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Bloß nicht dahin, wo die Touristen sind!

…und andere Thailand-, Sri Lanka-und Iran-Tipps von unserer Autorin, die in diesen Ländern noch nie war. Aber im Café ständig Menschen darüber reden hört.
Von Mercedes Lauenstein
  • urlaub jetzt
    benicce / photocase.de

Brasilien? Kalifornien? Bretagne? Italien? Haha: „Provence“? Total 70er-Jahre! Fährt heute keiner mehr hin.

 

Heute fährt man nach Thailand (geht ja eigentlich seit "The Beach" immer!), Sri Lanka (fahren neuerdings alle hin, muss also gut sein) und in den Iran (hat irgendwie sowas Subversives).

 

Ich war noch nie in Thailand, Sri Lanka oder dem Iran. Demnächst hatte ich es auch nicht vor. Aber falls ich es eines Tages doch vorhabe, muss ich mich nicht mehr mit Reiseführern eindecken. Ich war nämlich schon oft in Cafés. Und egal in welches Café man geht, am Nebentisch sitzt immer irgendeine WG-Bewohnerin, die irgendeinem WG-Bewohner von Thailand, Sri Lanka oder dem Iran erzählt.

 

Egal, in welches Café man geht, am Nebentisch sitzt immer jemand, der gerade von Thailand erzählt

 

Hört man da eine Weile lang zu, muss man bald schon gar nicht mehr hinfahren, um genauso originell mitreden zu können.

 

Im Folgenden also ein paar superauthentische, real-life-gecrowdfundete Vorschläge für alle, die auch bei Thailand, Sri Lanka und Iran mitreden wollen, ohne dagewesen zu sein. (Natürlich ohne Gewähr! Ich war da ja noch nie. Ich war ja nur Kaffee trinken. Ich kann nichts dafür.)

Thailand

 

Bloß nicht nach Koh Samui oder Ko Phi Phi. Da sind nur Touristen. Oder diese Backpacker. Sie machen leider alles kaputt! Echt schade!

 

Die Thais lachen den ganzen Tag, das sind die herzlichsten Menschen, die es gibt, und immer glücklich.

 

Full-Moon-Party auf Ko Phangan ist zwar ziemlich touristisch, aber muss man eigentlich schon mal erlebt haben.

 

Besser: Ko Lanta. Da gibt es noch echte Geheimtipps. Und von da mit dem Speedboot zu den noch kleineren Insel drumherum. Da gibt es noch mehr Geheimtipps.

 

Es ist superschwer geworden, noch so richtig spottbillige Bungalows direkt am Strand zu finden. Alles wegen der Touristen. Schade. War in Asien früher auch mal anders. Aber wenn man sich Mühe gibt, findet man manchmal noch welche für weniger als fünf Euro am Tag. Man muss halt echt suchen. Und nicht weitererzählen. Nur Freunden und Bekannten und so. Aber nicht den Touristen.

 

Einfach toll, die Thai-Küche!

 

Papaya-Salat, Papaya-Salat, Papaya-Salat! Einfach toll, die Thai-Küche, vor allem die Straßenküchen. Aber als Vegetarier hat man da echt Probleme. Und mit Fleisch, das in der Sonne liegt, darf man auch nicht empfindlich sein.

 

Krabi oder Krabi Krabi gibt's da auch, in Thailand. Ist eine Stadt, ein Ort oder eine Insel? Oder doch eine Spezialität? Zur Not einfach "Krabi" sagen und vieldeutig "Ja, ach Krabi, tja" sagen und den Rest dem Gegenüber überlassen.

 

Wenn ein Thai scharf sagt, meint er extreeeeeeem scharf!

 

Bangkok ist voll heftig, Kulturschock. Aber eigentlich reichen drei Tage. Unbedingt Ladyboys anschauen. Und unbedingt auf eine Rooftop-Party gehen. Und natürlich viel Tuk-Tuk-Fahren. Aber Vorsicht vor den Fahrern, die wollen einen abziehen. Aber sie tun einem halt auch leid. So arme, echt richtig alte, ganz dünne Männer, die sich so durch den Verkehr kämpfen, und hintendrin halt die reichen, weißen Touris, die alles ganz billig haben wollen.

 

Kann man zwischendurch immer gut noch mal betonen: Die Menschen da in Thailand sind so wahnsinnig glücklich!

 

Die Elefanten freuen sich richtig, wenn sie gewaschen werden!

 

Besuch auf einer Elephant-Farm geht natürlich eigentlich gar nicht. Muss man aber irgendwie trotzdem mal gemacht haben. Vielleicht bei einer Farm, wo die Tiere halt nicht gaaaaaanz so schlecht behandelt werden. Und unbedingt mitbuchen ins Paket: Elefanten im Fluss waschen! Wenn’s geht, mit Elefantenbaby. Und die Elefanten freuen sich richtig, wenn sie gewaschen werden, sowas spürt man einfach, die sind da echt total dankbar.

