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Die jetzt.de-Kettengeschichte, Teil 24

Anna hat das einsame Bauernhaus betreten und will dem Schild zum "Teleport" folgen, als auf einmal Wendy Wendepunkt wieder auftaucht. Und wenn die kommt, kommt es auch zu einer Wendung in der Geschichte.
jetzt-redaktion

Was bisher geschah: Anna jobbt an der Tankstelle und haut mitten in der Nachtschicht ab - zum Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier, bei dem ihr Schwarm Gerwin Gewinner antritt. Doch dort sperren Gerwin und die alte Liesel Maier Anna auf einem Dachboden voller berühmter Kunstwerke ein. Annas Chef Paul taucht auf, um Anna zu retten. Er kennt die Entführer schon aus seiner Zeit als illegaler Kunsthändler - die drei haben gemeinsam Kunstwerke gestohlen, die magische Kräfte haben, unter anderem ein ägyptisches Totengott-Amulett. 
In einer Parallelrealität hat Anna inzwischen den Roman "Nachtschicht" gelesen und wurde in die Geschichte hineingesogen. Ihre Freundin Rana gerät in die Fänge der Entführer, Ranas Freundin Bernhard wird ermordet. Anna und Paul flüchten vor dem Chaos in die Tankstelle. Doch mit dem Totengott-Amulett haben Gerwin und Liesel eine Zombie-Armee heraufbeschworen. Zum Glück kann Anna die Geschichte mit der Kraft ihrer Wünsche beeinflussen und Paul und sie werden von einem fliegenden Einhorn gerettet, das sie schließlich in der Nähe eines verlassenen Bauernhauses absetzt, in dem es einen Teleport gibt. Anna will diesen gerade aufsuchen, als auf einmal Wendy Wendepunkt auftaucht, die zuvor schon einmal für eine Wendung in der Geschichte gesorgt hat...

Alle vorigen Teile der Kettengeschichte kannst du hier nachlesen. Und hier kommt Teil 24 von jetzt-Userin sabs0411.

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...völlig losgelöst...von der erde...  

„Wendy?“, flüstert Anna fragend.  

...schwebt das raumschiff...völlig schwerelos...  

„Wendy Wendepunkt?“  

Statt einer sinnvollen Antwort wird Anna eine Erklärung in ihrer ganzen unglaublichen Heftigkeit schlagartig bewusst gemacht. „AAAUUUAAAHHH!“, brüllt Anna, die schmerzende Nasenwurzel reibend und starrt ungläubig auf Wendy, die ungerührt die linke Faust massiert.  

„Klarer Fall von persistierender Wahrnehmungsstörung“, konstatiert Anna bemüht nüchtern.  

„Persilierendes WAS?!“, meint Wendy noch und sinkt mit einem leisen Seufzer sanft zu Boden, die cremefarbene Haarpracht gleich einem schützenden Nest um ihr faltiges Antlitz drapiert.  

„Na Flashback halt!“, mault Anna entnervt und kümmert sich eingehend um ihr anschwellendes Riechorgan.  

„Lila Einhörner hoch droben, rosa Herzchen am Fell, Lavendel in der Nase und launige Weisheiten im Ohr! So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein!“, wendet die wendehalsige Wendy postwendend die Wendung der Geschichte ein. Dies alles in einem würgenden Singsang. Dabei setzt sie mit unschuldiger Miene einen Schwall Mageninhalt gen Anna frei.  

„So eine Sauerei!“, moniert diese und beginnt widerwilligst, die Hinterlassenschaft Richtung Siebenmeilenstiefel zu bewegen, um mit Hilfe der Tarnumhänge das Gröbste von ihrer Bluse zu entfernen.  

„Welche Größe hast du denn?“, meint Anna und fischt sich ohne eine Antwort abzuwarten ein Paar High Heels des immer noch nicht abgesagten Manolo, eigentlich Manuel Blahnik, einen very britishen Prorsum Trenchcoat des legendären Thomas Burberry und etwas angestaubte Hosen im Camouflage-Chic der Max Mara Fashion Show von vor zwei Winter aus dem Schrank.  

„Wie lautet der Auftrag?“, fragt Wendy jetzt langsam wieder zu sich findend.  

„Hast du eigentlich gewusst, dass Michelangelo Merisi eigentlich das Hauptziel war?“  

„Michelangelo Merisi?“  

„Na Caravaggio, Dummerchen! Zwar nicht sein Name, nur der Geburtsort, aber den sollten wir holen. Wunderkräfte hin oder her. Das ist doch alles nur Bullshit! Die anderen Nasen haben sich dann irgendwas einreden lassen. Die waren nicht mehr zu stoppen. Rien ne va plus! Nix geht mehr! Und wie dann die Bernhard abgenippelt ist. Ausnahmezustand Hilfsausdruck.“

„Der Auftrag? Wie lautet der Auftrag?“  

Anna entfährt ein wahnsinniges Wiehern. Gruß vom Einhorn. „Willst du das jetzt durchziehen? Mein Name ist Hase – ich weiß von nichts!“

Wendys Gesichtsfarbe ist inzwischen wieder unmerklich ins Grünliche gekippt, trotzdem ist sie um Haltung bemüht. „Bitte!“, fängt sie leise an zu wimmern. Das Weiß in ihren Augen nimmt ein ungesund aussehendes Ausmaß an. Und noch einmal, diesmal flehender: „BITTE!“ 

Anna ist diese Gefühlsduselei unangenehm, weshalb sie sich gezwungen sieht, eine Machete aus ihrem Military-Outfit zu ziehen und weitere Ausbrüche dieser Art zu unterbinden. „So eine Sauerei!“, entfährt es Anna once again und sie setzt ihre Säuberungsaktion diesmal auf der Haute-Couture-Klamotte fort. „Wem soll ich jetzt die Hintergründe der Aktion TELEPORT erzählen? Wer soll erfahren, was Picasso mit der ganzen Geschichte zu tun hat? Wie erkläre ich den Leuten, dass Bernhard wieder auftauchen wird? Und was wird Mutti sagen, wenn sie meine ungeplante Schwangerschaft entdeckt?“, grübelt Anna und nestelt an den etwas zu eng anliegenden Designerfetzen rum. Plötzlich hört sie hinter sich die erstaunlich leicht aufschwingende Bauernhaustür.  

„So eine Sauerei!!!“, brüllt diesmal Paul, der offensichtlich aus seinem friedlichen Schlummer erwacht und zurück in die harte Realität katapultiert worden ist. „Und was soll dieses t65ztzrzz...“ Ein derangiert wirkender Vorgesetzter steht vor Anna, die über dem Computer eingeschlafen war. Die Kolumne „Nachtschicht“ hatte sämtliche Lebensgeister dazu gebracht, das Zeitliche zu segnen, und Anna in ein bibliophiles Nirwana geschickt. Dabei war unglücklicherweise eine nicht unbeträchtliche Menge Sabber in den eigentlich als Arbeitsgerät gedachten Rechner geflossen, sodass die schiere Unmenge an t65ztzrzz...

Du willst wissen, wie es weitergeht? Teil 25 der Kettengeschichte erscheint am 09. Oktober.

Text: jetzt-redaktion - Illustration: Yinfinity

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