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Zu Tisch

Es gibt mittags keine Alternative zu Kantine und Mensa? Von wegen! Wir haben mal nachgesehen, wo und wie junge, kreative Münchner ihre Pause verbringen.
kathrin-hollmer
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Mittagspause, das bedeutet für die meisten 14 bis 17 Minuten Kantine oder gar ein "Sad Desk Lunch" (http://saddesklunch.com) vor dem Computer. Es gibt aber auch diejenigen, die es anders machen. Die sich Zeit nehmen, rausgehen, sich zusammensetzen, gemeinsam kochen und essen. Wie diese jungen Münchner, die wir in ihrer Mittagspause besucht haben.
 
Döner von den zwei Schwestern
Maximilian Heitsch, 25, und Korbinian Lenzer, 26, haben gerade zum dritten Mal den "Aaber Award" veranstaltet, ein Preis für junge Kunst.

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"Wir sind zwei bis vier Mal in der Woche mittags in der "Josefa". Hier ist es schön klein, man kann draußen sitzen, das Essen ist immer toll und auch nicht so teuer. Außerdem ist unser Büro gleich um die Ecke. Korbinian isst heute Schmorgurke mit Speck und Couscous, das hatte er schon mal und lecker in Erinnerung. Ich esse ein Süßkartoffel-Curry mit Reis, einfach, weil es das erste auf der Tageskarte ist. Wir arbeiten zusammen und teilen uns ein Büro, darum verbringen wir die Mittagspause fast immer zusammen. Wenn schönes Wetter ist, tragen wir manchmal Stühle in den Hinterhof und sitzen zwei Stunden mit einem Bier draußen. Manchmal holen wir uns einen Döner von den zwei Schwestern vom "Deniz Kebap Haus" (Schwanthalerstraße 164), das Brot ist selbstgemacht und das Fleisch frisch und richtig gut. Oder wir sitzen im "Café Marais" (Parkstraße 2), trinken Kaffee und essen ein Stück Kuchen oder ein Croissant."
 
Arbeitskram auf der Terrasse
Die Modebloggerinnen Milena Heißerer, 22, Amelie Kahl, 21, und Antonia Wille, 27, schreiben seit März zusammen auf Amazedmag.de über Mode-, Beauty- und München-Themen.
 

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"Wir treffen uns ein Mal in der Woche vormittags bei einer von uns zu Hause, meistens bei Antonia in der Isarvorstadt. Wir haben unsere Laptops dabei, gehen E-Mails durch und planen Artikel. Im Sommer gehen wir mittags meistens auf die Terrasse, weil wir sonst tagsüber gar nicht rauskommen. Draußen sprechen wir trotzdem oft über Arbeitskram. In der Gegend um die Poccistraße machen viele Lokale erst abends auf, darum kochen wir selbst oder bestellen etwas beim Pizzaservice. Heute gibt es Feldsalat mit Tomaten, Gurke, Frühlingszwiebeln, Karotten und Balsamico-Dressing. Und Ciabatta-Brot mit Olivenöl zum Tunken. Wir essen aber nicht so wenig, weil wir Modebloggerinnen sind, sondern weil es für etwas Warmes heute einfach zu heiß ist."
 



Kunstlabor mit Wassereimerschlacht
Die Schauspielerin und Sängerin Chava Uszkurat, 19, und der Schauspieler und Musiker Sebastian Franz, 22, vom International Munich ArtLab (Imal) proben auf dem Gelände Schwere Reiter/Dachauer Straße für ihre Werkschau (17.-20. Juli in den Arri Studios):

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"Wir proben hier jeden Tag. Weil es in der Nähe nur einen Supermarkt gibt, kochen wir selbst auf einem kleinen Gasherd. Jeden Tag gehen zwei andere von uns Einkaufen und bereiten etwas für alle zu. Wir sind ungefähr 20 Leute. Oft gibt es Nudeln mit irgendwas oder drei Kilo Leberkäse. Abgestimmt wird nicht, es entscheiden immer diejenigen, die auch kochen. Als wir dran waren, haben wir Schnitzel mit Senfpanade und Kartoffelsalat gemacht. Heute gibt es grünen Salat mit Feta und Gurken und Tomate-Mozzarella, weil es so warm ist. Und danach eine Wassereimerschlacht."

