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Mittwoch, 24. März: Leipzig liest

Morgen beginnt in Leipzig die Buchmesse, doch schon ab heute Abend wird vorgelesen bis die Stimmbänder knarzen.
susanne-klingner
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Morgen beginnt in Leipzig die Buchmesse, doch schon ab heute Abend wird vorgelesen bis die Stimmbänder knarzen. "Leipzig liest", der Titel des Lese-Festivals, ist dabei gar nicht mal übertrieben: An vier Abenden sind 120 Orte in Leipzig von Literaturfans belagert: Clubs, Kneipen, Bibliotheken und Buchläden, Museen, aber auch der Hauptbahnhof und das Rathaus. Und weil bei über 1.200 Lese-Veranstaltungen der Überblick verloren geht, hier die Highlights: Mittwoch, 24. März Tobias Hülswitt liest aus seinem zweiten Roman "Ich kann dir eine Wunde schminken".Hier erfährst du mehr über das Buch, das du hier gewinnen kannst. 20.00 Uhr im Ilses Erika in der Bernhard-Göring-Straße 152. Juli Zeh fuhr 2001 nach Bosnien-Herzegowina und brachte von dort einen Koffer voll Geschichten mit: In "Die Stille ist ein Geräusch" erzählen neben anderen Dario aus Jajce, Monsieur Pescaran, der melancholische SFOR-Minenexperte, die Bohemiens um den Buchladen "Buybook" in Sarajevo, Jasmin und die Raver-Gemeinde vom X-Café in Travnik. 20.00 Uhr im MagaPon in der Gottschedstraße 11. Jeffrey Eugenides' Buch "The Virgin Suicides" wurde im Jahr 2000 von der zurzeit mit "Lost in Translation" gefeierten Sofia Coppola verfilmt. Jetzt wurde der Roman auf deutsch neu aufgelegt. Der Autor liest selbst, die Veranstaltung moderiert der Fernseh-Literaturkritiker Denis Scheck. 20.00 Uhr in der Moritzbastei, Universitätsstraße 9. Spoken Word Berlin machen Literatursport auf offener Bühne. Heißt: Die Poeten slammen eine wilde Mischung aus Texten, Performance und purem Scherz. Und wer den Kampf amm Ende gewinnt, entscheidet das Publikum. Es vergibt den wohlklingenden Titel "German-International-Poetry-Slam-Champion 2003". 21.00 Uhr im UT Connewitz in der Wolfgang-Heinze-Straße 12a. Donnerstag, 25. März Katrin Röggla führte für ihr Buch "Wir schlafen nicht" Interviews mit Angestellten, die sie anschließend neu zusammen setzte, zum Teil rhythmisch wie ein Musikstück. Es wird –überzogen und theatralisch, wie auf einer Bühne - über Angst um den Arbeitsplatz gesprochen, über Sekt, der auf Events in Massen strömt und eben über jene Events und Meetings und die ganze Neudeutsch-Sammlung. 20.00 Uhr im Smow am Burgplatz 2. Katja Oskamp landete mit ihrem Roman "Halbschwimmer" einen Riesenerfolg. Darin erzählt sie vom Erwachsenwerden in der DDR, in einer vorführtauglichen sozialistischen Kleinfamilie. 20.30 Uhr im Museum in der Runden Ecke am Dittrichring 24. Mariana Lekys Roman "Erste Hilfe" ist ein Buch, in dem Freundschaft mindestens genauso wichtig ist wie die stabile Seitenlage. Hier erfährst du noch mehr über das Buch. Mariana Leky liest zusammen mit Tilman Rammstedt beim "Turboprop Special". 20.30 Uhr im Ilses Erika in der Bernhard-Göring-Straße 152. Anke Stelling veröffentlichte gerade "Glückliche Fügung". Es ist bereits ihr drittes Buch: "Gisela" und "Nimm ich mit" schrieb sie zusammen mit Robby Dannenberg, für "Nimm mich mit" wurden sie mit dem Lessing-Förderpreis ausgezeichnet. In "Glückliche Fügung" schreibt Anke Stelling in 12 Geschichten über, genau, das Glück und wie die Menschen auf ihre glückliche Fügung warten. 20.30 Uhr in der Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50. Sybille Bergs Figuren haben in "Ende gut" nichts zu lachen. Alles liegt in Trümmern, die Heldin des Romans muss dabei zuschauen, wie alles den Bach runter geht: eine Flutkatasprophe tobt vor dem Fenster und im Fernsehen. Sybille Berg liest zusammen mit Feridun Zaimoglu ("Zwölf Gramm Glück")und Gernot Wolfram ("Der Fremdländer"). 20.30 Uhr in der naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46. Franziska Gerstenberg ist DLL-Absolventin und hat gerade ihr erstes Buch veröffentlicht: "Wie viel Vögel". Sie schrebt in kurzen Geschichten vom Alltag, immer aus der Perspektive wechselnder Figuren. So erzählt zum Beispiel ein Vierzehnjähriger, wie neue Nachbarn mit einem geistig behinderten Sohn ins Nachbarhaus ziehen. 