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Jungs, was sind eure Blumen?

Bei Mädchen gehen die als Geschenk immer. Und was ist das Pendant bei euch? Alkohol zählt nicht!
Von Anna Farwick und Max Sprick
  • blumen
    Foto: mrsnikon/photocase.de

Liebe Jungs, 

oft hören wir Mädchen den Vorwurf, wir seien so kompliziert. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Aber es gibt einen Punkt, da sind wir Mädchen recht simpel gestrickt, wirklich. Achtung: Es gibt ein Universal-Geschenk für uns.

 

Jeder kann es verschenken. Nicht nur ihr Jungs an uns, sondern eben auch wir Mädchen untereinander. Es ist in allen möglichen Preisklassen und Farbkombinationen erhältlich. Es passt sich den Jahreszeiten an. Es kann ganz klein aber auch ganz groß sein. Aus einem Fachgeschäft oder aber auch aus dem Supermarkt.

 

Die Rede ist von Blumen. Neben dem klassischen Strauß geht auch die Topfpflanze. Ich privat habe allerdings leider keinen grünen Daumen und mir tut es dann immer so leid, wenn ich mal wieder eine geschenkte Topfpflanze zu Tode gegärtnert habe. Aber der Gedanke, ein Geschenk zu haben, das von Dauer ist, vorausgesetzt, wir kümmern uns gut drum, ist an sich schön. Wobei der Blumenstrauß in Farbe und Gestaltung etwas flexibler ist als eine Topfpflanze. Weswegen er wohl auch öfter verschenkt wird. Und auch zu recht.

 

Blumen gehen einfach immer. Egal, ob ich nur zum Tee eingeladen bin und mich mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedanken möchte, oder es etwas zu feiern gibt, einen Erfolg an der Uni, im Job oder einen Geburtstag. Man kann sie als Last-Minute-Überraschung hernehmen, aber auch als von langer Hand geplantes Geschenk.

 

Und um da noch die letzte Scheu zu nehmen – ich habe nämlich gesehen, dass man im Internet Regeln findet, die es beim Verschenken von Blumen vermeintlich zu beachten gilt: nicht stressen. Man kann eben eigentlich fast nichts falsch, aber sehr viel richtig machen. Ich behaupte mal, dass jeder um die Bedeutung von roten Rosen weiß und wann sie zu verschenken sind. Bei allen anderen Blumen weiß der Florist zur Not, wann was geht. Meistens geht aber alles, immer.

 

Ihr merkt: Blumen, große Wirkung bei kleinem Risiko.

 

Was mich zu der Frage bringt: Was ist eigentlich mit euch Jungs? Kann es sein, dass ihr in dieser Hinsicht deutlich komplizierter seid als wir Mädchen? Dass es für euch gar kein universelles Geschenk gibt? Und bevor ihr mir jetzt mit Alkohol um die Ecke kommt: Den akzeptiere ich nicht als Antwort. Denn indirekt zwinge ich dem Beschenkten damit ein Getränk auf, dass ihm vielleicht gar nicht schmeckt und dann Ewigkeiten irgendwo herumsteht, nur um eines Tages weiterverschenkt zu werden. Und noch viel wichtiger: Ich kenne genug Jungs und Mädchen, die gar keinen Alkohol trinken. So richtig universell ist Alkohol also nicht.

 

Jungs, helft mir, was sind eure Blumen? Oder freut ihr euch auch über einen schönen Strauß oder einen Kaktus im Topf? Womit kann ich euch sagen: „Herzlichen Glückwunsch“, „du bist echt toll!“ oder „das wird schon wieder!“?

  • jungsfrage text
    Illustration: Katharina Bitzl

Liebe Mädchen, 

ich bin sehr froh, dass ihr das gefragt habt. Bisher dachte ich nämlich, Blumen zu schenken, sei viel zu kitschig. Eine billige Notlösung, wenn einem nichts Persönliches einfällt. Dass ihr euch trotzdem freut, ist gut zu wissen.