Die Pizza-Designer
Die Grafikdesignerinnen Maria Joachim, 30, und Verena Reiber, 32, haben sich als "Studio Aula" selbstständig gemacht und sind seit vergangenem Jahr Teil der Bürogemeinschaft "Sinzenetti".
 

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"Wir sind 14 Leute in der Bürogemeinschaft. Dass wir alle zusammen essen, klappt also fast nie. Wir treffen uns meistens zufällig im Hof, weil sich viele mittags etwas holen und sich dazu setzen. Wir beide kochen und essen fast jeden Tag zusammen. Morgens überlegen wir uns immer, was, und kaufen dafür ein, Obst und Gemüse oft im "Löwenzahn" (Lindwurmstraße 135). Heute haben wir Feldsalat mit Äpfeln, Tomaten, Paprika, Karotte und Avocado gemacht, dazu gibt es gekochte Kartoffeln und Kräuterquark. Wir sind beide Vegetarier, das passt ganz gut. Eine richtige Küche gibt es nicht, weil die Jungs hier in der Überzahl sind und sich mittags oft nur einen Döner holen, aber unsere Kochplatten tun es auch. Mit Kunden gehen wir manchmal in die "Goldmarie" (Schmellerstraße 23). Wenn wir im Stress sind, holen wir uns etwas vom Sushi- und Wok-Bistro "King Rice" (Tumblingerstraße 24) oder essen um die Ecke in der Pizzeria "Cuccini" (Lindwurmstraße 123). Wir haben das Corporate Design für sie entwickelt. Ihre Pizza Nummer 13 heißt deshalb ‚Sinzenetti’ und ist nach uns benannt. Wir durften uns den Belag überlegen: Rucola, Parmesan, Mozzarella, Kirschtomaten, Oliven und Pilze."
 



Stoffproben im Biergarten
Anja Pawlik, 30, und Roman Dorfner, 31, führen seit 2012 zusammen das Männermode-Label j’ai mal à la tête.
 

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"Im Sommer verbringen wir unsere Mittagspause gern im Biergarten in der Pasinger Fabrik. Wir wohnen gleich um die Ecke, es ist bürgerlich, aber das mögen wir. Hier kennt uns keiner. Nach den Stoffmessen breiten wir hier manchmal 200 Musterlaschen aus und suchen die neuen Stoffe für die Kollektion aus. Am Gärtnerplatz würden wir das nicht machen wollen. Wir arbeiten zu Hause, darum gehen wir mittags meistens raus, wenn auch nicht immer zur selben Zeit. Manchmal arbeiten wir bis ein Uhr nachts und stehen nicht so früh auf. Wir holen uns auch gerne eine Leberkässemmel vom Pasinger Viktualienmarkt. Wenn wir unterwegs sind, essen wir oft im "Nudo" (Amalienstraße 53). Heute haben wir nur ein Radler bestellt, zum Essen ist es uns noch zu heiß."
 
Mit dem Praktikanten im Ladenatelier
Die Designerin und Künstlerin Miriam Schaaf, 32, hat 2009 ihr Modelabel Schaaf gegründet. Ihre Mittagspause verbringt sie mit ihrem Praktikanten Tobias F. Müller, 25.
 

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"Ich gehe ganz selten mittags raus, meistens bleibe ich in meinem Ladenatelier in der Landsbergerstraße. Im Sommer ist es hier schön kühl. Ich koche mittags meistens eine Kleinigkeit. Wenn Praktikanten oder Schneiderhilfen da sind, mache ich für die auch etwas mit – oft Nudeln oder Reis mit Gemüse. Ich mache bewusst Pause, das ist mir wichtig. Es kommt vor, dass ich vor dem Computer esse, aber dann arbeite ich nicht, sondern lese Nachrichten. Heute habe ich für meinen Praktikanten Tobi und mich Tortellioni gekocht und mit Mozzarella und Kirschtomaten, Salz, Pfeffer, Olivenöl und Kräutern angemacht. Das geht schnell und schmeckt nach Sommer. Hier in der Nähe gibt es einen guten Supermarkt: "Feneberg" (Ganghoferstraße 6). Die haben lauter Produkte aus der Region. Wenn ich Essen gehe, dann in die "Josefa" (Westendstraße 29), ein kleiner Laden, in dem es nur drei oder vier Sachen zur Auswahl gibt. Die sind aber selbstgemacht und schmecken immer sehr gut."

Text: kathrin-hollmer - Fotos: juri-gottschall

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