch nicht vom Himmel - an eher neuen und eher kleinen Hochschulen ist das Lehrer-Student-Verhältnis oft sehr gut. Aber die Zusammenschau zeigt vor allem zweierlei: Ein Angebot wie meinprof.de, einmal etabliert, ist bei der Wahl von Studienort und Studienrichtung bisweilen hilfreicher als viele andere Rankings. Und: Die Provinz ist dann doch die beste.

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