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Friendship für WG-Bewohner

Mit Hilfe eines Psychotests findet man auf Wgfinden.de potenzielle Mitbewohner mit denselben Ansichten und Vorlieben. Wir haben ihr System mit einer bestehenden WG getestet.
kathrin-hollmer

Marcus, 24, und Patrick, 24, wohnen seit drei Jahren in einer WG. Jürgen, 21, ist im April zu ihnen gezogen. Obwohl die drei in ganz unterschiedlichen Bereichen arbeiten, verstehen sie sich gut. Marcus studiert Modejournalismus und hat sich als Fotograf selbstständig gemacht, Patrick studiert Wirtschaftsingenieurwesen und macht ein Praktikum bei BMW und Jürgen studiert Medienmanagement. "Stress gibt es bei uns nie", sagt Marcus, "Das WG-Leben ist einfach schön."

Ist so viel Harmonie möglich? Wir haben bei Benjamin Pause, 26, und Blasius Posset, 27, nachgefragt. Die beiden studieren in Kiel und Frankfurt am Main Psychologie und Soziologie. Daneben haben sie gerade Wgfinden.de gegründet, eine WG-Vermittlungsseite, die über einen Psychotest Mitbewohner zusammenführt, die in den Kategorien Sauberkeit, Finanzen, kulturelles Interesse und Geselligkeit zusammenpassen. Statt Lage, Quadratmeterpreis und Badezimmerausstattung wie in den meisten WG-Portalen oder Hobbys und gemeinsamer Facebook-Freunde wie bei WG-mates geht es bei Wgfinden.de um ähnliche Ansichten und Vorlieben. Im Prinzip ist es wie eine Partnervermittlungsseite, die auch Menschen mit möglichst stimmigen Eigenschaften und Auffassungen zusammenbringt.  

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 Haben während des Studiums WGfinden.de gegründet: Benjamin Pause ... 

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... und Blasius Posset


 
Diese Merkmale wollen Benjamin und Blasius über ihren WG-Test herausstellen. Durch ihre persönlichen Erfahrungen und eine Evaluation in mehreren hundert Wohngemeinschaften haben sie herausgefunden, welche Streitpunkte im WG-Leben auftauchen, und danach 20 Fragen zusammengestellt.  

Diesem WG-Test haben wir die Jungs-WG unterzogen. In der Bildergalerie findet ihr alle Antworten von Marcus, Patrick und Jürgen:




Bildergalerie kann leider nicht angezeigt werden.




Haare im Abfluss oder eine ausgeborgte Pizza aus dem privaten Vorrat? Egal! Vielleicht liegt es daran, dass hier drei Männer zusammenwohnen, Ordnung und persönliche Essensvorräte sehen die drei jedenfalls sehr entspannt. "Patrick und Marcus haben die höchste Gesamtübereinstimmung, besonders bei ihrem kulturellen Interesse und der Geselligkeit passen sie sehr gut zusammen. In der Kategorie Sauberkeit haben Jürgen und Marcus sehr ähnliche Ansichten. Bei finanziellen Fragen sind sich alle drei recht einig", fasst Benjamin die Antworten der drei WG-Kollegen zusammen. Auch wenn sich nicht alle drei in allen Punkten einig sind, bilden sie doch eine recht stimmige WG.

Würden die drei noch nicht zusammenwohnen, bekämen sie von Wgfinden.de nach dem Test sieben potenzielle WG-Kollegen bzw. Zimmer angeboten. Beide Seiten können dann entscheiden, welche Antworten ihnen besonders wichtig sind und dementsprechend Kandidaten zu Vorstellungsgesprächen einladen. Wie das gesamte Team leben auch Benjamin und Blasius in Wohngemeinschaften und haben schon mehrere WG-Castings erlebt. "Einmal haben wir aus mehr als 100 Interessenten für ein Zimmer knapp 50 zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Das hat mehr als zwei Wochen gedauert", sagt Blasius. Ihr WG-Test soll das vereinfachen und filtert gleich die stimmigsten Partner aus der Bewerberflut heraus. 

Die Unterschiede, die eine Wohngemeinschaft spannend machen, sehen Benjamin und Blasius durch ihr System nicht gefährdet. "Der WG-Test soll nur in den Punkten für Einigkeit sorgen, die für ein funktionierendes Zusammenleben entscheidend sind", sagt Benjamin. Dabei kommen also nicht lauter Jura- und BWL-WGs heraus, das ist ihm ganz wichtig: "Eine funktionierende WG ist nach unserer Vorstellung ein Ort, an dem sich Menschen aus ganz verschiedenen Ecken in einem gemeinsamen Wohnraum wohlfühlen, durch ein paar wichtige Übereinstimmungen, aber auch wegen der nötigen Unterschiede."

Wer am Ende tatsächlich zusammenzieht, darüber entscheidet aber wahrscheinlich eher das Bauchgefühl, das man beim persönlichen Kennenlernen empfindet. Das lässt sich zwar nicht mit "trifft voll zu" oder "trifft gar nicht zu" etikettieren, ist aber mindestens genauso wichtig wie die Antwort auf die Frage, ob man gerne mal ins Theater geht.


Text: kathrin-hollmer - Fotos: Wgfinden.de, privat

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