 

Das richtig authentische Thailand ist ja eigentlich im Norden, bei Chang Mai. Da sollte man in die bunten Tempel gehen und unbedingt eine Trekking-Tour buchen. Gibt tausend Anbieter.

 

Die Thais haben das mit der Massage einfach im Blut. Und sie sind so fröhlich dabei! Aber schauen, dass man bloß nicht zu viel bezahlt!

 

Achso: Bangkok ist eigentlich besser zum Schluss. Wegen Shoppen (voll billig alles!) und Zeug nach Hause bringen. Aber unbedingt auf eine Rooftop-Party gehen.

 

Sri Lanka

 

Leider ja mittlerweile alles voller Touristen. Man trifft sogar Leute, die man kennt.

 

Man kann Teeplantagen besichtigen (hieß ja früher Ceylon, kennt man ja, Ceylon-Tee) und berühmte Felsen (einer ist total touristisch, der andere weniger, lieber auf den gehen, den Namen kann man sich leider immer nicht merken)!

 

Leider sieht man von den Leoparden und den anderen Tieren in den Nationalparks nicht viel. Insgesamt waren die Nationalparks in Sri Lanka eher enttäuschend, sagen auch die anderen, die man zufällig dort getroffen hat.

 

Immer nur Rotti, Kottu, Fried Rice und Currys, die eigentlich alle gleich schmecken

 

Hätte man ganz anders erwartet, aber leider ist das Essen nicht so vielseitig. Immer nur Rotti, Kottu, Fried Rice und Currys, die eigentlich alle gleich schmecken.

 

Am besten mietet man sich ein Auto, denn der öffentliche Nahverkehr ist nicht so toll.

 

Die Leute sind aber super herzlich und super freundlich. Vor allem die Armen.

 

Aber manchmal wollen sie einen auch nur abzocken und schlagen überall ganz willkürlich irgendwelche Servicegebühren drauf. Auch Kinder. So arme Kinder von Fischern betteln einen an. Als Fischer verdienst du ja nichts mehr, und da unten in Sri Lanka erst recht nicht. Schon schlimm.

 

Unbedingt machen: Am Strand frisches Seafood grillen. Man kriegt den Fisch frisch vom Boot und so billig!

 

Am Ende denkt man sich: Schade. Man erwartet so viel von Sri Lanka, aber eigentlich sind alle asiatischen Länder spannender und Indien auch. Fährt man wahrscheinlich eher kein zweites Mal hin.

 

Und den Müll könnten sie auch mal wegräumen, der überall liegt.

 

Iran

 

Man muss wirklich gar keine Angst haben in den Iran zu fahren. Die Leute sind total herzlich und nett und super gastfreundlich. Man wird ständig zum Tee eingeladen oder von wildfremden Menschen irgendwohin gefahren, obwohl man nur nach dem Weg gefragt hat.

 

Lustig: Man braucht als Frau für das Visum ein Passbild mit Kopftuch. Man muss dann dort auch die ganze Zeit Kopftuch tragen und sich an die islamische Kleiderordnung halten im Iran. Man MUSS! Am Anfang mega aufregend und total interessant zu erleben wie sich die Frauen da fühlen, dann aber ziemlich bald nur noch anstrengend.

 

Es gibt nirgends Alkohol. Nirgends! Also, bei Privatleuten natürlich schon heimlich, aber da hat man dann fast schon Angst mitzutrinken. Man hat halt immer das mit den Peitschenhieben und der Steinigung und Gewalt gegen Frauen im Hinterkopf, das kriegt man da auch nicht raus.

 

Man fühlt sich aber wirklich total sicher im Iran, auch nachts. Die Leute da sind so hilfsbereit.

 

Die Währung ist total verwirrend, irgendwie gibt es zwei, eine echte und eine Scheinwährung, aber man versteht es einfach nicht und es kann einem auch keiner richtig erklären.

 

Hätte ja niemand gedacht, aber: In keinem Land reist man als Frau allein so sicher wie im Iran

 

Es würde ja keiner denken aber: In keinem Land reist man als Frau allein so sicher wie im Iran!

 

Die Benutzung von Kreditkarten kann man im Iran vergessen.

 

Der Verkehr ist total krass. Alle fahren kreuz und quer und ohne Rücksicht auf Verluste, auch die Busse. Alle Autos haben Beulen. Man hat ständig Angst, zu sterben. Asien? Italien? Nichts dagegen.

 

Zu Essen gibt es vor allem Kebab und komische Eissorten aus Karotten oder Nudeln.

 

Unbedingt nach Isfahan! Das ist ja die Wiege unserer Kultur.

 

 

 

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