Skyscraper meets Fachwerkhaus

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Lina Wullenweber, 23, studiert Produktgestaltung

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Illustration: Julia Schubert



Frankfurt ist auf jeden Fall sehr international und vielfältig, schon allein wegen des Flughafens, der Messe und der vielen Banken. Es gibt ganz tolle Restaurants aus der ganzen Welt, zum Beispiel der libanesische Imbiss “Aroma” im Oeder Weg oder Thailänder “Aroydee” an der Hauptwache.

Eigentlich gibt sich Frankfurt aber größer, als es ist - im Grunde ist das hier ein “Großstadtdorf”. Auf den ersten Blick fallen die Studenten im Stadtbild nicht so sehr ins Auge, vielleicht auch, weil viele etwas außerhalb wohnen; darum würde ich Frankfurt nicht als klassische Studentenstadt bezeichnen.

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall das Mainufer, da ist im Sommer immer viel los, auch bis abends, wenn die Sonne hinter der Skyline untergeht. Schön ist das Viertel rund um die Berger Straße mit vielen Cafés und Bars. Das Bahnhofsviertel ist das ehemalige Rotlichtviertel, da konzentriert sich die kreative Szene Frankfurts, in den letzten zehn Jahren ist hier eine richtig gute Bar- und Clubszene entstanden. Schön sind da die Bars “Plank” und “Pracht”, das “Moloko” an der Alten Brücke ist auch gut und kultig.

Wenn es warm ist, ist das "D3" eine gute Anlaufstelle - ein Boot auf dem Main, wo es Electro- und Hip-Hop-Partys gibt. Etwas außerhalb liegt der Schwedlersee, da sind im Sommer auch immer Open-Air-Events. Die beste Eisdiele der Stadt ist übrigens definitiv “Eis Christina” in der Eckenheimer Landstraße, die gibt es schon seit 40 Jahren.



Kaleb Erdmann, 23, ist Poetry-Slammer und studiert politische Theorie im Master

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Illustration: Julia Schubert



Ich bin erst ein Semester hier, aber man merkt sofort, dass es in Frankfurt eine extrem lebendige und studentische Kultur gibt. Der AStA ist extrem aktiv, es gibt viele Vorträge und Workshops von studentischen Gruppen und eine studentische Zeitung, die echt interessant ist.

Was ich toll an Frankfurt finde, ist, dass die Stadt diesen großstädtichen Charme hat, obwohl sie eigentlich nur halb so groß ist wie München. Ich mag diese amerikanische Uptown-Downtown-Struktur auch total gerne - die Stadt entwickelt sich in Kreisen um die Wolkenkratzer herum.

Am Schaumainkai, der Promenade am Main, gibt es eine Reihe von ganz tollen Museen: allen voran der Städel, aber auch das Museum für moderne Kunst ist bemerkenswert. In der Kleinkunst, als auch bezüglich Poetry-Slams, ist lange relativ wenig passiert. Mittlerweile gibt es aber einige Veranstaltungen, es sind verschiedene Slams und Lesebühnen aus dem Boden geschossen. Am Liebsten mochte ich bis jetzt die Molotow-Slamshow in der Fabrik, schön ist auch der Slam “Wo ist Hola?” in der Kulturkirche Sankt Peter.

Frankfurt ist eine Kiezstadt: Alteingesessene Frankfurter bleiben eher in ihrem Viertel. Bockenheim zum Beispiel ist ein ehemaliges Studentenviertel, da gibt es immer noch ganz viele kleine Kneipen. Der Stadtteil Sachsenhausen ist ja als Touri-Viertel verschrien, hat aber auch ganz nette Seiten. Einerseits gibt es da diese traditionellen Apfelwein-Kneipen, wo man im Sommer auch schön in den Gärten sitzen kann, andererseits ist hier auch eine Art “Klein-Malle” mit den ganzen witzigen, runtergekommenen Bars - mit gefällt dieser Kontrast.

Auf der Alten Brücke, die Sachsenhausen mit dem Norden verbindet, sieht man total gut, was Frankfurt ausmacht: auf der einen Seite das historische Frankfurt, auf der anderen Seite das Bankenviertel.



