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Jungs, welche Mädchen-Frisur hättet ihr gerne?

Sehnt ihr euch manchmal nach einer sexy Mähne?
Von Christina Waechter und Christian Helten
  • frisur
    Foto: norndara/photocase.de

Die Mädchenfrage:

 

Liebe Jungs,

 

Neulich, so kurz vor dem Einschlafen, wo einem bekanntlich immer die besten Ideen kommen, dachte ich darüber nach, welche Frisur ich denn hätte, wenn ich ein Typ wäre.

 

Ich bin an diesem Abend zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen, überlegte aber, dass ich wahrscheinlich schon voll einen auf Bergschrat machen würde, ganz ohne Rücksicht auf Verluste. Ich würde mir einen langen Vollbart wachsen lassen – vielleicht sogar so einen fein ausdefinierten Schnurrbart drechseln, mit dem man an internationalen Schnurrbartwettbewerben teilnehmen kann. Die langen, glänzenden, weil nie auch nur irgendwie chemisch behandelten Haare, würde ich in einem Man-Bun zusammenfassen. Nur um zu schauen, ob mir das steht.

Längerfristig würde ich sie mir vermutlich doch abschneiden. Und vermutlich zu so einer schneidigen Frisur schneiden lassen, bei der man immer nicht genau weiß, ob der Träger Spieler beim FC Bayern oder Anhänger der sogenannten „Alt-Right-Bewegung” ist. Ich glaube, ich könnte so ziemlich gut aussehen.  

 

Ich weiß, meine Überlegungen sind ziemlich faszinierend für euch, aber da die Rubrik nun mal „Mädchenfrage“ heißt, kommen wir nun zum eigentlichen Teil, meiner Frage an euch:

 

Habt ihr auch manchmal solche spätabendlichen Überlegungen? Welche Frisur hättet ihr, wenn ihr Mädchen wärt? Lange Wallehaare zum Streicheln und Sich-sexy-fühlen? Kurze Haare wegen praktisch und cool? Glatze? Oder so einen halblangen Bob, der jedem Gesicht schmeichelt und hinter dem man sich so gut verstecken kann?

 

Hättet ihr lieber Locken oder glatte Haare? Wären sie zu komplizierten Flechtfrisuren hochgesteckt oder immer offen? Könnt ihr uns zuliebe mal euer konjunktives Hirnstüblein anschmeißen und euch da ein paar Antworten überlegen? Das wäre urst super!

 

Vielen Dank,

eure schlaftrunkenen Mädchen

 

Die Jungsantwort:

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    Illustration: Katharina Bitzl

Liebe Mädchen,

 

Ich vermute, dass wir Jungs öfter drüber nachdenken, wie es wäre, Brüste zu haben, als darüber, wie es sich mit weiblichen Haaren lebt. Ich glaube nicht, dass viele von uns schon oft wach lagen und sich fragten, was wir als Mädchen auf unseren Köpfen alles veranstalten würden.

 

Denn eigentlich sind wir ja ganz zufrieden, dass bei uns das Haarthema so schön unkompliziert ist. Wir bekommen ja mit, wie ihr regelmäßig vor (und nach) Friseurbesuchen mit euren Frisuren hadert. Wie euch all die schweren Bob-Pony-Entscheidungen zermürben, weil es so viele Möglichkeiten gibt, die wir nicht haben. In solchen Momenten sind wir meistens froh, dass wir beim Friseur meistens nur drei Worte brauchen: „So wie immer“.

 

Manchmal aber wird uns dieser Mangel an Möglichkeiten fad. Dann überlegen wir, ob es nicht doch mal eine Glatze sein sollte oder wir uns die Haare mal lang wachsen lassen sollten – und sagen nach dem Haarewaschen dann doch meistens wieder unsere drei Worte. Weil uns eine Glatze eh irgendwann droht, beziehungsweise weil es Anton Hofreiter gibt. Aber dann kann es durchaus vorkommen, dass wir unsere Gedanken schweifen lassen – was ich jetzt mal stellvertretend für alle Jungs tun werde.

 

Vor allem würden wir als erstes sehr lange Haare haben wollen. Die sind am weitesten von unseren Frisuren weg, wir wissen nicht, wie sie sich anfühlen und wie es sich mit ihnen lebt. Diesen Maximalgegensatz zu unseren Frisuren würden wir dann ausgiebig erkunden:

 

Wir würden spüren wollen, wie uns Haare auf Schulter oder Rücken fallen. Wir würden total dreiwettertaftmäßig in einem wüstenwindigen Land aus einem Flugzeug steigen und uns verführerisch zum Piloten umdrehen. Wir würden uns ausgiebig kämmen und striegeln (das stellen wir uns nämlich anstrengend und bisweilen auch schmerzhaft vor und müssten überprüfen, ob das wirklich stimmt). Wir würden einen Sonntagvormittag mit einem Handtuchturban in der Küche sitzen und Kaffee aus sehr großen Tassen ohne Henkel trinken. Wir würden Zöpfe flechten und Blumen einarbeiten und aufs Oktoberfest gehen. Wir würden uns einen Pferdeschwanz machen und zum Joggen ein Cap aufsetzen, durch dessen kleine Öffnung an der Rückseite wir den Pferdeschwanz schieben könnten. Wir würden schwimmen gehen und dabei nicht untertauchen, weil wir uns nicht wegen unserer nassen langen Haare erkälten wollen. Wir würden uns Sorgen um Spliss machen. Wir würden uns die Spitzen schneiden. Wir würden headbangen. Wir würden uns einen Dutt machen und ganz doll mit dem Kopf wackeln, um zu schauen, ob uns der Knoten da oben aus dem Gleichgewicht bringt. Wir würden einen Lockenwickler benutzen. Wir würden uns die Haare waschen und danach den Abfluss nicht saubermachen. Und ganz zum Schluss würden wir bei „Germany’s next Topmodel“ mitmachen und ganz arg weinen, wenn Heidi Klum sagt, dass wir jetzt eine Kurzhaarfrisur bekommen. 

Danach würde unser Gedankenexperiment sehr schnell enden. Unsere Mädchenhaare-Vorstellungskraft wäre aufgebraucht, und ob ein Bob unserem Gesicht schmeichelt, würden wir uns garantiert nicht fragen. Denn wir müssten erst mal googeln, was ein Bob eigentlich genau ist. Und dabei würde uns wieder klar werden, dass es sich ja doch ganz gut lebt in unserer eintönigen Kurzhaarwelt.

 

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