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Studentin verliert USB-Stick mit Video für die Beerdigung ihres Vaters

Und die halbe Uni Passau hilft ihr über Jodel beim Suchen.
  • jodel
    Screenshot: Jodel / Facebook

Saras Situation ist, nun ja... beschissen. Sie muss eine Prüfung schreiben und am nächsten Tag zur Beerdigung ihres Vaters nach Stuttgart fahren. Dafür hat die Passauer Studentin ein fünfminütiges Video zusammengeschnitten. Als sie von ihrer Prüfung nach Hause kommt, will sie das Video noch eben fertig machen – findet aber ihren USB-Stick nicht mehr, auf dem sie es gespeichert hatte. Die 20-Jährige durchsucht Hosentaschen und Wohnung, doch der Stick bleibt verloren.

Sara erzählt einer Freundin davon, die auf die Idee kommt, Jodel um Hilfe zu bitten. „Ich bin selbst eigentlich keine aktive Jodlerin“, sagt Sara der Passauer Neuen Presse. Ihr Jodel erregt auch erst mal nur wenig Aufmerksamkeit. Immerhin einer meldet sich, der einen Stick bei den Druckern in der Uni gesehen haben will. Sara und ihre Freundin fahren hin, doch auch da: kein Stick. Sie fragen rum, aber niemand kann helfen.

 

Also postet Sara einen zweiten Jodel, dieses Mal in Großbuchstaben.

„USB-Stick aus Holz wird gesucht“, schreibt sie. „Hab ihn im Wiwi verloren. Bei den Druckern. Hilfe Bitte“. Und ihr digitaler Schrei wird erhört. Mehrere hundert Jodler verfolgen den Beitrag, schreiben aufmunternde Kommentare, einige bilden Such-Teams und treffen sich spätabends am Campus, um gemeinsam nach Saras Stick zu suchen.

 

"Mein Gott, die sind jetzt alle in der Uni und suchen deinen Stick"

 

Sie selbst hat da schon resigniert und beginnt, das Video neu zu schneiden. Ihre Freundin schaut nebenbei auf die Jodel-Entwicklung. "Mein Gott, die sind jetzt alle in der Uni und suchen deinen Stick" sagt die Freundin irgendwann. "Das wäre gar nicht nötig gewesen, die Leute kennen mich ja gar nicht", erwidert Sara. „Diese Anteilnahme hat mich unglaublich gerührt und mir in der Situation auch irgendwie Kraft gegeben", erzählt sie der PNP.

 

Als sie am nächsten Morgen zur Beerdigung fährt, hält Sara noch mal bei der Uni, um etwas abzugeben. Da schaut sie beiläufig auf ihr Smartphone – und siehe da: ein Jodler schreibt: "Der USB-Stick wurde gefunden". Finder und Stick würden am Bahnhof auf sie warten. Als sie dort ankommt, steht da wirklich ein junger Mann mit einem Pappschild "USB-Stick gefunden." Und eine junge Frau hat, in der Annahme, dass Sara den Zug nach Stuttgart nehmen würde, den Schaffner des Zuges informiert und ihn gebeten, auf Sara und ihren Stick zu warten.

 

Die ist davon völlig gerührt: „Allen, die sich so viel Mühe gemacht haben: ein riesiges Danke! Ich kann immer noch nicht glauben, wie viele Menschen sich reingehängt haben, einer völlig Fremden zu helfen." 

 

max

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