Alles verändert sich rasend schnell, digitale Transformation und so – schon klar. Was sich in der Arbeitswelt tut und was sie uns abverlangen könnte, sollte man sich aber doch genauer anschauen und Rückschlüsse auf die eigene Zukunft schließen. Denn das Berufsleben geht (noch) verdammt lang. Klar ist: Mit Dienst nach Vorschrift kommt zukünftig keiner mehr durchs Arbeitsleben. Wirklich nicht. Nur die Flexiblen können die Zukunft mitgestalten und Antworten finden. Klingt fast nach Evolution, oder?

 

Im letzten Beitrag der eufom haben wir erörtert, wie man sich in der Arbeitswelt von morgen von Mitbewerbern abgrenzt. Resultat: Fachwissen allein ist es nicht. Das Problem ist nicht, dass wir das nicht wissen, sondern die Diskrepanz dieser Tatsache zur Realität, denn in Schule und Uni lernen wir immer noch Antworten auswendig und verzweifeln an Integralrechnung und langweiligen Vorlesungen. Irgendwie ahnen wir schon, dass wir später viel mehr, dass wir etwas Anderes brauchen – und das ist auch so. Dem Zukunftsforscher Jim Carrol zufolge werden 65 Prozent aller heutigen Schulkinder in Jobs arbeiten, die noch gar nicht existieren – und ein Blick auf die Studie des World Economic Forums lehrt uns: Die Fähigkeiten, die immer mehr gefragt werden, ändern sich radikal. Zum Beispiel wird die Fähigkeit der „Lösung komplexer Probleme“ demnach die wichtigste Kompetenz auf dem Arbeitsmarkt 2020 sein. Es klingt ein bisschen nach Evolution: Was Maschinen machen können, werden Maschinen machen. Nur die anpassungsfähigsten Menschen behalten die Jobs.

 

Was selbst künstliche Intelligenz nicht „einfach so“ ersetzen kann, ist die Fähigkeit zum kritischen Denken und zu Kreativität. Und neue Antworten schießen sie auch nicht aus der Hüfte. Klingt schwammig, vielleicht hilft ein Beispiel. Nehmen wir mal an, wir bewegen uns bald alle in selbstfahrenden Autos fort. Okay, das ist übertrieben, die fliegenden Autos, die wir uns in den 90er Jahren in die Schulhefte gemalt haben, gibt es ja auch noch nicht. Fortschritt dauert länger als man denkt, obwohl die Technologie längst da ist. Warum eigentlich? Weil Entwicklungen einen ganzen Rattenschwanz an ungeklärten Fragen nach sich ziehen, die von – flexiblen – Fachleuten erstmal beantwortet werden müssen. Es können nicht einfach alle plötzlich mit Autos fliegen oder in selbstfahrende Autos steigen. Wenn ein selbstfahrendes Auto einen Unfall baut, wer haftet dann? Der Hersteller des Wagens? Der Software-Programmierer? Es gibt viele Themen und Situationen, für die es noch überhaupt keine rechtlichen Grundlagen gibt. Innovationen brauchen Gesetze, sonst Chaos. 

 

Wer nach dem Studium aus der Bibliothek rein ins Leben stolpert, den sollten Fragestellungen dieser Art nicht schocken. Der sollte Aussagen wie „das habe ich noch nie gemacht“ sofort aus seinem Wortschatz streichen. Es ist völlig egal – keiner hat „das“ je gemacht und allein der Gedanke hält uns schon davon ab, Veränderer zu sein. Veränderung braucht Mut und eine gesunde Portion Naivität schadet auch nie. Wie lautet dieser Kalenderspruch doch gleich: „Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's einfach gemacht.“ Und genau so ist es.

 

Wenn wir schon bei Gesetzen sind (wenn euch das sowieso interessiert, schaut euch den Studiengang Law & Digital Business für Wirtschaftsjuristen der eufom an) dann sind die Fragen schier unendlich: Welche Gesetze gelten im Web? Welche Auswirkungen hat die DSGVO und wer trägt für autonome Mobilität die Verantwortung? Darf ein Anbieter meine Daten weiterverkaufen, wenn ich sein Produkt kostenlos nutze? Welches Gesetz gilt, wenn sich Algorithmen oder Bots verselbstständigen oder selbst optimieren? Ja und was ist jetzt mit den selbstfahrenden Autos? Viele interessieren diese Fragen, alle betreffen sie. Aber die Antworten sind wahnsinnig komplex und brauchen Leute, vielleicht wie dich, die sich in einem Studium und danach damit auseinandersetzen.

 

Irgendjemand muss das bitte mal für alle beantworten. In diesem Sinne: Kobra, übernehmen Sie!