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Auf Pressebildern ist Harry Potter erwachsen – und spießig

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Harry Potter sieht heute ganz schön spießig aus. Der Anzug. Die Krawatte. Das Beamtengesicht. Aber hey, Harry ist jetzt halt auch schon Ende 30. Und noch mal hey – war er früher etwa der Typ, der in coolen Klamotten rumgelaufen ist? Nee. Harry hatte meistens eine Schulrobe an und hat sich mehr für den Kampf gegen das Böse interessiert als für Mode. Drum ist das schon okay.

Das Foto, das den Anzug-Harry zeigt, zeigt eigentlich den Schauspieler Jamie Parker, der in dem neuen Theaterstück „Harry Potter and the Cursed Child“ den erwachsenen Zauberlehrling spielt. Das Stück, an dem auch Potter-Erfindern J.K. Rowling mitgeschrieben hat, wird am 7. Juni im Palace Theatre in London uraufgeführt. Es erzählt die Geschichte 19 Jahre nach dem Ende der Schulzeit von Harry, Hermine und Ron weiter. Im Mittelpunkt wird wohl Harrys Sohn Albus stehen. 

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Familie Potter: Harry (Jamie Parker), Sohn Albus (Sam Clemmett), Ginny (Poppy Miller)

Foto: Pottermore

Und jetzt wurden eben die ersten Fotos der Darsteller in ihren Kostümen veröffentlicht. Und ja, ein bisschen spießig sehen die schon aus (könnte aber auch an dem fiesen, dunklen Hintergrund liegen). Der US-Popkultur-Blog Vulture schreibt dazu: „Welcome back to the world of Harry Potter, a world of magic and mystery, but in this case, mostly middle-aged folks in comfortable fabrics.“

Vor allem Harry und Ginny sehen aus, als seien sie hauptberuflich fürsorgliche Eltern mit einem Kombi in der Auffahrt. Sohn Albus trägt seine Schulrobe (schlauerweise eine, die dem Betrachter nicht verrät, in welches der vier Hogwarts-Häuser er gesteckt wurde). Und Ron einen gestreiften Pullover, denn er wird sicher immer noch das zu groß geratene Kind sein.

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Familie Weasley-Granger: Ron (Paul Thornley), Hermine (Noma Dumezweni) und Tochter Rose (Cherrelle Skeete)

Foto: Pottermore

Die Veröffentlichung der Fotos, auf denen natürlich auch die erwachsene Hermine Granger zu sehen ist, hat auch eine Debatte aus dem vergangenen Jahr noch mal hochkochen lassen – da wurde nämlich bekannt, dass sie von der dunkelhäutigen Noma Dumezweni gespielt wird. Das gefiel nicht allen, weil die meisten bei Hermine an Emma Watson aus den Potter-Filmen denken. J.K. Rowling sagte dazu nur, Hermines Hautfarbe sei im Buch nie genannt worden. Guter Punkt. Dem man höchstens entgegensetzen könnte, dass in den Romanen einige Charaktere explizit als „black“ beschrieben wurden – man also davon ausgehen könnte, dass Rowling Hermine ebenfalls so beschrieben hätte, wenn sie nicht weiß wäre.

Aber erstens ist es ja auch völlig egal, wie sich Rowling Hermine vorgestellt hat. Sie ist ein fiktiver Charakter und fiktive Charaktere können sich verändern – egal, ob es sich dabei um James Bond oder Hogwarts' schlauste Schülerin handelt. Und zweitens zeigt die ganze Diskussion ja, dass es genau richtig war, Hermine mit Dumezweni zu besetzen. Eine solche Wahl muss eben so oft getroffen werden, bis sie endlich Normalität ist und keiner mehr drüber spricht.

nasch

 

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