Diese Protokolle erscheinen im "Studentenatlas", ein Projekt von jetzt.de und SZ.de. Mehr Infos dazu findest du hier. Eine interaktive Erlangen-Karte für Studenten findest du hier.

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David, 30, selbstständiger Filmemacher

Erlangen ist zwar klein, bietet aber mehr Möglichkeiten als man denken könnte - gerade kulturell gibt es ein großes Angebot. Dazu kommen die leckeren fränkischen Biere und die fränkische Schweiz zum Wandern, Klettern und Mountainbiken direkt vor der Haustür.

Für Studenten ist die Stadt beinah ideal: klein genug, um sich konzentrieren zu können, aber mit genügend Angeboten, um sich nicht zu langweilen - und Nürnberg ist gerade mal 20 Kilometer weg, falls man doch mal ordentlich feiern möchte. Tagsüber kann man im Umsonstladen Free Willy ein Kuchen essen oder den Künstlern beim Einrichten einer Ausstellung zuschauen - wenn der Laden offen ist, sind hier immer gute Menschen!

Überhaupt, die Menschen: Wenn man mal über die erste fränkische Grummeligkeit hinweg ist, findet man in den Franken immer gute Freunde, die einem mit allem weiterhelfen. So empfinden wir es auch mit unserem Dokumentarfilm Südstadthelden über fünf Kinder aus fünf Nationen, die zum ersten Mal in ihrem Leben mit ihren eigenen Geschichten auf einer Poetry-Slam-Bühne auftreten. Für den haben wir auch gerade ein Crowdfunding gestartet.

Gerade im Sommer passiert in Erlangen fast alles draußen - im Theaterviertel kann man von einem Café ins nächste fallen, der Schlossgarten, der Bohlenplatz oder auch der Wasserspielplatz an der Schwabach bieten Platz zum Relaxen und Lernen an der frischen Luft. Den besten Kaffee der Stadt holt man sich bei Amirs Kaffeemann. Wenn man abkühlen möchte, sind diverse Badeseen in nächster Nähe, etwa der Baiersdorfer Weiher oder die Tongrube in Marloffstein.

Und im Winter geht man halt nach drinnen und streift durch die vielen guten Bars - wie das Gummi Wörner (ein ehemaliges Gummi-Fachgeschäft), das Transfer (mit hervorragender Gin-Auswahl), oder, noch relativ neu, das Wort & Klang. Die DJs dort legen meist elektronische Musik auf. Die besten Platten mit der sympathischsten Beratung findet man übrigens im Bongartz.


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Theresa, 21, studiert Wirtschaftspädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg   

Ich komme ursprünglich aus Heroldsbach, einem kleinen Dorf in der Nähe von Nürnberg, und wohne jetzt seit knapp einem Jahr in der Nürnberger Innenstadt. Während des Sommers, wenn die Stadt und man selbst durch den Lernstress aufgehitzt ist, braucht man ab und zu eine kleine Abkühlung. Am schönsten finde ich es dann auf dem kleinen Platz unter der großen Weide am Schleifersteg – mitten in der Stadt, aber trotzdem ein Geheimtipp unter den Studenten! Wenn das Wasser in der Pegnitz hoch genug steht, kann man dort die Füße und die Seele baumeln lassen. Außerdem gibt es eine Ecke weiter auf der Karlsbrücke eisgekühlten Weißwein to go, der mit Ausblick auf die Regnitz besonders gut schmeckt.   

Mit Freunden gehe ich gerne in die Mischbar, die gibt’s zweimal in Nürnberg. Einmal in der Nähe von der Uni oben an der Burg, und einmal unten in der Innenstadt an der Pegnitz. Dort gibt es hausgemachtes Dressing zu verrückten Salatkombinationen: Granatapfel-Birnen-Dressing zu Ziegenkäsesalat mit Kürbiskernen zum Beispiel. Richtig lecker und auch gar nicht teuer. Außerdem bekommt man da den besten Chai Latte der Stadt.   

Meine Lieblings-Eisdiele in Nürnberg ist das „Café Cascanis“. Da bekommt man nicht nur das beste selbstgemachte Eis in der Stadt, sondern auch immer ein nettes Wort vom lieben Alfredo.   

Mein geheimster Geheimtipp für das ganze Jahr ist der 30. Dezember. An dem Tag testen viele schon ihr Feuerwerk für Silvester. Wenn man dann von der Burg aus über Nürnberg schaut, hat man eine wahnsinnig tolle Aussicht, die man auch genießen kann, ohne sich mit tausend anderen am 31. Dezember um den besten Platz zu streiten.


