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Jungen Erwachsenen fällt es schwer, eine dauerhafte Beziehung zu führen

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus den USA. Außerdem unter Jugendlichen verbreitet: Frauenfeindlichkeit.
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    Foto: Marie Maerz / photocase

Jugendlichen fällt es schwer, eine gesunde Liebesbeziehung aufzubauen. Außerdem kommen sexuelle Belästigung und Frauenfeindlichkeit unter jungen Erwachsenen alarmierend oft vor. Ein mehr als ernüchterndes Ergebnis, zu dem eine Studie der Harvard Graduate School of Education kommt, die diesen Mittwoch erschienen ist.

 

Die Untersuchung entstand im Rahmen des Forschungsprojektes Making Caring Common. Unter der Leitung des Psychologen Dr. Richard Weissbourd wurden mehr als 3000 junge US-Amerikaner zwischen 18 und 25 Jahren befragt. Interviews mit Eltern und Lehrern flossen ebenfalls mit ein.

Zunächst räumen Weissbourd und seine Kollegen mit einem Missverständnis auf: Die „hook-up culture“ unter Jugendlichen – frei übersetzt: der Hang zu schnellem und unverbindlichem Sex – werde in den USA drastisch überschätzt. Was wiederum dazu führen könne, dass Teenager sich schämen oder unnötig unter Druck gesetzt fühlen, wenn sie noch keinen Sex hatten.

 

Während nun die „hook-up culture“ überbewertet wird, finden zwei wesentliche Probleme eindeutig zu wenig Beachtung, so die Wissenschaftler.

Zum einen sei ein Großteil der Jugendlichen nicht ausreichend darauf vorbereitet, eine respektvolle, dauerhafte Beziehung zu führen. Viele der befragten Jugendlichen wünschten sich, dass ihre Eltern öfter über die Verantwortung zweier Partner füreinander sprechen. 65 Prozent gaben außerdem an, dass sie sich entsprechende Sexualerziehungskurse an Schulen hilfreich fänden.

 

Erwachsene nehmen Frauenfeindlichkeit und sexuelle Belästigung unter Jugendlichen nicht ernst genug

 

Zum anderen nehmen Erwachsene Frauenfeindlichkeit und sexuelle Belästigung unter Jugendlichen nicht ernst genug. 87 Prozent der befragten jungen Frauen berichten, dass sie schon mal sexuelle Belästigung erlebt haben. Dass sie etwa auf den Gängen des Schulgebäudes begrabscht oder als „Schlampen“ bezeichnet wurden. Dagegen hatten mehr als drei Viertel der Teilnehmer noch nie ein Gespräch mit ihren Eltern darüber, wie sich solches Verhalten vermeiden lässt.

 

Noch eine Zahl, die man unter Jugendlichen im Jahr 2017 nicht unbedingt erwartet: Jeder dritte männliche Teilnehmer gab an, dass Männer der dominierende Partner in einer Beziehung sein sollten.

Was also tun? Der Rat, den das Forscherteam aus seinen Ergebnissen ableitet, klingt banaler, als er ist: über Liebe reden. Eltern sollten ihre eigenen Beziehungserfahrungen mit den Kindern altersgerecht teilen. Sollten über Erfolge reden, aber auch darüber, was in einer Partnerschaft schiefgehen kann.

 

Noch eine Empfehlung, den Making Caring Common den Erwachsenen zuruft: step in. Sie sollen einschreiten, wenn sie von diskriminierenden oder sexistischen Äußerungen unter Jugendlichen hören. Klingt ebenfalls banaler als es ist, denn: Was, wenn die Erwachsenen selbst Sexisten sind?

 

jwh

 

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