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Lernen von den Jungen: Wie drei Kölner Brüder gemeinsam ein Unternehmen gründeten und zu den Stars der New Economy wurden
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Die drei Samwer-Brüder gelten als die erfolgreichsten Web-Unternehmer Deutschlands. Durch die tatkräftige Mithilfe von Marc (heute 35 Jahre alt), Oliver (33 Jahre) und Alexander Samwer (30 Jahre) wird eBay 1999 zum Branchenkönig. Ein Jahr später heben sie die Jamba! GmbH aus der Taufe. Vor kurzem sind die Brüder bei Jamba allerdings wieder ausgestiegen. Es wird spekuliert, was ihre nächsten Projekte sind. Zeit, sich diese Brüder etwas genauer anzusehen: 15 Fakten über die Samwer-Brüder.

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Alexander (im Hintergrund links) und Marc Samwer (r) am 24.10.2000 bei den letzten Vorbereitungen zum Firmenstart in Berlin; Foto: dpa 1. Die Familie Samwer kommt aus Köln. Vater und Mutter gehen dem Anwaltsberuf nach. Die drei Kinder fassen früh den Entschluss, einmal ein gemeinsames Unternehmen zu gründen. Über die Eltern kommt es zum Kontakt mit Managern und Unternehmern. 2. Im März 1999 gründet der damals 28-jährige Marc Samwer zusammen mit seinen Brüdern Oliver (27) und Alexander (24) und drei Freunden das Internetauktionshaus alando.de. Als Vorbild dient das zu diesem Zeitpunkt nur in den USA etablierte eBay.com. Bereits drei Monate später verkaufen die Brüder die in Deutschland erfolgreiche Internetplattform wieder - für 50 Millionen Dollar an eBay. 3. Den Verkauf nennen die Samwer-Brüder heute ihren größten Fehler. Angesichts der 120 Millionen Euro Gewinn, die eBay im Jahr erwirtschaftet, war alando.de ein Schnäppchenkauf. 4. Alexander Samwer erreicht 1994 im Abitur einen Schnitt von 0,66. Im Vergleich dazu kam sein Bruder Oliver zwei Jahre zuvor nur auf die schlappe Durchschnittsnote von 0,8. Alle drei schieben während des Studiums fleißig Auslandssemester ein: Marc studiert Jura in Frankreich und Spanien, Oliver Business Administration in den USA und Chile und Alexander vier Jahre VWL und Politik in Oxford. 5. Mit dem Erlös aus dem Verkauf von alando.de gründen die Samwer-Brüder im Jahr 2000 die Jamba! GmbH. Sie holen sich Debitel, Media Markt und Saturn mit ins Boot. Einerseits als kapitalstarke Finanziers und andererseits als geeignete Absatzkanäle für ihre Produkte. Jamba wird im Laufe der Jahre zum größten europäischen Anbieter von Klingeltönen und Mobiltelefonanwendungen ausgebaut. 6. Alexander Samwer zieht sich Anfang 2003 von Jamba zurück. Nach der Gründung im Jahr 2000 hatte er über ein Jahr rund um die Uhr gearbeitet. Seit seinem Rückzug von Jamba widmet sich fortan anderen Aufgaben: Man kann den Jungmanager jetzt häufiger in Berlins Grüngürteln beim Angeln sehen. 7. Im Juli 2003 wird die Partnerschaftsbörse iLove von Jamba ins Rennen geschickt. Es gibt Monatsabos (7,99€), ohne die man nicht chatten und Kontakt aufnehmen kann. Abgerechnet wird über die Mobilfunkrechnung. 8. Für jede Zielgruppe werden nun Produkte entworfen. Auf die ersten schwarz-weißen Handybildchen folgen farbige Logos, folgen animierte Farblogos, folgen MMS-Grußkarten. Es gibt Mono- und Polyphone Klingeltöne, Real Music Töne, Fun Sounds und Videoklingeltöne. Jamba ist auch auf dem amerikanischen und großbritannischen Handymarkt aktiv. Dort allerdings unter dem angepassten Namen Jamster. 9. Im Mai 2004 werden schließlich alle Anteile verkauft. Für 273 Millionen Dollar an die amerikanische Dienstleistungsfirma VeriSign. Die Brüder Marc und Oliver bleiben aber Geschäftsführer. 10. Im März 2005 wird eine zweite Marke, Ringtoneking, auf den Markt gebracht. Der Trick: Es werden die gleichen Inhalte verkauft, nur mit einer anderen optischen Aufbereitung. Den meist jungen Konsumenten wird damit das Bild von konkurrierenden Markenprodukten suggeriert. 11. Um seine Jamba-Abos zu kündigen, muss man das Kommando „stopalle“ an die Nummer 33333 senden. 12. Die Samwer-Brüder setzen bei ihren bisherigen Projekten auf „Unternehmenskultur made in USA“. Sekretärinnen und Vorzimmer gibt es nicht. Auch keine pompösen Firmenzentralen. Hinterhoflagerhallen in Berlin-Kreuzberg tun es auch. 13. Dem jüngsten Quartalsbericht von VeriSign zu Folge, ist der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 25 Prozent zurückgegangen. Zuletzt haben Verbraucherschützer und Medienanstalten in Deutschland und England gegen die aggressive Werbestrategie von Jamba verstärkt Front gemacht. Mit Erfolg: MTV hat die Klingeltonwerbezeit bereits eingeschränkt. Auf MTV oder Viva konnte man Sweetie, das gelbe Küken mit den großen weißen Augen, an einem normalen Tag 150 mal am Tag sehen. Täglich lief allein auf Viva dreieinhalb Stunden lang Jamba-Werbung. 14. Auch Blogger machen gegen Jamba mobil. Vor allem der Spreeblick-Blog, der versucht, die undurchsichtigen Abos von Jamba zu beleuchten, erreicht eine hohe Popularität. Oliver Samwer sagt dazu nur: „Und wenn der Spreeblick-Blogger sagt, er findet uns zum Kotzen, dann soll er es eben sagen. Aber wir wissen, dass wir für viele Leute ein Superprodukt liefern.“ 15. Die Jamba! GmbH hat heute 480 Mitarbeiter. Besser gesagt 478, denn Marc und Oliver Samwer, die beiden älteren Brüder, haben die Geschäftsleitung abgegeben, wie das Unternehmen mitteilt. Die Entscheidung wurde aus persönlichen Gründen getroffen, heißt es. Bis Juni 2006 werden die zwei Brüder für Jamba aber noch als Berater tätig sein. Welchem Projekt sie sich in Zukunft widmen, ist noch nicht bekannt.

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