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Erik, 22, studiert Elektrotechnik und arbeitet als Werkstudent bei Siemens

Erlangen ist besonders für die Bergkirchweih, Siemens und die Unikliniken bekannt, hat aber noch mehr zu bieten. Nürnberg ist dabei die gut erreichbare Großstadt in der Nähe, aber in Erlangen selbst herrscht eher ein entspanntes Kleinstadtleben. Der Schlossgarten mit seinen Wiesen, Blumenbeeten und kleinen Brunnen ist einer der schönsten Orte zum Entspannen, aber auch zum Slacklinen. Wer eher einen Biergarten bevorzugt, ist im Steinbachbräu - beim besten Bier Erlangens - gut aufgehoben. In der Umgebung gibt es auch einige Seen, die gut mit dem Fahrrad zu erreichen sind, und zwei Schwimmbäder. Mein absoluter Favorit zum Abkühlen im Sommer ist der Dormitzer Baggersee, an dem man auch ein Lagerfeuer machen oder grillen kann.   

Mit dem Zug kommt man von Erlangen aus schnell in die fränkische Schweiz. Die ist ein Paradies für Wanderer und Bierfreunde. Meine Empfehlung ist die Wanderroute „5-Seidlas-Steig“, bei dem man in zehn Kilometern an fünf Brauereien mit gutem Bier und Essen vorbeikommt.   

Im Frühsommer gibt es die Bergkirchweih, die aber von allen nur „der Berch“ genannt wird. Traditionell beginnt die Kirchweih an einem Donnerstag im Mai mit dem Anstich des ersten Fasses. Zu diesem Anlass wandern hauptsächlich junge Erlanger in Tracht und mit Bierkästen zum Berg – das nennt man “Kastenlauf”. Grundsätzlich ist der Berg aber auch eine gute Möglichkeit, Freunde und Eltern nach Erlangen einzuladen.   

Auch außerhalb der Bergkirchweih kann man in Erlangen gut feiern gehen. Wie oben schon erwähnt, lohnt sich das Bier im Steinbachbräu um einen guten Abend zu beginnen. Wer eher einen Cocktail möchte, sollte in die Havanna Bar gehen, die mit Abstand beste Cocktailbar Erlangens. Einfach von den Barkeepern beraten lassen und genießen. Clubs gibt es hauptsächlich fünf. Für alle Elektrofreunde, sowie Fans von 80-er und 90-er-Partys empfiehlt sich das E-Werk. Für alle die gerne auf Hip Hop und R’n’B tanzen, lohnt sich der Freitag im Paisley. Für Musik aus den Charts würde ich ins Zeitsprung, Zirkel oder in die Bombe gehen. Alle Clubs befinden sich an der Hauptstraße. Wem die Clubs zu klein sind, der kann nach Nürnberg ins Mach1 (Mainstream), WON (Hip Hop,Black, R’n’B) oder in die Rakete (Elektro).



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Johannes , 23, studiert Lehramt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg

In Erlangen treiben sich unheimlich viele Studenten rum, manchmal könnte man meinen, die ganze Stadt besteht nur aus Uni und Siemens. Durch die vielen jungen Leute ist immer was los, doch in den Semesterferien kann sie schon mal zur Geisterstadt werden.

Bewährte Bars sind das "Kanapee" und das "Galileo", die abgefahrensten Cocktails gibt es jedoch in der "Zen-Bar". Danach geht's dann in den "Zirkel" oder die "Bombe". Wer einen ruhigeren Abend verleben will, dem sei das gemütliche "Manhattan" Kino empfohlen, in dem auch kleinere Streifen laufen und in dessen Café/Bar man anschließend noch ausgiebig über den Film quatschen kann.

Die Woche lässt man am besten ausklingen, indem man sich sonntags in den Schlossgarten lümmelt und einem der kostenlosen Konzerte lauscht (auch der botanische Garten ist zum Entspannen bestens geeignet) um dann am Abend ins E-werk zu ziehen und dort auf einer kleinen Leinwand mit anderen Krimibegeisterten den "Tatort" anzuschauen.

Generell hat das E-werk immer was zu bieten, von kostenlosen Konzerten über Flohmärkten bis hin zu dicken Partys. Und wer sein Fahrrad - in Erlangen fährt jeder Fahrrad - selbst reparieren möchte, der kann das nebenan tun, wo einem kostenlos Werkzeug und guter Rat zur Verfügung gestellt werden. Interessante Ausstellungen für wenig Geld finden sich im "Kunstpalais" am Marktplatz. 

Doch brave StudentInnen studieren natürlich auch und wer sich deshalb eine kleine Verschnaufpause gönnen möchte, für den sind die "Yoghurt-Bar" und das "Süß&Würzig" direkt neben der Hauptbib perfekt. Ersteres bietet abgefahrene Suppen im Winter und leckeres Frozen-Yoghurt-Eis im Sommer an und beim zweiten kommen unter anderem Veganer voll auf ihre Kosten. Den weltbesten Kaffee macht "Amir der Kaffeemann" und die größten Eiskugeln gibt es im "Eishaus". 

Text: johanna-krause - Fotos: privat