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"Peniswitze sind einfach zu lustig"

Jasmin muss über infantile Witze immer noch lachen, kann aber ab spätesten vier Uhr morgens nicht mehr feiern. Eine neue Folge unserer Kolumne "Zu jung - zu alt"
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    Foto: Teresa Fries

In dieser Kolumne erzählen junge Menschen, was in ihrem Alter noch nicht geht – und was nicht mehr. Diesmal: Jasmin, 26

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    Illustration: Katharina Bitzl

... um mich von infantilem Humor zu verabschieden. Peniswitze sind einfach zu lustig. Ich rede mit meinen Eltern nicht oft über Penisse, aber wenn sie an Weihnachten ein bisschen einen sitzen haben, kann es sein, dass selbst sie einen Witz aus dieser Kategorie loslassen. Bei Freunden ist das ein ganz gutes Auswahlkriterium: Wer mitlacht, der liegt schon einmal ungefähr auf der gleichen Wellenlänge – wer nicht lachen kann, der hält es wahrscheinlich nicht lange mit mir aus. Natürlich ist mir klar, dass Peniswitze nicht immer angebracht sind. Und ich muss vorsichtig sein, wenn ich in langweiligen Besprechungen Facebook checke. Meine Freundin hat eine Gruppe eröffnet, in der die Mitglieder jeden lustigen Penis-Content posten, den sie finden. Wegen „Nutscaping“, einem Trend im Internet, bei dem Menschen Landschaftbilder hochladen, auf denen ihre, naja, Nüsse eben, ins Bild ragen, musste ich mir letztens in einer Konferenz sehr das Lachen verkneifen. Das Penisfest in Japan wird in dieser Gruppe auch jedes Jahr ausführlich zelebriert. Vielleicht sollte ich es mir zum Ziel machen, dieses Fest mal nach Deutschland zu holen, wenn ich groß bin.

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    Illustration: Katharina Bitzl

... für durchgemachte Nächte. Menschen in meinem Alter, die es schaffen, zu feiern, bis es hell wird, und das im Zweifel auch noch drei Tage am Stück, sind mir ein Rätsel. Wie machen die das? Nehmen die alle Drogen? Ich gehe gerne weg, aber jedes Mal erreiche ich zwischen drei und vier Uhr den Punkt , an dem ich knatschig werde, mich unendlich alt fühle und nach Hause will. Und weil meine Freunde – wie jedermanns Freunde – dazu neigen, ein „Ich geh’ dann mal “ nicht ohne einstündige Diskussion zu akzeptieren, bin ich dazu übergegangen, heimlich zu verschwinden. Es gibt wirklich wenige Abende, an denen ich diesen Punkt überwinden konnte. Die waren außergewöhnlich gut und ich kann mich an jeden noch erinnern. Natürlich kommt es vor, dass man sich am nächsten Tag anhören muss, was man alles verpasst hat, weil man gegangen ist, aber da stehe ich drüber. Auch weil ich es mittlerweile sehr gut raus habe, den Zeitpunkt abzupassen, an dem die Party eigentlich vorbei ist, es nur noch keiner wahrhaben will. Ab da passiert eh nichts mehr, das es wert wäre, den Schlaf zu verpassen, den man in der gleichen Zeit haben könnte. Zumindest rede ich mir das immer ein. Text: teresa-fries

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