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Bäckerei ersetzt Plastik-Trinkhalme durch Makkaroni

Funktioniert super, erklärt Bäckermeister Hans-Martin Rolf am Telefon.

Nudeln statt Plastik: Die Bäckerei „Backsüchtig“ in Bielefeld hat eine unkonventionelle, dafür aber umso bessere Idee entwickelt, um Einwegstrohhalme aus Plastik aus dem Geschäft zu verbannen. Seit ein paar Tagen können die Gäste dort ihre Getränke durch Makkaroni schlürfen. „Wir arbeiten insgesamt ohne Backzusätze und immer so natürlich wie möglich. Daher wollten wir auch die Trinkhalme aus Plastik ersetzen, das passt zu unserem Konzept“, erzählt Geschäftsführer Hans-Martin Rolf.

Die Idee, einfach Nudeln zu verwenden, hatte vergangene Woche eine Mitarbeiterin. Ein erster Test ergab: Es funktioniert, und zwar bestens. Das Team begann zu tüfteln, wollte keine Makkaroni kaufen, sondern sie selbst herstellen. „Jetzt sind alle Gäste ganz wild auf die hauseigenen Makkaroni-Strohhalme“, erzählt Rolf. Macht die Flüssigkeit die Nudeln nicht weich? „Schon. Im Heißgetränk aber erst nach 20 Minuten, im Kaltgetränk nach anderthalb Stunden. Das haben wir alles getestet“, sagt der 54-Jährige. Die Begeisterung ist ihm anzuhören. 

Dass die Halme so durch die Decke gehen, hätte der Bäckermeister nicht gedacht. Seit 1980 ist er im Geschäft, leitete 27 Jahre eine große Bäckereikette, machte sich dann selbstständig. Und wird jetzt zum Trendsetter.

Viele andere könnten sich an Rolf ein Beispiel nehmen, immer mehr Unternehmen werden die Plastikhalme über kurz oder lang ersetzen müssen. Denn mittlerweile macht auch die Politik Druck. Die britische Regierung hat im April ein Verbot von Einwegprodukten wie Strohhalmen aus Plastik auf den Weg gebracht, die EU-Kommission plant Ähnliches. Starbucks kündigte von kurzem an, künftig auf Einwegtrinkhalme aus Kunststoff zu verzichten, und auch Rewe und Lidl verabschieden sich von Plastikhalmen in ihren Regalen.

Rolf freut sich über den Erfolg, bleibt dabei aber ganz bescheiden: „Das war eine Teamleistung“, betont er.  Und ist glücklich über die große Resonanz. 

soas

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