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Mit einem Knopfdruck zum Glück

Du hast genug von schlechten Nachrichten und möchtest auch mal was Schönes lesen? Dafür gibt es jetzt die "Happiness Machine".
andreas-weck

Es gibt so einige Dinge, die einen traurig machen, wenn man sich das Internetmedium seines Vertrauens durchliest. Nachrichten, die einem echt den Tag versauen können. Man erfährt von Krisen, Inflation, Armut und Krieg und am Ende fragt man sich: Wo bleiben eigentlich die glücklichen Inhalte? Die von Glücksrittern, die im Lotto gewonnen und sich den Traum vom Südamerika-Trip und der Asien-Rundreise erfüllt haben. Oder von den Menschen, die uneigennützig anderen helfen, tolle Projekte ins Leben gerufen und die Welt ein Stück besser gemacht haben. Wo bleiben diese ganzen Geschichten? Gibt es sie gar nicht? Und wieso stößt man so selten auf fröhliche Tweets und Blogeinträge, mit denen jemand seine gute Laune in die Welt schreibt?

Eines ist mal klar: Im medialen Hamsterrad haben diese Nachrichten kaum einen Platz, denn Hysterie und Angst verkaufen sich einfach besser. Was die Leser zu Gesicht bekommen, ist im Rahmen des Gatekeepings der großen Medienunternehmen eine gefilterte Realität, die leider viel zu oft die schönen Dinge außer Acht lässt. Weil man sich dann manchmal ein wenig Fröhlichkeit auf Knopfdruck wünscht, hat der britische Künstler, Designer und Autor Brendan Dawes die „Happy Machine" erfunden, die im Notfall genau das tut.

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Die Happiness-Machine druckt einem jeden Tag ein bisschen Glück aus.

Hört sich kurios an und darf auch gerne in diese Schublade gesteckt werden. Ist jedoch eine gutgemeinte Idee, die sogar ihre Abnehmer findet. Die „Happiness Machine" ist ein kleiner internetfähiger Drucker, der, mit einem Happy-Button ausgestattet, die Plattform „We feel fine" nach positiven Sätzen scannt und diese kleinen Snippets anschließend auf Papier druckt. Dabei sucht die Maschine nach geschriebenen Informationen und Gedanken von Menschen, die das Wörtchen „happy" in ihren kleinen Tweet-ähnlichen Messages benutzt haben. Wird man morgens also von desaströsen und deprimierenden Nachrichten begrüßt und möchte die mit ein wenig Freude durchmischen, drückt man seinen Happy-Button und erfährt von einem anderen Menschen irgendwo auf der Welt, warum dieser gerade jetzt glücklich ist.

Doch die Maschine kann noch viel mehr. Denn sie ist im Grunde auch fähig, an den eigenen Geschmack angepasst zu werden. Man kann beispielsweise aus dem „We feel fine"-Universum ausbrechen und das komplette Web durchsuchen lassen. Auch das Keyword kann editiert werden. Das mitgelieferte Programm macht es möglich. Zur Funktion und der Auswahl der kleinen Nachrichten sagt der Erfinder selbst: „It could easily be train times, news headlines, or your day's appointments – the printer doesn't care – it's dumb. It just prints what comes back". Auch auf die Frage, warum er denn das Medium Papier gewählt hat und nicht einfach die digitalisierten Snippets auch digitalisiert am Rechner ausgibt, hat er eine interessante Antwort. Denn Papier, so Dawes, passt in die Brieftasche, man kann es bekritzeln, braucht keinen Akku und kann es einfach so weitergeben, ohne sich zu sorgen, ob das jeweilige Betriebssystem des Gegenübers die Nachricht überhaupt abbildet. Ein schöner Satz auf Papier ist eben immer noch der einfachste Weg, ein bisschen Fröhlichkeit mit anderen zu teilen.

Die Happy Machine scheint wie ein Brückenbauer zu funktionieren. Man überquert den Graben von schlechten Nachrichten-Themen zu positiven Ereignissen und selbst bei der Ausgabeform versucht sie gegebene Grenzen zu überschreiten. Ein kleiner Hingucker, der viel geben kann. Wenn man ihn lässt. Für diejenigen, die so viel ungefilterte Fröhlichkeit nicht vertragen können, hat Brendan Dawes im Rahmen des London Design Festivals 2012 seinen Heilsbringer um den Sad-Button erweitert. Der bietet die gleiche Funktion – sucht aber eben nur das Wörtchen „sad". Welcher Knopf wohl öfter benutzt wird, weiß Dawes allerdings nicht. Aber eigentlich kann man sich das ja auch denken. 

Text: andreas-weck - Foto: brendandawes.com

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