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Die "Identitäre Bewegung" schickt Rettungsboot Sea-Eye wieder weg

Die NGO sollte dem Schiff der Rechtsextremen eigentlich helfen. Ein Anruf bei Michael Buschheuer, dem Gründer von Sea-Eye.
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    Foto: Bernd Wüstneck / dpa

jetzt: Herr Buschheuer, befindet sich Ihr Rettungsboot gerade auf dem Weg zur C-Star, dem Schiff der „Identitären Bewegung“?

Michael Buschheuer: Die Sea-Eye war schon auf dem Weg zur C-Star. Wir wurden in einem Gespräch mit EUNAVFOR MED (die EU-Mission, die gegen Schlepper im Mittelmeer vorgeht; Anm. d. Red.) informiert, dass die C-Star eine Seenotfall-Meldung abgegeben hat. Und dass wir das nächste Schiff zur C-Star sind. Daraufhin haben wir in Absprache mit MRCC, der Seenotrettungsleitstelle in Rom, unseren Kurs dahingehend geändert. Wir wurden von MRCC angewiesen, Funkkontakt herzustellen, was wir auch geschafft haben. Ein Positionssignal der C-Star war für uns nicht sichtbar, obwohl es eigentlich verpflichtend ist, ein solches zu führen. Wir haben das Schiff dann besucht und dort wurde uns mitgeteilt, dass sie keine Hilfe von uns annehmen wollen. Somit haben wir uns wieder entfernt.

 

Die „Identitäre Bewegung“ hat die Hilfe verweigert?

Sie hat die Hilfe verweigert und wir haben unsere eigentliche Suchtätigkeit nach Booten in Seenot wieder aufgenommen.

 

Warum wollten sie keine Hilfe annehmen?

Entweder ist ihr Notfall nicht so schlimm oder sie wollen sich von uns nicht helfen lassen, das weiß ich nicht.

 

Die Besatzung der C-Star schreibt auf Twitter, dass keine Notlage vorliege. Können Sie beurteilen, ob das stimmt?

Nein. Wir wissen, dass das Schiff seit Tagen ohne Bewegung im Meer liegt. Vermutlich Maschinenschaden oder Motorprobleme, so wurde das auch von EUNAVFOR MED wiedergegeben. Ob sie das selbst als Notfall sehen, das liegt an deren eigener Definition. Aber offenbar haben sie ja das MRCC in Rom mit dieser Notlage betraut.

 

Sie waren auf dem Weg, Rechtsradikalen zu helfen, die NGOs wie Sea-Eye eigentlich bekämpfen wollen. Wie ging es Ihnen dabei?

Das ist irrelevant. Wenn jemand in Not ist, fragen sie nicht nach seiner politischen Überzeugung.

 

jwh

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