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BR scheitert an Rap-Parodie-Video

#Selbstironie hilft da auch nicht weiter.
Von Sophie Schriever

Dass eine Gangster-Rap-Parodie nicht immer so gut gelingen muss wie Jan Böhmermanns „Ich hab Polizei“, hat der Bayerische Rundfunk heute eindrucksvoll bewiesen. Im einem neuen Musikvideo rappen Max Beier und David Hang über das öffentlich-rechtliche Fernsehen und die GEZ. Nicht gut genug, um gut zu sein. Nicht schlecht genug, um komplett lächerlich zu sein.

Natürlich kann man sich jetzt über das Video lustig machen. Über den Möchtegern-Gangsterstyle, über Reime von „ARD“ auf „Werbepause“ und die bemitleidenswerte Nebendarstellerin, die in kurzem Rock und Pelzjacke mit Geldscheinen durchs Bild tanzt. Viel schlimmer ist aber eigentlich der Post zum Video. Da schreibt das BR Campus Magazin: „Stichwort #Selbstironie“. Als würde das alles besser machen. 

 

Denn dieses Wort Selbstironie ist die billigste Art und Weise, sich von dem zu distanzieren, was man da gerade fabriziert hat. Die beiden Comedians rappen im Video über das „Magengeschwür“ des Privatfernsehens und feiern das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender ab. Was von den beiden Campus Magazin-Moderatoren wahrscheinlich gar nicht mal so ironisch gemeint ist. Immerhin wird ihr Gehalt auch durch den Rundfunkbeitrag finanziert. Und dieses fragwürdige Video genauso.

 

Selbstironie ist natürlich eine gute Ausrede dafür, etwas Schlechtes zu produzieren. Bei der nächsten Multiple-Choice Klausur kreuze wir dann auch einfach wahllos Kästchen an und schreibe #Selbstironie drunter. Oder wir schreiben ein Buch, von dem wir nicht mal selbst überzeugt sind. Macht nichts mit #Selbstironie. Wenn man den Gangster-Rap ironisch auf die Schippe nehmen will, muss man schon pointiert und witzig sein. Etwas ideenlos zu kopieren und sich dann mit der einfachen Ausrede zu distanzieren, es nicht ernst zu meinen, reicht nicht. Nie.

 

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