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Der Sündenbot, der sich für Katastrophen entschuldigt

Einer muss ja schuld sein!
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    Foto: Screenshot Twitter

Das Erdbeben in der peruanischen Hauptstadt 1746, die Schlacht an der Worskla im Jahr 1399 oder der Eisenbahnunfall von Daimiel 1866 – es gibt jemanden, der für all diese Katastrophen jetzt die Verantwortung übernimmt. Zumindest auf Twitter. Der Sündenbot entschuldigt sich für tragische Zwischenfälle aller Art, die der Menschheit seit dem Jahr 735 vor Christus widerfahren sind. Warum? "Einer muss ja schuld sein", steht in der Beschreibung des Twitter-Profils.

Programmiert wurde der Sündenbot von Gregor Weichbrodt, einem 28-jährigen Kommunikationsdesigner und Autor aus Potsdam. Eigenen Angaben zufolge hält er auch Vorträge über unkreatives Schreiben, veröffentlichte eine Sammlung von 300.000 Pegida-Facebook-Kommentaren und erschafft eben einen Sündenbot. Die Daten für dessen Entschuldigungen werden aus Listen und Tabellen von Wikipedia extrahiert, bevor der Bot eine Entschuldigung aus ihnen formt.

Wofür genau er sich entschuldigt, entscheidet der Bot selbst. Beziehungsweise die Zufallsfunktion des Computers. Ein Python-Script durchsucht dafür Wikipedia nach Katastrophen (siehe Liste von Katastrophen), und klassifiziert sie nach einem Schema. Zusätzlich werden grammatikalische Informationen zum ersten Nomen den Satzes eingeholt. Mit dem Python-Modul Pattern.de wird später dann der passende Artikel für ein Nomen ermittelt oder Attribute werden angepasst. Mit Tracery for Python und einem großen Satz an Textbausteinen werden die Sätze geformt.

 

Manchmal aber, dann mit einer schwarzen statt einer weißen Texttafel hinterlegt, entschuldigt sich der Bot auch nicht für eine Katastrophe. Denn für wirklich alles kann man sich ja nicht entschuldigen.

max 

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