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Shahak Shapira sprüht Hass-Botschaften vor die deutsche Twitter-Zentrale

Und zwar genau die, die er meldete und Twitter einfach nicht löschte.

"Schon wieder ein Haufen Kanacken angekommen. Haben die die Ausfahrt nach Auschwitz verpasst??"

"Lass mal wieder zusammen Juden vergasen. Die Zeiten damals waren schön."

 

Diese und 28 weitere ekelhafte und hasserfüllte Zitate prangten am vergangenen Freitagmorgen auf dem Gehweg vor der Twitter-Firmenzentrale in Hamburg. Die Urheber: Twitter-Nutzer. Der Künstler: Shahak Shapira.

 

In einem heute veröffentlichten Video erklärt der Satiriker (29) seine neueste Aktion mit dem Namen #HEYTWITTER: "Ich habe in den letzten sechs Monaten circa 450 Hasskommentare gemeldet. Auf Facebook und auf Twitter. Die Aussagen, die ich gemeldet habe, waren keine Beleidigungen oder satirische Aussagen, sondern absolut ernst gemeinte Gewaltandrohungen, Homophobie, Ausländerfeindlichkeit oder Holocaust-Leugnung. Dinge, die niemand sagen sollte und auch niemand lesen sollte."

 

Von den insgesamt 150 bei Facebook gemeldeten Hasskommentaren habe das Unternehmen rund 80 Prozent innerhalb von ein bis drei Tagen entfernt. Anders wurde bei Twitter auf die Meldungen reagiert: nämlich gar nicht. Auf 300 gemeldete Tweets erhielt Shapira innerhalb eines halben Jahres neun immer gleiche Antworten: Es liege kein Verstoß gegen die Twitter-Richtlinien vor.

 

"Wenn Twitter mich zwingt, diese Dinge zu sehen, dann müssen sie es auch zu sehen bekommen." So geschehen: Eine Auswahl der gemeldeten Tweets, die zum Teil noch immer im Netz kursieren, hat Shahak Shapira mit den Namen der Autoren versehen, auf Schablonen gedruckt und auf den Vorplatz der deutschen Twitter-Zentrale gesprüht.

 

Am Ende des Videos taucht ein Mann von der Straßenreinigung auf. Er entfernt die Hass-Botschaften, allerdings nur unmittelbar vor dem Eingang des Bürogebäudes. Sinnbildlich für die Twitter-Politik, so Shapira. "Schön vor der eigenen Haustür kehren, um den Rest sollen sich die anderen kümmern."

 

bdie

Mehr über Shahak Shapira: 

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