 

Damit zu uns und da gleich vorweg total simpel gesagt: Ihr könnt uns auch einfach so „Herzlichen Glückwunsch“ oder „Das wird schon wieder!“ sagen. Ohne uns dazu etwas schenken zu müssen. Hauptsache, ihr meint es ernst! Außer vielleicht, ihr garniert es mit einem ehrlichen Lächeln – das Geschenk kommt immer an, so cheesy das auch klingt. Bei dem Satz „Du bist echt toll!“ freut sich übrigens garantiert jeder von uns.

 

Aber gut, wenn ihr uns denn uuuuunbedingt was Materielles schenken wollt... Mein erster Reflex wäre tatsächlich die Antwort „Alkohol“ gewesen. Ihr mögt recht haben, es gibt sicher irgendwo tatsächlich Jungs, die nichts trinken. Und auch bei denen, die es tun, kann man mit einem Alkohol-Geschenk viel falsch machen. Ich zum Beispiel würde mich wahnsinnig über einen feinen Gin freuen, eine Flasche Wodka aber einfach bei der nächsten Gelegenheit weiterverschenken, statt sie zu trinken.

 

Aber ist das mit Blumen nicht genau so? Hat da nicht auch jeder seinen eigenen Geschmack? Ok ok, man kann den Floristen fragen, wenn man selbst keine Ahnung von Pflanzen hat. Aber der kennt euch und eure individuellen Präferenzen ja auch nicht. Blume ist nicht gleich Blume, genau wie Alkohol nicht gleich Alkohol ist.

 

Oder konkreter: Ihr Mädchen habt, so kommt es mir zumindest vor, doch eigentlich einen sehr dezidierten Blumen-Geschmack, bei dem man auch noch immer die unterschiedliche Bedeutung unterschiedlicher Gewächse beachten muss. Ich habe früher zum Beispiel gerne Rosen aus dem Garten meiner Eltern verschenkt. Das fand meine Mama nicht so klasse, bei den Empfängerinnen kamen sie sensationell an – Klischee bestätigt. Ich würde aber nie eine Rose an irgendeine flüchtige Bekannte verschenken. Genau wie ich nie eine Lilie verschenken würde, obwohl ich selber sie hübsch finde. Von irgendwo her weiß ich, dass Lilien für Eitelkeit und Prunksucht stehen. Von wegen, man kann nichts falsch machen!

 

Ach so, bevor ihr euch fragt: Nachdem ich mich nicht daran erinnern könnte, jemals irgendwo Blumen geschenkt bekommen zu haben, habe ich auch mal meine Kumpels gefragt. Keiner von uns hat schon mal einen Strauß bekommen, oder würde sich darüber freuen. Allgemeiner Konsens: „Verwelkt doch nach spätestens zwei Tagen eh.“

 

Dann lieber Geschenke, die länger halten als abgeschnittene Pflanzen oder eine Flasche destilliertes Irgendwas. Ich persönlich freue mich immer am meisten über: etwas wirklich Persönliches. Hundert Punkte gibt’s von mir für einen handgeschriebenen Brief. Muss nicht mit Füller und kann auf verknittertem Karo-Papier sein. Hauptsache ein paar Zeilen, für die sich der Verfasser ein paar Momente Zeit genommen und Gedanken gemacht hat. Klingt ja eigentlich auch total simpel, hat aber hohen Wert, so ein Blatt, auf dem mehr als nur „Herzlichen Glückwunsch“, „Du bist echt toll!“ oder „Das wird schon wieder!“ steht. Muss nicht viel sein. Eine oder mehre gemeinsame Erinnerungen. Oder so.

 

Dazu ein aufmunterndes Wort, wenn etwas schon wieder werden soll, ein Grund, warum man echt toll ist oder ein paar zusätzliche Wörter zum Glückwunsch. Sowas kann man aufheben und bei Bedarf immer wieder lesen, sich erinnern und daran erfreuen – und einen immer wiederkehrenden Ego-Boost rausziehen. Wie oft bekommt man heutzutage schließlich schon was per Hand geschrieben und nicht bei Whatsapp oder als SMS?

 

Ihr merkt: Briefe, dauerhafte Wirkung ohne Risiko.

 

Eure Jungs

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