Partner von

Zwischen Satire und Sexismus

Am Donnerstag startete Christian Ulmens neue Sendung "Who wants to fuck my girlfriend?" Im Vorfeld wurde die satirische Spielshow bereits heftig kritisiert.
nadja-schlueter

Uwe Wöllner ist mit dem heutigen Fernsehen aufgewachsen, mit „Scripted Reality" und Castingshows. Darum ist er so geworden wie er ist: proletig und schamlos, unbedarft und unreflektiert. Vor allem aber ist Uwe eins: Eine Kunstfigur mit großer Brille, Schirmkappe und Überbiss, dargestellt von Schauspieler und Satiriker Christian Ulmen, zum Beispiel in den Sendungen "Mein neuer Freund" und "Zurück ins Leben". Am kommenden Donnerstag startet auf Tele5 Uwe Wöllners erste eigene Sendung namens „Who wants to fuck my girlfriend". In dieser Gameshow treten zwei Männer gegeneinander an, indem sie ihre Freundinnen im Café, im Bordell oder auf dem Straßenstrich Punkte sammeln lassen. Die meisten Punkte erhält der, dessen Freundin die meisten Komplimente und eindeutigen Angebote bekommt. Die Kandidaten sind eingeweiht und über das satirische Konzept der Sendung informiert, lediglich die "Versuchspersonen" auf der Straße wissen nicht, um was es geht. Um die volle Bandbreite der zwischenmenschlichen Beziehungen abzudecken, wird es auch Specials unter dem Motto „Who wants to fuck my lesbian girlfriend?" oder „Who wants to fuck my mother?" zu sehen geben. Den „Untergang des Abendlandes" nennt Tele5 die Show in der [link=http://www.tele5.de/who_wants_to_fuck_my_girlfriend" target="_blank">Pressemitteilung.

Christian Ulmen moderiert als Uwe Wöllner "Who wants to fuck my girlfriend?"

Schon seit der ersten Präsentation der Sendung im Januar wird rege bis aufgebracht über das Format diskutiert. Auf den Facebook-Seiten von [link=https://www.facebook.com/tele5.de?ref=ts&fref=ts&rf=101882939853822" target="_blank">Tele5 und [link=https://www.facebook.com/Whowantstofmygirlfriend?group_id=0" target="_blank">„Who wants to fuck my girlfriend" sind mittlerweile unzählige Kommentare zu lesen, die die Show als frauenverachtend, geschmacklos und sexistisch verurteilen. Die Mädchenmannschaft veröffentlichte [link=http://maedchenmannschaft.net/who-wants-to-fck-tele-5-nobody-ever/" target="_blank">einen wütenden Text, auch auf [link=https://twitter.com/search?q=%23ulmen&src=typd" target="_blank">Twitter gab es Beschwerden. Schließlich wurde sogar eine [link=https://www.change.org/de/Petitionen/wir-fordern-who-wants-to-fuck-my-girlfriend-auf-tele5-unverz%C3%BCglich-absetzen" target="_blank">Petition gestartet, die den Bayerischen Medienrat auffordert, die Sendung noch vor ihrem Start abzusetzen. Und immer wieder wurde in der Diskussion die eine alte Frage gestellt: Darf Satire nun alles oder nicht?

Die erste Reaktion von Seiten der „Who wants to fuck"-Macher beantwortete diese Frage indirekt – indem sie rein satirisch ausfiel. Der fiktive Produzent und „Entdecker" von Uwe Wöllner, Gero Schorch, äußerte sich in einer Stellungnahme zum Shitstorm. Er entschuldigte sich, die Gefühle der Kritiker verletzt zu haben, gab aber unumwunden zu: „Es ist halt nur so: Wir brauchen die Quote!" Uwes Idee zu diesem Format sei zwar die „Spastiidee" eines „Spastihirns", aber funktioniere. Das Video zeigt, wie wahnsinnig schwer es ist, Satire zu kritisieren, weil die Kritik zunächst immer auf die fiktiven Figuren prallt. Erst hinter denen stehen die, die eigentlich kritisiert werden. Die Wut schießt also erst einmal ins Leere, die Gegenseite ist unangreifbar.

http://www.youtube.com/watch?v=ESWX4Z7_BO8

Text: nadja-schlueter - Foto: Screenshot

Zur Startseite

Die besten Geschichten von jetzt -

t├Ąglichen Newsletter bestellen

oder auf WhatsApp abonnieren