20.30 Uhr in der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11. Freitag, 26. März Claudius Nießen studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig (DLL), ist einer der Gastgeber der Literatur-Club-Show "Turbo-prop" und rief die "Tippgemeinschaft" des DLL ins Leben. Die Studenten schrieben und tippten bis einer laut Stopp rief und was dann auf den Blättern stand erschien in einer Anthologie. Das war 2003, "Tippgemeinschaft 2004" ist demnach schon die zweite Runde. 19.00 Uhr im Deutsches Literaturinstitut in der Wächterstraße 34. Yadé Kara hat einen Wende-Roman geschrieben, aber nicht den x-ten, in dem es um Ost- und West-Erfahrungen und verklärte Erinnerungen geht. Kara schreibt über einen jungen Deutschtürken, der zwischen beiden Heimatländern und beiden Kulturen nach sich selbst sucht – während der Wendejahre. "Selam Berlin" ist in der Kategorie "Debüt" für den Deutschen Bücherpreis 2004 nominiert. 19.30 Uhr in der naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46. Angelika Klüssendorf erzählt in "Aus allen Himmeln" Geschichten aus dem Keller des Lebens – der Kindheit. Aus dem zieht es kalt nach oben, unangenehme und prägende Erfahrungen wohnen darin. Angelika Klüssendorf erzählt von jenem Alter, in dem sich Knder vornehmen, niemals wie ihre Eltern werden zu wollen und die damit beginnende Revolte. 19.30 Uhr im Schillerhaus in der Menckestraße 42. Yann Martel schrieb mit "Schiffbruch mit Tiger" das Buch des Jahres 2003. Kritiker und Leser waren gleich begeistert. Jetzt ist der Roman auch für den Deutschen Bücherpreis nominiert, der während der Buchmesse zum dritten Mal von den Lesern vergeben wird. Einen Tag nach der Preisverleihung liest der Autor noch mal selbst aus seinem Buch. 20.00 Uhr in der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Karl-Tauchnitz-Straße 11. Françoise Cactus, Sängerin und Schlagzeugerin von Stereo Total, schreibt wilde Geschichten über moderne Frauen. Vier Bücher hat sie schon veröffentlicht, darunter eine frei erfundene Autobiografie. Ihr neuestes Buch heißt "Neurosen zum Valentinstag" und ist für alle, die vom Rest der Welt an diesem Tag vergessen wurden – erzählt im neurotischen Raum zwischen weiblicher Wunschvorstellung und der unerbittlichen Wirklichkeit. 20.30 Uhr in der Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50. Wiglaf Droste liest aus "Der Bär auf dem Försterball": Der Bär, als Förster verkleidet, begegnet, schon leicht angetrunken, auf dem Weg zum Maskenball einem Förster. Und wie das Leben so spielt, landet er statt auf dem Masken- auf dem Försterball - von all den grüngekleideten Menschen bedingungslos als Oberförster akzeptiert, weil er tiefer brummen kann und den "Kollegen" kräftiger auf die Schulter schlägt als der Rest der Versammlung. Ein riesen Wiglaf-Droste-Spaß eben. 21.00 Uhr im Ilses Erika in der Bernhard-Göring-Straße 152. Der Macht-Club ist eine Gruppe junger Literaten, die sich seit acht Jahren in der Hamburger Off-Szene rumtreiben. Zum "Wuster Wesse Wortevent" treten Tina Uebel, Sven Amtsberg und Gunter Gerlach vor das Publikum und lesen erst anständig, bevor es dann mit Frank Klötgen, Jaromir Konecny und Max Rademann ein Story-Battle gibt. 21.00 Uhr im UT Connewitz in der Wolfgang-Heinze-Straße 12a. Samstag, 27. März Georg Klein ("Die Sonne scheint uns", Juli 2004) und Julia Schoch ("Verabredungen mit Mattok") lesen unter der Moderation von Jana Hensel aus ihren Büchern. Anschließend wird in der Hochschule für Grafik und Buchkunst noch die Literatur und sich selbst gefeiert. Und das kann, wie bei allen HGB-Partys, ein großer Spaß werden. 20.00 Uhr in der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11. Frank Goosen ("Mein Ich und sein Leben") und Sarah Khan ("Eine romantische Maßnahme") belesen den Abend "True Lies: Eichborn-Autoren erzählen vom wahren Leben. Vor allem Frank Goosen ist dafür bekannt, seine Kindheit, Jugend und überhaupt sein ganzes Leben für seine Bücher auszubeuten. 20.00 Uhr in der Moritzbastei, Universitätsstraße 9. Alexa Hennig von Lange hat zuletzt eine Rundumdrehung von Saufen-Ficken-Kotzen-Popliteratur ("Relax") zu sanfter Judith-Hermann-Prosa ("Woher ich komme") gemacht. Zusammen mit Joachim Bessing ("Rettet die Familie!", "Tristesse Royale") liest sie unter genau jenem Titel: "Rettet die Familie!" 20.00 Uhr im Smow am Burgplatz 2. Alle 1.200 Termine findest du hier. Außerdem haben jetzt-User schon mal einige der neuen Bücher gelesen und Briefe an die Autoren geschrieben. Du kannst sie hier lesen.

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