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Laura ist wahnsinnig erleichtert, jetzt auch vor dem Gesetz Laura zu heißen.

Foto: privat

Laura war am Mittwoch ziemlich glücklich, als sie auf Twitter postete: „Leute, ich bin jetzt auch vor dem Staat Laura und weiblich.“ Die 33-jährige trans Frau nutzte eine Gesetzesänderung, die eigentlich für intergeschlechtliche Menschen im Dezember beschlossen worden ist (auch bekannt als Dritte Option). Sie erlaubt es, den Geschlechtseintrag sowie den Namen zu ändern, in dem man beim örtlichen Standesamt lediglich ein ärztliches Attest vorlegt, das eine „Variante der Geschlechtsentwicklung“ bescheinigt. Dies muss nicht begründet werden und eröffnet so auch Transmenschen eine einfachere Möglichkeit, den Namen und Geschlechtseintrag zu ändern. Der Tweet von Laura wurde von vielen Menschen kommentiert und geteilt. Im Interview erzählt sie, was dieser Schritt für sie bedeutet.

jetzt: Wie war es für dich, gestern Morgen aufzuwachen?

Laura: Ich war hauptsächlich aufgeregt. Ich habe selbst noch nicht ganz realisiert, was das alles eigentlich bedeutet. Zum einen erspart es mir unglaublich viel psychischen und organisatorischen Druck, zum anderen ist das alles offenbar auch extrem wichtig für unsere Community. Das sieht man auch daran, wie mein Tweet durch die Decke geht. Die Auswirkungen davon kann ich noch nicht wirklich abschätzen.

Bist du überrascht, dass es so einfach war, dein Geschlecht und deinen Namen im Ausweis zu ändern?

Oh ja. Bisher hat so ein Verfahren vor dem Amtsgericht ewig gedauert und viel zu viel Geld gekostet. Und hier war alles innerhalb einer Woche erledigt. Vergangenen Dienstag habe ich davon erfahren, dass es diese Möglichkeit gibt, am Mittwoch ging es zum Arzt für das Attest und sieben Tage später hatte ich den Termin auf dem Standesamt. Fertig.

Viele in der Community haben Angst vor dem Arztbesuch. War das bei dir auch so?

Nein. Ich habe ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zu meiner Hausärztin. Als ich ihr davon erzählte, hat sich die ganze Praxisbelegschaft riesig gefreut. Es haben alle vor dem einen Computer-Bildschirm gesessen und das Attest formuliert.

Und wie war der Termin beim Standesamt?

Ich war total aufgeregt, weil ich nicht wusste, was passiert – niemand bereitet einen darauf vor, weil das alles neu ist und ich offenbar auch eine der ersten bin, die das so durchzieht. Die Standesbeamtin war unglaublich freundlich. Sie verlangte lediglich das Attest und die Geburtsurkunde, sowie meinen aktuellen Perso und 23€ Verwaltungsgebühr. Innerhalb von 15 Minuten war alles erledigt. Beim Termin selbst kamen lediglich die Fragen: „Welchen Geschlechtseintrag wollen Sie? Sie haben hier die Wahl zwischen 'weiblich', 'divers' und 'freilassen'. Welchen neuen Vornamen wollen Sie?“

Was bedeutet es für dich, jetzt endlich offiziell Laura zu heißen?

Für mich persönlich konnte ich damit eine meiner größten Dysphorien, nämlich den falschen Namen im Ausweis, einfach so ohne viel Aufwand beenden. Ich bin deswegen unglaublich erleichtert und es freut mich riesig. Das ist ein riesiger Schritt für die Trans- und Enby-Community. Klar, das Gesetz zur dritten Option finde ich absolut nicht korrekt und das Transsexuellengesetz gehört einfach nur abgeschafft, aber immerhin erspart es uns sehr viel Aufwand, Geld und psychischen Druck.