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Skinny Jeans sorgen für Rückenschmerzen

Das behaupten zumindest britische Forscher.
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    spacejunkie / photocase.de

Wenn man durch die Innenstadt läuft, sieht man viele Mädchen, die ähnliche Kleidung tragen: Skinny Jeans in allen möglichen Farben, hohe Schuhe in allen Formen und Materialien, Jacken und Mäntel mit echtem oder unechtem Fell an der Kapuze und Taschen, die entweder in der Armbeuge getragen werden oder umgehängt sind.

 

Genau diese Kleidungsartikel sind aber laut der British Chiropractic Association (BCA) für Rückenbeschwerden und -schmerzen verantwortlich. Zumindest begründen sie diese Annahme mit einer Studie, die sie durchgeführt haben. Als Folge dieser Studie rät die BCA Frauen, zwar nicht komplett auf Skinny Jeans, riesige schwere Taschen, High Heels und Jacken mit Fellkapuzen zu verzichten, aber sich ein wenig einzuschränken und diese nicht jeden Tag zu tragen. Stattdessen sollen Frauen öfter mal weitere Hosen tragen, Sneaker anziehen und sich einen Rucksack zulegen.

In der Studie wurden insgesamt 1062 Frauen befragt. 73 Prozent gaben an, unter Rückenschmerzen zu leiden. Nur 28 Prozent war bewusst, dass Kleidung Einfluss auf die Körperhaltung hat und für Rückenprobleme sorgen kann, sie änderten ihre Kleidungswahl aber trotzdem nicht. 33 Prozent der Frauen war nicht bewusst, dass bestimmte Kleidung für Rückenschmerzen sorgen kann.

 

Zwar gaben auch 48 Prozent der Frauen an, Skinny Jeans zu tragen, jedoch gibt es in der Studie keinen ausdrücklichen Zusammenhang zwischen den als gefährlich eingestuften Kleidungsartikeln und den Rückenbeschwerden. Das heißt, dass hierbei nicht untersucht wurde, ob die Rückenbeschwerden bei einer Frau zum ersten Mal eintraten, als sie sich ihr erstes Paar High Heels kaufte, sondern nur, ob sie überhaupt unter Rückenschmerzen leide.

 

Dass High Heels – vor allem die mit den super hohen und super dünnen Absätzen – nicht gesund für Körper und Haltung sind, kann sich wahrscheinlich jede Frau denken, die schon mal mehrere Stunden in welchen verbracht hat. Auch dass Taschen, die in der Armbeuge oder auf einer Schulter stundelang herumgetragen werden, irgendwann äußerst unangenehm werden und den Rücken beeinflussen, ist nichts Neues. Wieso also die neue Studie? Vor allem, wenn diese nur die Prozentzahl der Frauen festhält, die Rückenprobleme hat, aber keine aktive Verbindung zu den von ihnen getragenen Kleidungsartikeln herstellt?

Denn auch die Chartered Society of Physiotherapy und andere Rückenexperten widersprechen der These der BCA. Dr. Mary O’Keeffe, eine Expertin an der University of Limmerick, sagte im Gespräch mit BBC, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für einen Zusammenhang gäbe. Es sei voreilig zu behaupten, die Kleidungsartikel seien für die Rückenschmerzen verantwortlich, nur weil eine Frau Rückenschmerzen habe und beim Tragen der Artikel über diese klage. Stattdessen könne die Angst, etwas zu tragen, dass angeblich schlecht für die Wirbelsäule sei, viel eher zu Problemen führen. Denn die Frauen würden aus Sorge vielleicht nicht mehr normal laufen oder gar Kleidung, die sie mögen, nicht mehr anziehen. O’Keeffe ist der Meinung, dass das Ganze nur einer der vielen Mythen sei, die das Thema Rückenschmerzen umgeben.

 

Nun kann natürlich jeder für sich entscheiden, ob er der BCA Vertrauen schenkt oder nicht. Ab und zu einen Rucksack zu tragen oder vielleicht statt einer Skinny Jeans eine weitere Hose zu wählen, kann nicht schaden. Bloß sollte man nicht vor lauter Angst vor Rückenschmerzen plötzlich alle seine High Heels und Taschen wegschmeißen oder verkaufen, sondern weiterhin Kleidung und Accessoires tragen, die einem gefallen. Spätestens wenn es wirklich fundierte Beweise für einen Zusammenhang zwischen diesen Kleidungsartikeln und Rückenbeschwerden gibt, können wir ja anfangen, nur noch Jogginghosen und Sneaker zu tragen.

vh

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