Partner von

Was soll ich studieren? jetzt.de testet einen Orientierungstest

Die Uni Hohenheim hat den angeblich einzigen nichtkommerziellen Orientierungstest gebastelt, mit dem man sich klar werden kann, was man studieren soll. jetzt.de-Praktikantin Nina Röthel hat eben ihr Abitur gemacht und für uns den Test getestet.
nina-roethel

Mir geht es so wie vielen der circa 400.000 Abiturienten in Deutschland: Ich habe jetzt also die Allgemeine Hochschulreife, aber weiß nicht wirklich, was ich damit anfangen soll. Studieren ist ja schön, aber was? Im deutschen Schulsystem werden wir auf diese Frage einfach nicht ausreichend vorbereitet. Natürlich gab es, zumindest an meiner Schule, zwei Betriebspraktikumswochen, die wir absolvieren mussten. Aber wirklich weitergebracht haben mich die Wochen in einem Hotel nicht.

Die Universität Hohenheim bietet auf was-studiere-ich.de einen kostenlosen Online-Test an, der uns Abiturienten verraten soll, welcher Studiengang am besten zu unseren Neigungen passt. Der Test besteht aus zwei Teilen, einem allgemeinen, in dem ortsübergreifende Studiengangsempfehlungen abgegeben werden und einem zweiten Teil, der speziell auf Studiengänge an der Universität Hohenheim ausgelegt ist. Nachdem mich Hohenheim als Studienort aber nicht so wahnsinnig reizt, habe ich mich dabei auf den ersten Teil beschränkt. Dieser besteht aus einer Liste mit 49 Tätigkeiten, bei denen ich mit Hilfe einer Skala von „gar nicht“ bis „sehr“ entscheiden muss, wie sehr sie mich interessieren. Da heißt es beispielsweise „neue Dinge lernen“, was ich spontan mit „sehr“ beantworte. So klickt man sich dann durch alle Tätigkeiten, vorbei an „sich mit komplizierten Problemen auseinandersetzen“ bis hin zu „eine Ordnungssystematik entwickeln und anwenden“. Ein Studium muss es sein, folgere ich Nach nur zehn Minuten habe ich alle Tätigkeiten bewertet und den ersten Teil des Tests beendet. Mein Testergebnis kann ich sofort auswerten lassen. Mir wird zunächst mein Interessenprofil gezeigt: Ich erfahre, dass ich ein überdurchschnittliches Interesse an Tätigkeiten hätte, die für ein erfolgreiches Studium bedeutsam seien. Ein Studium muss es also sein, folgere ich daraus. Desweiteren wird mir angezeigt, wie hoch mein technisches, forschendes, musisch-sprachliches, soziales oder organisatorisches Interesse ist. Daraus kann ich schließen: Ich habe ein relativ ausgeglichenes, breites Interessensband. Nach dieser grundsätzlichen Interessensauswertung wird es dann interessant. Endlich erfahre ich, welche Studiengänge für mich geeignet sein sollen. Gleich an erster Stelle: Psychologie. Mit diesem Studiengang stimme mein Interessensprofil exakt überein. Tatsächlich habe ich über diese Möglichkeit schon öfters nachgedacht. Dann aber wird es abwegiger: Unter den Studienfächern mit sehr hoher Übereinstimmung mit meinem Interessensprofil finden sich nämlich unter anderem Pflegewissenschaft und Wirtschaftsinformatik. Dabei habe ich mit Altenpflege noch nie etwas am Hut gehabt, Wirtschaft langweilt mich zu Tode und mit Computern stehe ich sowieso auf Kriegsfuß. Dennoch lässt sich nachvollziehen, wie es zu diesem Ergebnis kam. Ich habe wohl ein ausgeprägtes Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen und deshalb die Rubriken soziale und unternehmerische Tätigkeiten überdurchschnittlich hoch bewertet. Das mag so schon stimmen, aber Altenheimleiterin, wie mir hier nahe gelegt wird, will ich nicht werden. Zur Verteidigung des Tests muss man aber sagen, dass es mit der Bewertung von nur 49 Tätigkeiten so gut wie unmöglich ist, ein ausführliches Interessenprofil zu erstellen. Zumal bei den meisten Fragen, wie Interessiert es Sie, einen Flyer oder einen Werbetext kreativ zu entwerfen oder Interessiert es Sie, als Musiker in einem Orchester zu spielen, von vornherein klar ist, auf welchen Studiengang sie abzielen und man daher zu sehr beeinflusst ist, wenn man bereits eine vage Idee hat, was man studieren möchte. Sobald man nämlich das Prinzip durchschaut hat, lenkt man das Testergebnis automatisch in die Richtung, die einem am liebsten wäre. So ähnlich wie bei den Bravo-Psychotests, bei denen sich das Ergebnis nach Belieben steuern lässt. Vermutlich ist das aber das Problem eines jeden Tests, weshalb man diesem hier keinen wirklichen Vorwurf machen kann. Sehr schön ist, dass bei der Auswertung nicht nur die geeigneten Studiengänge angezeigt werden, sondern auch gleich der dazugehörige Beruf. So kann man sich viel mehr darunter vorstellen und weiß sofort, worauf der genannte Studiengang hinausläuft. Wenn ich mich zum Beispiel dafür entscheiden sollte, Reiseleiterin zu werden, sollte ich, wie ich hier erfahre, Archäologie, Kunstgeschichte, Ethnologie oder auch Sportwissenschaft studieren. Fazit: Alles in allem ist der Test gut geeignet, um sich bereits durchdachte Studienideen bestätigen zu lassen.

Zur Startseite

Die besten Geschichten von jetzt -

täglichen Newsletter bestellen

oder auf WhatsApp abonnieren