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Das ist: Alisa Shevchenko, angebliche Staatsfeindin

Die russische Hackerin soll den Angriff auf die US-Wahl unterstützt haben.
Von Max Sprick
  • bildschirmfoto 2017 01 07 um 13 11 51
    Screenshot: Twitter

Das ist...

Alisa Shevchenko, russische Hackerin, die den USA zufolge Wladimir Putin dabei geholfen hat, die US-Präsidentschaftswahl zu manipulieren. Der Name von Shevchenkos Firma (Zorsecurity / Esage) steht auf der Liste der zu sanktionierenden Firmen und Personen, die das Weiße Haus vergangene Woche veröffentlicht hat. Neben hochrangigen Offizieren des russischen Geheimdienstes und zwei bekannten Cyber-Hackern. Wie alt sie ist, will Shevchenko übrigens nicht verraten. Das sei eine "unhöfliche Frage", antwortete sie dem Guardian. Die NY Times schreibt, Shevchenko sei 2005 in russischen Medien als young talent gefeiert worden, damals 21-jährig.

Die kann... 

Vor allem coden. Ihr (eigentlicher) Job ist es nämlich, mit ihrer Firma Schwachstellen in den Sicherheitsnetzwerken von Banken und anderen Unternehmen zu finden. Microsoft hat sie beispielweise vor zwei Jahren dabei geholfen, zwei Sicherheitslücken zu schließen. Jetzt darf sie aber weder in die USA einreisen, noch Geschäfte mit US-Firmen machen. Das Weiße Haus unterstellt ihr, den russischen Militärnachrichtendienst (GRU) mit technischer Forschung und Entwicklung unterstützt zu haben. Weiter ausgeführt wird dieser Vorwurf nicht. Vermutlich aber bedeutet er, Shevchenko könnte absichtlich Sicherheitslücken in verschiedenen Systemen platziert haben. "Ich versuche nur, nicht auszuflippen", sagte sie Forbes. "Meine Firma hat nie mit der Regierung zusammengearbeitet. Wir hatten nie die nötigen Lizenzen - und ich persönlich habe immer versucht, mich so weit wie möglich entfernt zu halten von allem möglicherweise Verdächtigem. Ich bin nur eine introvertierte Frau. Ich will keinen Job, der mich in Gefahr bringt." Dass sie nun auf dieser Liste steht, sei der Versuch, sie zum Sündenbock der russisch-amerikanischen Differenzen zu machen.

Die kommt... 

Autoditaktisch zu ihrem Wissen. Von drei Universitäten hat Shevchenko sich ohne Abschluss wieder exmatrikuliert - sie würde dort nur ihre Zeit vergeuden, sagte sie. Stattdessen brachte sie sich Programmieren selbst bei. Und hält inzwischen Vorträge darüber an der Staatlichen Uni in Moskau. 

Die geht... 

Erstmal auf Tauchstation. Von der Sanktionierungs-Liste des Weißen Hauses hatte Shevchenko zuvor nie gehört, dass sie drauf steht erfuhr sie aus den Medien - im Asien-Urlaub. Sie sei müde von dieser plötzlich so prekären politischen Entwicklung, twitterte sie daraufhin. Deswegen würde sie jetzt eine Pause einlegen, ihren Urlaub so gut es geht genießen und dann einen Weg suchen, ihre Unschuld zu beweisen. Ach, und natürlich werde sie auch das hier unternehmen:

Wir lernen daraus...

Dass man auch als introvertierte Frau, die (wie sie auf ihrer Homepage schreibt) nur darauf aus ist, eigene Schwachstellen zu beheben und neue Heldentaten zu vollbringen, zum Staatsfeind werden kann. Inwiefern der Vorwurf des weißen Hauses berechtigt ist, ist derweil unklar. Shevchenko sagt zwar, sie habe keine Kontakte zur russischen Regierung. Forbes zitiert aber einen anonymen Hacker, der behauptet, Shevchenko habe diese Kontakte sehr wohl. Ihre Firma habe Software und Hacker-Tools verkauft, sagte demzufolge eine gut informierte Quelle aus Moskau. "Esage (Shevchenkos Firma) hat mit Kunden aus Regierungskreisen zusammengerarbeitet ... aber ich bin wirklich nicht sicher, ob sie mit dem US-Hack zu tun haben."

Nur Google weiß... 

Dass Urlaub machen für sie nicht bedeutet, die Füße hochzulegen - sondern Thaiboxen zu trainieren und Yoga zu machen. 

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