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Pewdiepie antwortet auf Antisemitismus-Vorwürfe

Der Youtube-Weltstar schimpft dabei auf die Medien, als hätte er bei Donald Trump gelernt.

Felix Kjellberg, der vor allem als Youtube-Star "Pewdiepie" bekannt ist, hat sich gestern in einem elfminütigen Video zu den Antisemitismus-Vorwürfen geäußert, wegen eine Disney-Tochterfirma ihm die Zusammenarbeit kündigte. Auch Youtube hatte bekanntgegeben, die zweite Staffel von "Scare Pewdiepie" zu canceln und ihn aus "Google preferred"  zu streichen, einer Werbe-Vermittlung der Video-Plattform.

 

Ganz besonders wichtig war Kjellberg in seiner Antwort aber vor allem: zu erwähnen, wie schlecht er von den Medien bisher behandelt wurde. Zunächst zählt er einige Beispiele auf, in denen über ihn in einem Kontext berichtet wurde, den er nicht für gerechtfertigt hält, und folgert: „Je länger ich das hier mache, desto schlechter wird meine Meinung von den Medien.“ 

Die Mainstream-Medien hätten ein ganz eindeutiges Interesse daran, Social Media-Influencer wie ihn zu beschädigen. Weil diese zu viel Einfluss und Erfolg haben, so Kjellbergs Argumentation. Die Reporter des Wall Street Journal hätten Ausschnitte aus seinen Videos mutwillig aus dem Kontext genommen und daraus den Antisemitismus-Vorwurf gestrickt, der in keinster Weise wahr sei. Mit diesen Ausschnitten seien die Reporter dann zu seinen Geschäftspartnern bei Disney und Youtube gegangen und hätten sie geradezu zu einer Reaktion gezwungen. Der Artikel sei keine Berichterstattung, sondern eine persönliche Attacke gegen ihn, Pewdiepie. 

 

Dann, nach dieser fast schon trumpschen Medien-Generalkritik, geht der Youtube-Star auf den Vorwurf ein, in seinen Videos antisemitische Inhalte transportiert zu haben. Konkret geht es vor allem um zwei Videos: In dem einen halten zwei Inder, denen er über eine Freelance-Plattform fünf Dollar bezahlt hat, ein Banner mit den Worten „Tod allen Juden“ hoch. Pewdiepie argumentiert, dass er mit dieser Aktion einfach nur die Absurdität der modernen Welt im Allgemeinen und solcher Online-Services im Besonderen verdeutlichen wollte. Er habe nie damit gerechnet, dass die beiden Inder das wirklich tun würden. 

 

Es war doch alles nur Spaß!

 

In dem anderen Video bezahlte er auf einer israelischen Website einen Jesus-Darsteller dafür, ein Video hochzuladen. Darin sagte der, Hitler habe nichts falsch gemacht. Auch das, so Pewdiepie, sei sein Versuch gewesen, auf humorvolle Art die Absurdität solcher Dienste vorzuführen, in denen sich Menschen für geringe Summen zum Trottel machten.

Kjellberg erklärte, er sehe jetzt, dass er mit den Videos zu weit gegangen sei: „Ich glaube, man kann über alles Witze machen, und ich liebe es, Grenzen auszutesten. Aber ich bin nun mal nur ein Anfänger-Comedian und habe schon öfter solche Fehler gemacht.“

 

Dennoch sei der Bericht des Wall Street Journals falsch und böswillig. Die Beispiele, die die Reporter als Beweis für seinen Antisemitismus hergenommen hatten, seien komplett aus dem Kontext genommen und sogar mutwillig verfälscht wiedergegeben. So sei ein Videoausschnitt genannt worden, in dem er eine braune Uniform trug, während er einer Hitler-Rede lauschte. Das habe er aber in einem Video getan, in dem er das Youtube-Heroes Programm mit Nazi-Propaganda verglich. Ein anderes angebliches Beispiel für seine rechte Haltung sei ein ausgestreckter rechter Arm gewesen - den Arm habe er aber nur gehoben, um auf etwas zu zeigen.

„Sie wollen mich als Nazi sehen. Das ist das Absurdeste, was ich je gehört habe. (...) Sie versuchen, mich zu diskreditieren und meinen Einfluss zu verringern. Und meinen Verdienst.“ Statt sich um echte Probleme zu kümmern, sei eine persönliche Attacke gegen ihn gefahren worden, einen schwedischen Typen, der versuche, lustig zu sein. Doch das Wall Street Journal solle sich nicht zu früh freuen. Denn er sei immer noch hier und mache immer noch Videos. Am Ende des Videos bedankt sich Kjellberg mit tränenerstickter Stimme bei seinen Unterstützern.  

 

chwa

 

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