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Die Evangelische Kirche nimmt am CSD in Berlin teil

Mit einem eigenen Truck wird sie am 22. Juli in der Parade mitfahren.
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    Foto: Stefanie Loos / Reuters

„Trau dich!“ – unter diesem Motto wird die Evangelische Kirche am 22. Juli zum ersten Mal in ihrer Geschichte am Christopher Street Day (CSD) teilnehmen. Genauer: die Evangelische Kirche in Berlin. Mit einem eigenen Truck wird sie bei der Parade durch Berlin mitfahren, darauf sollen unter anderem Bräute und Bräutigame stehen. Damit will die Kirche vor allem darauf aufmerksam machen, dass sich seit 2016 auch schwule und lesbische Paare in evangelischen Kirchen trauen lassen können.

 

Eine Volkskirche beim CSD. Schon eine Sensation. Schließlich galten die Kirchen lange als ein Umfeld, in dem Homosexuelle mit Repression und Ausgrenzung zu rechnen hatten. Mit ihrem Beschluss zur kirchlichen Trauung für Homosexuelle hat sie am Ende dann aber sogar noch die eigene Regierung überholt. Deren „Ehe für alle“ soll erst ab Herbst 2017 gelten.

Die taz berichtete zunächst, dass im Namen der Kirche auch Kondome und Gleitgel verteilt werden. Auf der Verpackung der Kondome sollte in Anlehnung an ein Zitat von Martin Luther stehen: „Für Huren* und Heilige*. Trau Dich!“ Die Sternchen, um die Vielfalt der Geschlecht zu berücksichtigen. Inzwischen wurde die Idee aber verworfen. Christiane Bertelsmann, Sprecherin des evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte, sagte dazu zu jetzt: „Wir wollten unsere Botschaft, dass bei uns mittlerweile auch eine kirchliche Trauung möglich ist, in den Vordergrund stellen. Kondome verteilt auf dem CSD ja nun wirklich jeder.“

 

Die Evangelische Kirche zeigt sich schon seit einigen Jahren offen gegenüber Homosexuellen. Neben dem Beschluss zur Trauung gibt es eigene Programme zur HIV-Prävention und den ökumenischen Arbeitskreis Homosexuelle und Kirche. Dass man sich trotzdem erst dieses Jahr einen eigenen Wagen auf dem CSD leistet, liegt Sprecherin Christiane Bertelsmann zufolge aber vor allem an dem neuen Beschluss zur kirchlichen Trauung. Und auch ein bisschen am Reformationsjahr - das soll auf dem Truck nämlich auch beworben werden.

 

jwh/cha

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