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Beyoncé macht den Super Bowl politisch

Ihr Auftritt war eine Hommage an die schwarze Bürgerrechtsbewegung der Black Panther.
Von Franziska Schwarz
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    Foto: Matthew Emmons/ USA Today Sports

Beyoncé hat in der Halbzeit des Super Bowl alle an die Wand getanzt. Coldplay und Bruno Mars hatten neben ihr keine Chance. Das könnte daran liegen, dass die Sängerin aus Houston mit "Formation" ein politisches Ausrufezeichen setzte. Ihre Tänzerinnen trugen Outfits im Stil der Black Panther: schwarzes Leder und schwarze Baretts. Während der Performance streckten die Frauen die Faust in die Luft, eine typische Geste der Bewegung. Beyoncés Instagram-Fotos von der Generalprobe zeugen von der Kraft, die diese Inszenierung entwickelt. 

A photo posted by Beyoncé (@beyonce) on

Die Black-Panther-Partei wurde vor 50 Jahren von Huey Newton and Bobby Seale in Kalifornien gegründet - eine Reaktion unter anderem auf die Ermordung von Malcom X im Jahr 1965. Die Black Panther wollten - auch bewaffnet - gegen die Unterdrückung von Afroamerikanern in den USA kämpfen. In den folgenden zwei Jahrzehnten war die militante Bewegung besonders aktiv. Gestützt auf sozialistische Ideen von Marx oder Mao, waren die Hunderten Ortsgruppen von den Anschauungen her aber oft gespalten.

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Die Lyrics von "Formation" sind eine klare Ansage: Afroamerikaner sind stolz auf ihre Kultur, werden sich nicht unterdrücken lassen und weiterhin gegen Diskriminierung kämpfen. "My daddy Alabama, Momma Louisiana. You mix that Negro with that Creole make a Texas bamma" singt Beyoncé, oder:  "Earned all this money but they never take the country out me” und schließlich: "I might just be a black Bill Gates in the making, cause I slay." Zu ihrem Auftritt trug Beyoncé ein Jackett, das auch ein Kopfnicken war in Richtung des dereinst ersten erfolgreichen schwarzen Popmusikers überhaupt, Michael Jackson.

Auch im Musikvideo (mit Gastauftritt ihrer Tochter Blue Ivy), das Beyoncé einen Tag vor dem Super Bowl veröffentlicht hatte, beschwört sie in eindrucksvollen Bildern den Alltag vieler Schwarzer: ein Polizeiauto in New Orleans steht unter Wasser (der verheerende Sturm "Katrina" im Jahr 2005), ein kleiner schwarzer Junge im Hoodie tanzt vor Polizisten-Publikum und auf einer Wand prangt das Graffito "Stop Shooting Us" (im Februar jährt sich zum vierten Mal die Erschießung des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin).  

Bei so viel Credits, die Beyoncé für diese Darbietung gerade kriegt, freuen sich viele fast ein kleines bisschen, dass sie bei ihrer sonst so perfekten Super-Bowl-Performance fast gestolpert ist - aber eben nur fast. Sie hat weitergetanzt. "Cause I slay."

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