Ann-Marie Flegel, 23, studiert Geschichte im Master

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Illustration: Julia Schubert



Ich wohne noch nicht so lange hier, weil ich meinen Bachelor in Mainz gemacht habe. Ich fand Frankfurt immer so spannend, weil es ja schon eine Großstadt ist, aber trotzdem ist alles nah zusammen: Die Altstadt, die Kulturszene, aber auch das Bankenviertel mit den großen Firmen, wo man später dann auch beruflich durchstarten kann. Es ist heute immer noch jedes Mal überwältigend, wenn man mit dem Zug kommt und direkt auf die Skyline zufährt.

Der Kontrast zwischen den einzelnen Stadtvierteln ist wahnsinnig groß. Das Studentenleben spielt sich hauptsächlich zwischen Konstablerwache, Hauptwache und der Uni ab, mit dem dem Bankenviertel habe ich kaum Berührungspunkte. Eine typische Studentenstadt ist Frankfurt aber nicht, sondern eher eine Stadt zum Arbeiten. Viele sagen auch, das sei keine Stadt zum Leben, das finde ich überhaupt nicht - man kann total viel hier machen. Und mit dem neuen Campus Westend wird hier mit der Zeit alles viel studentischer.

Im Sommer gehe ich gerne zur schönen Aussicht direkt am Main, da gibt es total viele kleine Restaurants und Cafés wie  die “Sugar Mama”, das ist fast ein bisschen berlinerisch. Es ist nicht so, dass die Studenten alle unter sich bleiben wie in anderen Städten. Hier mischt sich alles viel mehr mit der Arbeitswelt, man lernt ganz andere Leute kennen. Viele Studenten gehen auch gerne im Bahnhofsviertel feiern, eben wegen dieser interessanten Mischung.

Ich habe oft das Gefühl, dass Frankfurt als Stadt aktuell gerade gut zu mir passt, weil ich neben dem Studium auch schon arbeite und mir hier der Übergang ins Berufleben leichter gemacht wird.



Oskar Brabanski, 26, studiert politische Theorie im Master

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Illustration: Julia Schubert



Am Anfang habe ich mich von den Hochhäusern täuschen lassen und habe Frankfurt für total amerikanisiert gehalten. Nach einiger Zeit habe ich erkannt, dass die Stadt auch sehr dörflich geprägt ist mit ihren Wochenmärkten und Fachwerkhäusern. Trotzdem ist es schon auffällig, dass hier von vielen Wert auf Marken- und Designerkleidung gelegt wird, es gibt nicht diesen Vintagehype wie zum Beispiel in Berlin.

Ein richtig studentisches Gefühl hat man auf dem alten Campus und rund um den Schweizer Platz; auch die Berger Straße in Bornheim und die Leipziger Straße in Bockenheim mit ihren Cafés sind schön, um spazieren zu gehen.

Was man in Frankfurt auf jeden Fall essen muss, sind Burger. Wir haben hier richtig viele gute Läden wie “Jamy’s Burger”, “Chicago Meatpackers” oder das “Meat Us” in der Innenstadt. Günstig und frisch kann man auch in der Kleinmarkthalle in der Nähe der Einkaufsmeile “Zeil” essen - oder eben auf dem legendären Dönerboot “Meral’s Imbiss” direkt auf dem Main.

Wenn ich mal abends weggehe, dann oft in den Clubkeller, wenn ich Lust auf Indie und Alternative habe. Im Jazzkeller, übrigens dem ältesten Deutschlands, gibt es immer mittwochs eine Open Jam Session, an der jeder teilnehmen kann.

Ich gehe auch super gerne joggen oder fahrradfahren am Main, das ist für mich echt ein Stück Lebensqualität. Etwas unbekannter ist die Nidda, dem zweiten, kleineren Fluss hier, der durch Frankfurts Grüngürtel fließt. Da ist es im Sommer auch total schön, wie eigentlich überall im Taunus. Frankfurt ist sehr fußballaffin, aber wir haben auch ein sehr gutes Basketball- und Hockeyteam. Da lohnt sich ein Besuch im Stadion auf jeden Fall.



Text: kristin-hoeller - Fotos: oh

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